Lütisburg will Hallenbad-Erweiterung nicht mitfinanzieren: An der Delegiertenversammlung wird das als Mangel an Solidarität kritisiert

An der Delegiertenversammlung des Zweckverbands Hallenbad Bütschwil in Grämigen gab es keine Voten gegen die Erweiterung der Anlage.

Martin Knoepfel
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Das Bütschwiler Hallenbad soll saniert und erweitert werden.

Das Bütschwiler Hallenbad soll saniert und erweitert werden.

Bild: PD

Auch andere Gemeinden müssten Investitionen finanzieren. Das Hallenbad steigere die Attraktivität der ganzen Region. Der Bütschwiler Gemeindepräsident Karl Brändle plädierte an der Delegiertenversammlung des Zweckverbands Hallenbad Bütschwil eindringlich für die Sanierung und Erweiterung.

Er ist auch Verwaltungsratspräsident des Zweckverbandes. Die Delegiertenversammlung fand am Donnerstagabend im «Anker» in Grämigen statt.

Sanierung der Technik ist unbestritten

Die Sanierung der Lüftung und der Badewassertechnik sei nötig, betonte Karl Brändle. Dieser Punkt ist auch unbestritten.

Der Verwaltungsrat möchte aber gleichzeitig zwei weitere Becken erstellen, weil die Wasserfläche gemäss den heutigen Normen zu klein ist. Weiter soll ein Hubboden eingebaut werden, was eine flexiblere Nutzung erlaubt.

Ziel ist, Baby-Schwimmkurse anzubieten

Eine Erweiterung böte mehr Raum für die verschiedenen Benutzergruppen. Viel verspricht sich der Verwaltungsrat von der Chance, nach einer Erweiterung Baby-Schwimmkurse anzubieten. Wenn man jetzt nur sanierte und später erweiterte, müsste man die Lüftung ausbauen und verlegen und das Bad zweimal schliessen, warnte Karl Brändle.

Gemäss den Statuten des Zweckverbandes müssen alle Verbandsgemeinden einem Projekt zustimmen. Die Gemeinderäte von Oberhelfenschwil, Bütschwil-Ganterschwil und Mosnang sind für die Erweiterung. Der Gemeinderat von Lütisburg ist dagegen, was er schon früher klar gemacht hat.

Einige Delegierte verhehlten ihren Unmut nicht. Eine Votantin kritisierte die mangelnde Solidarität für das Gemeinschaftswerk. Am 16.April soll ein öffentlicher Informationsabend stattfinden.

Kletterwand soll eingebaut werden

Unabhängig von der Sanierung und allfälligen Erweiterung soll das Hallenbad dieses Jahr für rund 25000 Franken eine Kletterwand erhalten. Der Verwaltungsrat ist überzeugt, dass eine solche Wand eine Attraktion bilden wird.

Die Spezialanfertigung eines einheimischen Metallbauers soll günstiger sein als ein Produkt ab Stange. Der Verwaltungsrat hofft noch auf einen Beitrag des Fasnachtskomitees.

Hallenbad beteiligt sich an Gästekarte

Ferner wird ein neues Drehkreuz für den Eingang beschafft, weil das alte störungsanfällig ist und der Gemeinderat mit dem Support durch den Lieferanten nicht mehr zufrieden ist. Seit kurzem beteiligt sich das Hallenbad an der Ostschweizer Gästekarte (Oskar). Der Verwaltungsrat sieht darin vor allem ein gutes Werbemittel. Das Hallenbad erhält 50 Prozent eines Eintritts durch die Trägerschaft von Oskar.

Letztes Jahr zählte man im Hallenbad 29081 erwachsene Besucher, 12912 Kinder – ohne die, die im Rahmen des Schulunterrichts kamen – und 24482 Besucher aus Schulen. Bei diesen drei Kategorien war jeweils ein Rückgang gegenüber 2018 feststellbar.

Eine markante Zunahme gab es bei den Besuchern im Rahmen von Lagern und Gruppen, von 4862 auf 6189 Personen. Der Verwaltungsrat ist laut Karl Brändle überzeugt, dass die Besucherzahl dank den Gruppen und dank dem Bevölkerungswachstum in der Region wieder zulegen wird.

Tiefere Personalkosten budgetiert

Dieses Jahr budgetiert der Zweckverband tiefere Personalkosten als 2019. Beim Unterhalt der Anlagen sei man mit Blick auf die geplante Sanierung zurückhaltend, sagte Karl Brändle. Das Nötige werde aber getan. Das Budget sieht ein Defizit von 350000 Franken vor.

Etwas mehr als die Hälfte bezahlt Bütschwil-Ganterschwil. Ein Viertel entfällt auf Mosnang. Lütisburg muss 14,2 Prozent übernehmen und Oberhelfenschwil den Rest. Die Delegierten genehmigten die Rechnung 2019 und das Budget 2020 einstimmig.

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