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Lütisburg: Der Teamplayer und Turner will sich vom Gemeinderat an die Spitze der Schule hieven

Der 44-jährige Werner Scherrer möchte Schulratspräsident in Lütisburg werden. Dass er kein Pädagoge ist, sieht er nicht als Nachteil, denn seine Erfahrung aus der Privatwirtschaft sorge für eine gute Durchmischung des Schulrats.
Timon Kobelt
Werner Scherrer möchte sich als Schulratspräsident vor allem für die Jugend einsetzen. (Bild: Timon Kobelt)

Werner Scherrer möchte sich als Schulratspräsident vor allem für die Jugend einsetzen. (Bild: Timon Kobelt)

Er hat das Turnen im Blut. Schon als kleiner Junge hat der heute 44-jährige Werner Scherrer aus Tufertschwil in der Halle in Lütisburg am Reck herumgeschwungen. Nun möchte der gelernte Landwirt das Schulratspräsidium erobern, um der Primarschule in Lütisburg neuen Schwung zu verleihen. Dabei will er sich vor allem dafür einsetzen, dass die Jugend sowohl schulisch als auch sportlich beste Bedingungen vorfindet. Werner Scherrer sagt dazu:

«In eine zeitgemässe Infrastruktur zu investieren, das ist eine Pflicht, die ältere Generationen haben. Ausserdem ist eine starke Primarschule einer der wichtigsten Standortfaktoren in einem Dorf.»

Er sei ein sehr aktiver Mensch, in Lütisburg bestens vernetzt und packe die Dinge gerne an. Letzteres glaubt man ihm wortwörtlich, denn seine kräftige Statur lässt nicht nur den Turner in ihm durchscheinen, sie lässt auch keine Zweifel aufkommen, dass er auf dem elterlichen Landwirtschaftsbetrieb kräftig mitangepackt hat.

In Kanada auf einer Farm gearbeitet

Nach seiner landwirtschaftlichen Lehre inklusive Eidgenössischem Fähigkeitsausweis absolvierte Werner Scherrer den Militärdienst. Danach zog es ihn für zehn Monate nach Kanada, wo er ein Praktikum auf einer Farm absolvierte. «Das war eine tolle Zeit. Die Schweiz mal hinter mir zu lassen und meinen Horizont zu erweitern, hat mich sehr bereichert», sagt Werner Scherrer. Manchmal hätte er zwar lieber einen Traktor gefahren als zu melken oder das Vieh zu füttern, fügt er schmunzelnd hinzu.

Zurück in der Heimat durchlief der mittlerweile dreifache Familienvater die verschiedensten beruflichen Stationen. Unter anderem arbeitete er auf dem Bau und als Lastwagenchauffeur. Bei der Landi Wattwil fungierte er als Geschäftsführer. Vier Jahre war er als Disponent tätig. Seit 2009 verdient Werner Scherrer als Fachspezialist für Direktzahlungen im Landwirtschaftsamt des Kantons St.Gallen seine Brötchen. Zwischen all dem absolvierte der Turner die zweijährige Vollzeitausbildung zum eidgenössisch diplomierten Agro-Kaufmann.

Schulrat soll breit abgestützt sein

Dass er keinen pädagogischen Hintergrund hat, sieht Werner Scherrer nicht als Nachteil für seine Kandidatur: «Der Schulrat soll breit abgestützt sein», sagt er. Im Gremium habe es bereits einige Personen mit pädagogischem Hintergrund, weshalb er dieses gut ergänzen könne:

«Der Schulratspräsident ist vor allem mit der Rats- und Personalführung sowie strategischen Überlegungen beschäftigt. Gerade in solchen Dingen bringe ich aus der Privatwirtschaft Erfahrung mit.»

