Lütisburg
Ausbaupläne, doch die alte Säge bleibt: Wie Franz und Christoph Wick die Sägerei im Unterrindal nutzen möchten

In der Sägerei im Unterrindal, die Franz und Christoph Wick vor einem Jahr übernommen haben, steht ein Sägegatter, das es nur noch an wenigen Orten gibt. Um dieses zu bedienen, ist viel Know-how nötig.

Beat Lanzendorfer
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Christoph (links) und Franz Wick vor der Säge, von denen es in der Region praktisch keine mehr gibt.

Christoph (links) und Franz Wick vor der Säge, von denen es in der Region praktisch keine mehr gibt.

Bild: Beat Lanzendorfer

In der Sägerei Mühlau im Unterrindal riecht es nach frisch gesägtem Holz. Christoph Wick steht am Sägegatter. Mit diesem schneidet der 24-Jährige Balken und Bretter bis zu einer Länge von 18 Metern. Das ist mit der Säge möglich, die im Jahre 1981 installiert wurde.

Christoph Wick.

Christoph Wick.

Bild: Beat Lanzendorfer
«Zurzeit arbeite ich an einem Spezialauftrag, denn es gibt nur noch vereinzelte Sägereien, die in der Lage sind, Balken dieser Länge anzufertigen.»

Die hier zugeschnittenen Balken würden hauptsächlich beim Bau von Scheunen und Dachstühlen verwendet. Im Toggenburg sei es seines Wissens die letzte dieser Art. Die Anlage stammt aus dem Hause des Sägemaschinenherstellers Wurster + Dietz aus dem deutschen Tübingen, das sich rund 30 Kilometer südlich von Stuttgart befindet.

65 Jahre hier gearbeitet

Die Säge im Unterrindal, das zur Gemeinde Lütisburg gehört, war bis am 31. Dezember 2019 im Besitz von Jakob Rutz. Er hatte sie 1955 im Alter von 24 Jahren gekauft, während 65 Jahren betrieben und im dazugehörigen Haus auch gewohnt. Auf den 1. Januar 2020 haben Franz Wick und sein Sohn Christoph die Sägerei übernommen. Sie führen in Lütisburg-Station einen Forstbetrieb.

Während eines Jahres hat der ausgebildete Forstwart Christoph Wick das Sägehandwerk vom 89-jährigen Jakob Rutz erlernt. Seit einigen Wochen trägt er nun die alleinige Verantwortung und hat Freude an der täglichen Arbeit mit dem Rohstoff Holz.

Verarbeitet werde in erster Linie Kundenholz, das der Auftraggeber vorbeibringe und nach seinen Wünschen zu Balken oder Brettern zugeschnitten werde. Franz Wick erklärt:

Franz Wick.

Franz Wick.

Bild: Beat Lanzendorfer
«Oft werden auch einzelne Baumstämme auf Wunsch des Kunden aufgesägt. Später kann sie der Schreiner dann zu Möbelstücken verarbeiten.»

Es komme oft vor, dass sich Kunden eine Eckbank, einen Tisch, einen Kasten oder andere Möbelstücke aus eigenem Holz anfertigen lassen. «Mit der Übernahme der Sägerei im Unterrindal ist nun auch etwas Grösseres möglich», sagt der Seniorchef lachend.

Hauptbetrieb mit Werkhof ist in Planung

Der 51-jährige Franz Wick hat sich vor über 25 Jahren selbstständig gemacht. Als Einmannbetrieb gestartet, zählt die Firma Franz Wick Holzerei + Holzenergie heute rund zehn Mitarbeitende. Die Firma sei in erster Linie in der Region tätig.

Nebst dem Handel und dem Vertrieb von Holz, Holzschnitzeln sowie Brenn- und Cheminéeholz, biete das Unternehmen verschiedene Dienstleistungen an. Dazu zählen Holzschläge, Rodungen, Baumpflege bis hin zu Hangverbauungen. Darüber hinaus führt Familie Wick einen landwirtschaftlichen Betrieb mit Milchwirtschaft in Altgonzenbach, Lütisburg Station.

Die Sägerei im Unterrindal – im Vordergrund das Wohnhaus, das einem Werkhof weichen muss.

Die Sägerei im Unterrindal – im Vordergrund das Wohnhaus, das einem Werkhof weichen muss.

Bild: Beat Lanzendorfer

Nach dem Erwerb der Sägerei im Unterrindal ist vorgesehen, den Firmensitz an den neuen Standort zu verlegen. «Wir planen das bisherige Wohnhaus abzubrechen und an dessen Stelle einen neuen Werkhof zu errichten», sagt Franz Wick. Wenn der anvisierte Zeitplan eingehalten werden könne, sei die Eröffnung 2022 oder 2023 geplant.