Lütisburg: Der erste Schritt ist getan

Der Schulrat hat die Machbarkeitsanalyse zu Schulraum 2020 vorgelegt und in der Gemeinde verteilt. Die FDP-Ortspartei lud zu einer Info-Veranstaltung über das Projekt ein.

Urs Nobel
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Das Titelbild der Broschüre zur Abstimmung über den Projektierungskredit. (Bild: PD)

Das Titelbild der Broschüre zur Abstimmung über den Projektierungskredit. (Bild: PD)

Am 17. November stimmen die Lütisburger an einer ausserordentlichen Bürgerversammlung über einen Projektierungskredit in der Höhe von 440000 Franken ab. Es sollen neue Schulräume sowie eine neue Turn- respektive Mehrzweckhalle gebaut ­werden. Eine erste Info-Ver­anstaltung hat bereits stattgefunden. Die FDP-Ortspartei lud nun am Donnerstag zu einer weiteren ein und informierte über ihre Sichtweise des Projekts, das für die Gemeinde Lütisburg zu einem finanziellen «Hosenlupf» werden dürfte.

Die FDP-Ortspartei nahm dabei das Credo «Miteinander» ernst und lud auch den Schulrat mit seinem Planer sowie den Gemeinderat zu ihrer Veranstaltung ein. Dies führte mit rund 60 weiteren Interessierten zu einem informativen Abend, an dem jeder Gelegenheit hatte, seine Sicht zum Thema darzulegen. Schulratspräsident Josef Rütsche und Planer Florian Schällibaum konnten sich die verschiedenen Voten jedoch gelassen anhören. Mit ihrer vorliegenden Machbarkeits-studie haben sie zusammen mit ihrer Kommission die erste wichtige Arbeit bereits erledigt.

Teile des Pausenplatzes müssen geopfert werden

Thomas Felber legte in einem längeren Referat seine Sicht zur vorhandenen Studie dar und bemängelte, dass mit dieser ein grosser Teil des Pausenplatzes, der auch als Naherholungsraum gilt, verloren ginge. In einem geschichtlichen Rückblick zeigte er auf, wie in früheren Jahren bereits die Architekten Widmer und Bischoff diesem Aspekt einen grossen Stellenwert beigemessen hatten. In der vierten vorliegenden Gesamtstudie würde diesen Punkten nicht mehr genügend Rechnung getragen. Ein grosser Teil des Pausen- und Naherholungsplatzes, der vor nicht allzu langer Zeit erstellt worden sei, müsste wieder geopfert werden.

Thomas Felber wartete mit konkreten Gegenvorschlägen auf, wie dieser Situation entgegen gewirkt werden könnte. Seine Idee basiert auf zwei Bauten: einer separaten Schulraumerweiterung und einem Turnhallen- oder Mehrzweckraum-Neubau in der entgegengesetzten Ausrichtung, als dies die Machbarkeitsstudie vorsieht. Diese sieht nur einen einzigen Bau vor: eine Mischung von Turnhalle und Schulhaus, also Vereinen und Schülern.

Ohne Einfluss auf die erste Abstimmung

Felber stiess mit seinen Voten zumindest bei einem Teil der Zuhörer auf die erhoffte Zustimmung. Felbers Gegenvorschläge werden jedoch auf die Abstimmung zum Projektierungskredit keinen Einfluss mehr haben, aber für Diskussionsstoff sorgen. Ausserdem könnten sie in der dritten Phase, der eigentlichen Projektierung, noch wertvolle Dienste leisten.

Maximalvariante nicht umsetzbar

Auch der eingeladene Schulratspräsident Josef Rütsche und Planer Florian Schällibaum von Schällibaum Architektur in Wattwil kamen zu Wort. Rütsche teilte offiziell mit, dass man eingesehen habe, dass die Kosten der Maximal-Variante für die Gemeinde Lütisburg nicht tragbar seien. Sein Votum, die Situation Kindergarten Oberdorf vorderhand so zu belassen, wie sie ist, wurde nach kurzen Diskussionen befürwortet. Was so viel bedeutet, als dass im Schulhaus Neudorf lediglich fünf neue Raumeinheiten geplant sind.

Für die Turnhalle sind jedoch noch Varianten möglich. Voraussichtlich dürfte eine Halle, die um fünf Meter breiter wird als die heutige, die grössten Chancen haben. Doch das ist eine Kostenfrage. Alles in allem käme der Finanzbedarf trotzdem auf gegen neun Millionen Franken für die Sanierung der Schule und den Neubau der Turn- und Mehrzweckhalle. Seitens des Gemeinderats hofft man jedoch gemäss der Gemeindepräsidentin Imelda Stadler auf einen Kostenrahmen, der möglichst sieben Millionen nicht übersteigen sollte.

Auf Kritik Felbers nicht eingegangen

Die abschliessende Fragerunde wurde rege genutzt. In einer Antwort hiess es unter anderem, dass die Turnhalle in jedem Fall sanierungsbedürftig sei und der Bedarf nicht nur bei den Vereinen liege, sondern auch bei der Schule. «Die Turnhalle ist für die Schüler höchstens noch ein besserer Turnsaal.» Kritik wurde an Florian Schällibaum geäussert, weil er auf die vorgelegten Verbesserungsvorschläge von Thomas Felber nicht eingegangen sei. Dazu habe kein Anlass bestanden, wie er nach der Infoveranstaltung auf Nachfrage erklärte. «Meine Arbeit ist vorderhand mit der Machbarkeitsstudie zu Ende.» Felbers Einwände hätten erst in der dritten Phase wieder Relevanz. Es herrschte Einigkeit im Saal, dass alle Voten in den Prozess mit einbezogen werden, aber auch das Vertrauen in die Arbeitsgruppe bestehen bleiben müsse. Weitere Fragen, die bereits zu Details gestellt wurden, zeigten auf, dass man sich in Lütisburg mindestens in einigen Teilen bereits darauf eingestellt hat, den Schultrakt zu erweitern und eine neue Turn- und Mehrzweckhalle bauen zu wollen.

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