Als weitere Stärke sieht er seine Teamfähigkeit: «Ich bin ein absoluter Teamplayer. Einer alleine kann nicht viel bewegen. Ein funktionierendes Team hingegen erreicht in der Regel viel.» Während seiner neun Jahre als Präsident des Turnvereins Lütisburg habe er stark im Team geführt. Des Weiteren habe er sich Projekterfahrung angeeignet, als man die Aussensportanlagen erweiterte. Auch ausserhalb des Turnvereins, in dem er das Teamaerobic mitbegründet und geleitet hatte, ist Werner Scherrer aktiv. Er waltet im Vorstand des Jugendraums Kaserne und ist Mitglied der Männerriege. «Weil ich im Dorf sehr aktiv bin und fast mein ganzes Leben hier verbracht habe, kenne ich die Bedürfnisse der Menschen bestens», sagt der 44-Jährige. Bis auf drei Jahre lebte Werner Scherrer immer in Lütisburg. Seit 2014 wohnt er mit seiner Frau Michaela und seinen drei Kindern Samuel, Martin und Milena in einem Haus in Tufertschwil.

Holzhacken als Ausgleich zum Büroalltag

Seine Familie nimmt einen grossen Teil seiner Freizeit ein. Daneben spielt Werner Scherrer gerne Eishockey und betreibt allgemein viel Sport. Auch um Garten und Haus kümmert er sich, wobei letzteres eine Holzheizung hat. «Deshalb holze ich regelmässig, was ein super Ausgleich zum Büroalltag ist», sagt der Familienvater.

Einen guten Ausgleich würde er als neuer Schulratspräsident in Lütisburg auch brauchen. Denn es gibt einige heisse Eisen, welche dieser anfassen muss. Die Ausarbeitung eines neuen Turnhallen-Projekts gehört in diese Kategorie. Werner Scherrer war als delegierter Gemeinderat Mitglied der Baukommission (BK), welche die Vorlage PSL 2020plus ausgearbeitet hat. Bei diesem versenkten die Bürger den Neubau einer Turnhalle in der Höhe von 8,5 Millionen Franken.

Auf die Frage, ob er als Mitglied der BK und Neffe des scheidenden Schulratspräsidenten Josef Rütsche nicht eine zu grosse Nähe zum alten Projekt habe, antwortet Werner Scherrer: «Man kann das so sehen. Aber ich trete nicht zur Wahl an, um etwas in Josefs Namen zu vollenden. Ich habe die hiesigen Diskussionen bezüglich Schule und Turnhalle seit 20 Jahren miterlebt und will dazu beitragen, dass endlich ein Projekt umgesetzt wird, welches den Bedürfnissen der Nutzer entspricht.»

Dass er in der BK war, sieht Werner Scherrer als Vorteil: «Dadurch weiss ich, welche Bedürfnisse sowohl Schule als auch Gemeinde haben», sagt er. Diese beiden Parteien waren sich bei PSL 2020plus uneinig gewesen. Hier will Werner Scherrer, der bei erfolgreicher Wahl aus dem Gemeinderat ausscheiden würde, den Hebel ansetzen: «Es ist unabdingbar, dass beide Räte hinter einem neuen Projekt stehen.» Dafür bedürfe es einer gründlichen Aussprache und Analyse. Glaubt der Teamplayer, dass mit den gleichen Leuten ein neues Projekt gelingt? «Ja, denn der gemeinsame Nenner, dass es eine neue Halle braucht, ist vorhanden. Wenn die Rahmenbedingungen klar abgesteckt sind, kann mit vereinten Kräften ein zukunfts- und mehrheitsfähiges Projekt entstehen », sagt Werner Scherrer.

«Voraussetzungen müssen für alle Beteiligten stimmen»

Wie lange es in Lütisburg noch zwei Räte gibt, lässt der Turner offen. Eine Einheitsgemeinde würde er grundsätzlich begrüssen, er sagt aber: «Schlussendlich müssen die Voraussetzungen für alle Beteiligten stimmen. Und die Einheitsgemeinde soll nicht als Bedingung ins Feld geführt werden, damit überhaupt etwas gelingen kann.»

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