Lütisburg
Spektakuläres an der Felswand – die Arbeiten bei der alten Holzbrücke und unterhalb des Eisenbahnviadukts sind anspruchsvoll

Seit rund drei Wochen werden oberhalb der Kantonsstrasse bei der alten Holzbrücke Hangsicherungsmassnahmen vorgenommen. In der Mitte der sechswöchigen Bauzeit zeigt sich, dass die Arbeiten wie geplant vorankommen.

Beat Lanzendorfer
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Zwischen dem Eisenbahnviadukt und der alten Holzbrücke konnten die Arbeiten nicht weiter aufgeschoben werden.

Zwischen dem Eisenbahnviadukt und der alten Holzbrücke konnten die Arbeiten nicht weiter aufgeschoben werden.

Bild: Beat Lanzendorfer

Die Bautätigkeiten bei der alten Lütisburger Holzbrücke werden mit Massnahmen zur Hangsicherung umschrieben. Beim Blick vor Ort zeigt sich, dass die Arbeiten für die Bauarbeiter anspruchsvoll sind.

Mussten sie zu Beginn beim Entfernen der Sträucher und Bäume mit Seilen gesichert werden, verrichten sie ihre Arbeit zurzeit mehrheitlich in einer Hebebühne – hoch über der Kantonsstrasse und direkt an der Felswand.

Teile der Wand drohten abzurutschen

Dazu erklärt Bruno Bulgheroni, Leiter des Strassenkreisinspektorates Gossau, das für die Hangsicherung zuständig ist:

Bruno Bulgheroni, Leiter Strassenkreisinspektorat Gossau.

Bruno Bulgheroni, Leiter Strassenkreisinspektorat Gossau.

Bild: PD
«Die jetzigen Arbeiten wurden nötig, weil die Gefahr bestand, dass Teile der Nagelfluhwand auf das darunterliegende Trottoir oder die Strasse stürzen.»

Die Situation sei schon über einen längeren Zeitraum beobachtet worden, in diesem Winter sei dann die Erkenntnis gereift, dass mit den Hangsicherungsmassnahmen nicht länger zugewartet werden könne.

Speziell im mittleren Bereich des Hanges seien eine Art natürliche Schächte aufgetaucht. Beim Abtragen des Materials hätte man sie entdeckt. In diesen sei viel Wasser durch den Fels nach aussen gedrungen. Dadurch haben sich Kalkablagerungen gebildet, was mit «Versinterung» umschrieben werde.

Die Arbeiten werden direkt über der Kantonsstrasse ausgeführt.

Die Arbeiten werden direkt über der Kantonsstrasse ausgeführt.

Bild: Beat Lanzendorfer

«Die dadurch in den letzten Jahrzehnten gewachsene ‹Nase› drohte abzustürzen. Allein schon deshalb hat die Wand saniert werden müssen», erklärt der Strassenkreisinspektor weiter. Durch den ständigen Wasserfluss seien bei kalten Temperaturen auch Eiszapfen entstanden.

Bei diesen bestand ebenfalls die Gefahr, dass sie auf die Strasse oder das Trottoir fallen. Gefährdet waren vor allem Lütisburger Schulkinder, für die der Übergang über die Kantonsstrasse ein Teil des Schulweges ist.

Ein Netz soll vor Steinschlag schützen

In einem ersten Schritt tragen die Bauarbeiter die losen Gesteinsmassen ab und entfernen die Kalkablagerungen. Danach spannen sie ein Netz über den Fels, der vor Steinschlag schützen soll. Zurzeit würden die dafür nötigen Befestigungen im Felsen angebracht.

Die Hebebühne ist der aktuelle Arbeitsplatz der Bauarbeiter.

Die Hebebühne ist der aktuelle Arbeitsplatz der Bauarbeiter.

Bild: Beat Lanzendorfer

Für den Strassenverkehr haben die Arbeiten keinen grossen Einfluss, er kann praktisch ungehindert passieren. Allerdings mussten für den Zeitraum der Bauarbeiten – rund sechs Wochen – der Gehweg vor dem Projektperimeter und der bestehende Fussgängerstreifen aufgehoben werden.

Um das sichere Queren der Strasse zu gewährleisten, wurde rund 50 Meter weiter in südlicher Richtung ein provisorischer Fussgängerstreifen markiert und mit einer Lichtsignalanlage gesteuert. Die Arbeiten seien gut im Fahrplan, gemäss Bruno Bulgheroni könnten sie fristgerecht bis Mitte Mai abgeschlossen werden.