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Lütisburg: Der Abstimmungskampf wird heiss – vor allem wegen der Turnhalle

Am 25. November befinden die Schulbürger über das Projekt Primarschule Lütisburg 2020plus. Im Mitteilungsblatt wird deutlich, dass die Positionen von Schul- und Gemeinderat in einigen Punkten divergieren.
Timon Kobelt
Der Bedarf einer neuen Turnhalle ist unbestritten, doch deren Grösse dürfte für Gesprächsstoff sorgen. (Bild: Timon Kobelt)

Der Bedarf einer neuen Turnhalle ist unbestritten, doch deren Grösse dürfte für Gesprächsstoff sorgen. (Bild: Timon Kobelt)

Wer das aktuelle Mitteilungsblatt Lütisburgs gestern gelesen hat, dem wird klar, wie wichtig die Abstimmung am 25. November für das Dorf ist. Drei von insgesamt acht Seiten drehen sich um das Projekt Primarschule Lütisburg 2020plus («PSL 2020plus»). Damit dieses umgesetzt werden kann, müssen die Schulbürger Kredite für die Erweiterung des Schulraums einerseits und für den Neubau einer Turnhalle andererseits sprechen. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 13 Millionen Franken, wovon rund 4,5 Millionen für die Erweiterung des Schulraums benötigt werden und rund 8,5 Millionen für die neue Turnhalle.

Unterschiedliche Tonalität bei den Räten

Was den Lesern des Mitteilungsblattes ebenfalls nicht entgehen kann: Die Tonalität des Gemeinde- und des Schulrats, die das Projekt jeweils aus ihrer Sicht schildern, unterscheidet sich in einigen Punkten merklich. Grundsätzlich klingt die Rhetorik des Schulrates euphorischer, während die des Gemeinderates von Vorsicht und Zurückhaltung geprägt ist. «Der Schulrat ist aufgrund der internen Finanzplanung überzeugt, dass Lütisburg sich das Gesamtprojekt leisten kann», heisst es beispielsweise seitens des Schulrats. «Wenn die Entwicklung weiterhin positiv verläuft, ist das Projekt finanzier- und tragbar. Bei negativer Entwicklung in den nächsten Jahren kann es eine zu grosse Herausforderung werden», schreibt der Gemeinderat.

So soll die neue Turnhalle in Lütisburg am Standort Neudorf aussehen. (Visualisierung: PD)

So soll die neue Turnhalle in Lütisburg am Standort Neudorf aussehen. (Visualisierung: PD)

Dass man sich für eine grössere Turnhalle, die in zwei gleich grosse Hälften unterteilt werden kann, entschieden hat, beschreibt der Schulrat mit Sätzen wie: «Es entsteht nicht nur eine Halle, die für einen einzelnen Verein eine bessere Trainingsmöglichkeit bietet, sondern eine Halle, die durch die Unterteilbarkeit Mehrkapazitäten schafft.» Oder:

«Die turnenden Vereine erhalten die Möglichkeit, die Mehrheit ihrer Trainingseinheiten wieder im eigenen Dorf und in dafür geeigneten Räumlichkeiten durchzuführen.»

Der Gemeinderat schreibt: «Dem Gemeinderat ist bewusst, dass die heutige Situation nicht befriedigend ist. Sowohl im Bereich des Schulraums als auch im Bereich der Turnhalle besteht Handlungsbedarf.» An einer anderen Stelle im Blatt heisst es in Bezug auf das gesamte Projekt und die Aufgaben des Gemeinderates: «Der Gemeinderat hat immer wieder betont, dass er sich für eine massvolle und vor allem finanzierbare Variante einsetzt.

Das Generationenprojekt und die Gemeindefinanzen

In diesen Sätzen spiegelt sich exemplarisch der unterschiedliche Fokus, den die beiden Räte setzen. Der Schulrat ist bemüht, die positiven Effekte des Projekts für das Dorf Lütisburg zu betonen. Darunter fallen Dinge wie das Entwicklungspotenzial für das Vereinsleben dank der neuen Turnhalle oder die Verbesserung des Schulbetriebes dank der neuen Infrastruktur. In jeder Mitteilung der Schule wurde der Begriff Generationenprojekt verwendet. Als solches müsse man «PSL 2020plus» betrachten.

Der Gemeinderat lobt zwar die optische Gestaltung des Projekts, doch es kommt auch klar das Bedürfnis zum Vorschein, den Bürgern aufzuzeigen, was das Projekt für Auswirkungen auf die Gemeindefinanzen hat. Dies wird daran ersichtlich, dass der Rat im Mitteilungsblatt oft die Kosten thematisiert und auch den Steuerfuss, der von aktuell 135 Prozent um 10 bis 15 Prozent erhöht werden muss, damit das Projekt amortisiert werden kann.


Eins scheint klar: Bei der Informationsveranstaltung heute Abend dürften die Meinungen, besonders betreffend Neubau der Turnhalle, auseinandergehen. Denn man gewinnt den Eindruck, dass der Wunsch des Schulrates, wonach «es den politischen Willen und ein klares Bekenntnis zum Projekt braucht», bisher nur halbwegs in Erfüllung gegangen ist.

«Es obliegt nun den Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern über das vorliegende Projekt und die damit verbundenen Projektkosten von über 13 Millionen Franken zu entscheiden.»

So lautet die Abschlussbotschaft des Gemeinderats im Mitteilungsblatt. Ein klares Bekenntnis klingt anders.

Hinweis

Eine Informationsveranstaltung zu «PSL 2020plus» findet heute Abend um 20 Uhr in der Turnhalle in Lütisburg statt.

Lesen Sie mehr zur Abstimmung «PSL 2020plus»

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