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Lütisburg: Für die Erweiterung des Schulraums kommen nun die Wochen der Wahrheit

Ende November kommt das «Generationenprojekt» der Schulgemeinde in der Höhe von 13 Millionen Franken an die Urne. Imelda Stadler lobt die Ästhetik des Projekts, betont aber auch, dass man finanziell ans Limit geht.
Timon Kobelt
So soll die Erweiterung des Schulhauses Neudorf in Lütisburg von der Neudorfstrasse her betrachtet aussehen. (Bild: Visualisierung: PD)

So soll die Erweiterung des Schulhauses Neudorf in Lütisburg von der Neudorfstrasse her betrachtet aussehen. (Bild: Visualisierung: PD)

Seit gestern liegen die Unterlagen des Projekts «Primarschule Lütisburg (PSL) 2020plus» öffentlich bei der Gemeinde auf. Über dieses befinden die Schulbürger am 25. November an der Urne, allerdings werden die Kredite für die Erweiterung des Schulraums und für den Neubau einer Turnhalle den Bürgern separat vorgelegt. Ersterer beträgt rund 4,6 Millionen Franken, Letzterer rund 8,5 Millionen Franken. Gesamtkosten nach Adam Riese: 13 Millionen Franken. Nun da die effektiven Zahlen bekannt sind, beginnen für die Schulbehörde die Wochen der Wahrheit. Bezüglich Turnhallengrösse geht selbst die Behörde im aktuellen Mitteilungsblatt davon aus, dass es zu Diskussionen kommen wird.

«Generationenprojekt» für Lütisburg

Der Schulrat betonte in der Abstimmungsbroschüre mehrfach, dass man mit dem Geld ein Generationenprojekt für Lütisburg ermögliche. Dieses beinhaltet in der nordöstlichen Ecke einen dreigeschossigen Neubau, der an den heutigen Bau angefügt wird. Über neu erstellte Fassadenöffnungen werden Alt und Neu zu einer Einheit verbunden. Abgesehen von der Bodenplatte wird die gesamte Schulraumerweiterung in Holzelementbauweise erstellt. Im Korridorbereich sorgt ein Lichthof, der über alle drei Geschosse reicht, für natürliches Licht. Im Erdgeschoss kommt ein Doppel-Kindergarten unter, der über einen separaten Zugang getrennt vom Primarschulbetrieb erschlossen ist. Der Kindergarten am Standort Oberdorf wird aufgelöst.

Die Turnhalle ist mit den Massen von 24 Metern Breite und 28 Metern Länge breiter als eine gewöhnliche Normturnhalle (16 Mal 28 Meter). Sie kann mit einer Trennwand in zwei Hälften unterteilt werden und ist im Bereich der heutigen Halle längs zur Flawilerstrasse vorgesehen. Die Vereine, welche am stärksten von einer Turnhalle profitieren würden, beteiligen sich mit 140'000 Franken an deren Bau. Schulratspräsident Josef Rütsche verneint die Frage, ob dieser Betrag im Verhältnis zur Investition zu tief sei: «Dieser Betrag ist nur ein Teil der Beteiligung. Auf Initiative der turnenden Vereine wurden weitere 70'000 Franken für mobile Turngeräte aus dem Budget gestrichen, welche nun direkt von den Vereinen finanziert werden. Ich bin überzeugt, dass bei einem zweifachen Ja die genannte Beteiligung übertroffen wird.»

Allgemein sei er stolz, dass es die Baukommission und der Schulrat geschafft hätten, der Bürgerschaft ein Projekt zur Abstimmung vorzulegen, das einerseits mit einem durchdachten Schulraumkonzept überzeuge und andererseits mit einer grosszügigen Mehrzweckhalle, welche die Entwicklung des Dorf- und Vereinslebens fördere.

Optisch ein sehr schönes Projekt

Gemeindepräsidentin Imelda Stadler äusserte sich erstmals öffentlich und lobte die optische Komponente des Projekts: «Es kommt wirklich sehr schön daher.» Der Gemeinderat begrüsse auch, dass der Kindergarten wieder ins Projekt am Standort Neudorf integriert worden sei. Die Idee der Schulgemeinde, durch den Verkauf der Liegenschaft Oberdorf einen Teil des Kredits für die Erweiterung des Schulhauses zu finanzieren, macht aus der Sicht von Imelda Stadler Sinn. «Allerdings müsste die Gemeinde dazu das Land, auf dem der Kindergarten steht, in Bauland umzonen. Da in Lütisburg die Richt- und Zonenplanung generell überarbeitet wird, müssen wir die Situation nochmals genau analysieren», sagt die höchste St. Gallerin.

Allgemein sei ihr aber wichtig, dass den Bürger bewusst sei, welche Konsequenzen das Projekt auf die Gemeindefinanzen habe. «Für die Gemeinde ist das Projekt finanziell ein Hosenlupf, wir gehen also ans Limit», betont die Gemeindepräsidentin. Man könne sich das Projekt zwar grundsätzlich leisten, verliere aber in den nächsten Jahren den finanziellen Spielraum.

Der Steuerfuss wird ansteigen

Aus den Abstimmungsunterlagen geht hervor, dass bei einer Annahme des Projekts mittelfristig mit einer Steuerfusserhöhung von aktuell 135 Prozent auf 145 bis 150 Prozent gerechnet werden muss. Dazu meint Imelda Stadler:

«Der Gemeinderat hat immer betont, dass die Investitionen in den Schulraum unvermeidlich zu einer Erhöhung des Steuerfusses führen werden. Aber natürlich müssten die Bürger auch eine solche zunächst bewilligen.»

Bezüglich Turnhalle meint Imelda Stadler, dass der Gemeinderat den Bedarf einer neuen Halle sehe. Sie sagt aber auch: «Der Bau einer Normhalle ist für Lütisburg ein Muss, die grössere Variante ein Nice-to-have. Auch hier liegt es an den Bürgern, zu entscheiden, was Lütisburg braucht.» Sie gönne jedem Verein eine grosse Halle und glaube, dass Lütisburg als Dorf von einer solchen profitiere. Doch man müsse sich im Klaren sein, dass dies die Kosten erhöhe und somit den Finanzhaushalt der Gemeinde mehr belaste.

Abschliessend wolle sie sich bei der Baukommission, in der auch zwei Gemeinderäte vertreten sind, für die intensive Arbeit bedanken. Imelda Stadler betont aber auch, nicht zum ersten Mal, dass sie eine Einheitsgemeinde begrüssen würde. «Der Koordinationsaufwand wäre um ein Vielfaches kleiner und auch die Finanzplanung könnte effizienter abgehandelt werden», sagt sie.

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