Lichtensteiger Gewerbepräsident zu Mehrverkehr im Städtli: «Die Ladenbesitzer versuchen, das Beste aus der Situation zu machen»

Der Präsident des Gewerbevereins gibt Auskunft über die Auswirkungen der Teilsperrung der Umfahrung auf die Geschäfte im Städtli. Er bedauert, dass der Kanton während der Bauzeit nicht Massnahmen für die Sicherheit der Fussgänger verfügt hat.

Interview: Martin Knoepfel
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Trotz dem Einsatz der Männer der Verkehrsregelung bilden sich auf dem Obertorplatz in Lichtensteig in den Stosszeiten Staus, hier am frühen Abend. (Bild: Urs M. Hemm)

Trotz dem Einsatz der Männer der Verkehrsregelung bilden sich auf dem Obertorplatz in Lichtensteig in den Stosszeiten Staus, hier am frühen Abend. (Bild: Urs M. Hemm)

Jürg Buff, Präsident Gewerbeverein Lichtensteig. (Bild: Sascha Erni)

Jürg Buff, Präsident Gewerbeverein Lichtensteig. (Bild: Sascha Erni)

Der Präsident des Lichtensteiger Gewerbevereins, Jürg Buff, bedauert, dass der Kanton Tempo 30 auf der Hauptgasse für die Bauzeit abgelehnt hat. Er betont, dass es in Lichtensteig weiterhin genug Parkplätze in der Nähe des Städtlis gibt. Jürg Buff ist 47-jährig und seit 2009 Inhaber des Heimelektronik-Fachgeschäfts «Fernsehpraxis Lichtensteig». Er hat das Präsidium des Lichtensteiger Gewerbevereins im Jahr 2015 übernommen.

Jürg Buff, spürt das Gewerbe in Lichtensteig, dass der ganze Verkehr Wil-Wattwil durchs Städtli geführt wird?

Ja, ganz eindeutig. Es zeigt sich nun, wie viel Verkehr die Umfahrung dem Städtli abnimmt. Es ist aber klar, dass die Tunnelsanierung nötig ist und dass die Anschlüsse der Umfahrung Lichtensteig an die Umfahrung Bütschwil erstellt werden müssen.

Der Lärm und der Staub ist mehr ein Problem für die Anwohner als für die Ladenbesitzer. Wir schliessen am Abend das Geschäft und gehen weg. Die Anwohner bleiben.

Haben Sie schon von Kunden gehört, die wegen des Staus Lichtensteig meiden?

Nein, nicht in grossem Stil. Ich habe aber gehört, dass Kunden Mühe haben, einen Parkplatz zu finden und zwei- oder dreimal um die Altstadt herumfahren mussten, bis sie einen freien Parkplatz sahen. Ein Teil der Parkplätze an der Hauptgasse und im Goldenen Boden ja aufgehoben worden. Wir haben allerdings immer noch genug Parkplätze, zum Beispiel auf dem Wolfhaldenplatz, im Parkhaus Wolfhalden, hinter der Fernsehpraxis AG oder an der Gerbestrasse – alle in einer Minute Gehdistanz zum Zentrum.

Lassen sich die Umsatzeinbussen des Gewerbes in Lichtensteig beziffern?

Dafür ist es zu früh. Man muss schon bis zum Beginn der Sommerferien warten, um eine Aussage zu machen. Wir schätzen unsere treue Kundschaft sehr. So hoffen wir, nicht zu hohe Einbussen hinnehmen zu müssen.

Wie beurteilen Sie die Verkehrsregelung auf dem Obertorplatz?

Soweit ich das beurteilen kann, machen die Verkehrskadetten es gut. Sie sind den ganzen Tag hier. Das ist auch nötig, sonst gäbe es noch mehr und längere Staus.

Was müsste man sonst noch tun, um die Folgen der teilweisen Sperrung der Umfahrung Lichtensteig zu mildern?

Der Verkehr in der Hauptgasse sollte verlangsamt werden. Es gab dort schon einen Unfall.

Wir haben bereits im Vorfeld in Gesprächen mit dem Kanton Tempo 30 in der Hauptgasse für diese Zeit vorgeschlagen.

Die Vertreter des Kantons haben das leider abgelehnt mit dem Hinweis auf gesetzliche Bestimmungen.

Weshalb sollte Tempo 30 in der Hauptgasse gelten?

Wir haben im Gespräch mit Vertretern des Kantons die Sicherheit der Fussgänger angesprochen. Der Fussgängerstreifen vor dem Volg darf momentan nicht mehr benutzt werden. Damit gibt es zwischen dem Ober- und dem Untertor keinen Fussgängerstreifen, der über die Hauptgasse führt. Die Ladenbesitzer versuchen, das Beste aus der Situation zu machen. So helfen zum Beispiel Ladenbesitzer älteren Kunden über die Strasse.

Gibt es auch positive Folgen?

Ja, die Autofahrer haben wegen der Staus mehr Zeit, Schaufenster zu betrachten. Ich habe von anderen Ladenbesitzern gehört, dass sie so neue Kunden gewinnen konnten, die viel eingekauft haben und die gesagt haben, dass sie wiederkommen wollten.

Haben Sie schon Albträume wegen der Vollsperrung der Umfahrung im Juli?

Eigentlich nicht, das wird vorbeigehen. Wir haben dann Betriebsferien. Andere Geschäfte werden das gleich handhaben.

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