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Lichtensteig: Wo die Kleinsten für die grosse Bühne begeistert werden

Bütschwiler Klassen sahen sich «Pingpong» an, ein Stück über Freundschaft vom Theater Salto & Mortale. Es war ein Angebot von Theater Lenz der PHS St.Gallen.
Cecilia Hess-Lombriser
Mit einigen wenigen Requisiten regten Clo Bisaz, Martina Binz und Brikan Çam (von links) die Fantasie der Kinder an. (Bild: Cecilia Hess-Lombriser)

Mit einigen wenigen Requisiten regten Clo Bisaz, Martina Binz und Brikan Çam (von links) die Fantasie der Kinder an. (Bild: Cecilia Hess-Lombriser)

«Wir wollen Kinder ans Theater heranführen, zeigen, wie wertvoll es ist, Themen aus einem anderen Blickwinkel zu beleuchten, sich mit Lebensthemen auf diese Weise auseinanderzusetzen», sagte Kristin Ludin von der Fachstelle Theater der Pädagogischen Hochschule (PHS) St.Gallen. Sie war zur Aufführung ins Chössi-Theater gekommen und freute sich am Schluss mit den Kindern, wie gut es der Schauspielerin Martina Binz und den beiden Schauspielern Clo Bisaz und Birkan Çam gelungen war, die Kinder zu fesseln und mit ihren eigenen Themen zu konfrontieren.

Lust auf die Kunst Theater anregen

Die drei Mimen von Salto & Mortale wissen, wie sie vorgehen müssen, damit Schülerinnen und Schüler von sechs Klassen im Theater gesittet einen Platz um den anderen belegen. Sie wiesen sie reihenweise ein.

Die Gastspielreihe Theater Lenz ermöglicht Begegnungen zwischen Künstlern, Veranstaltern, Lehrpersonen und Kindern. Sie soll Kindern vom Kindergarten bis zur letzten Klasse die Möglichkeit geben, gutes Theater in einem Kleintheater in ihrer Region zu erleben. Das Stück «Pingpong» ist das Angebot für die Mittelstufe und im Fall der Region Toggenburg war das «Chössi» das ausgewählte Kleintheater.

Es war die erste von neun Aufführungen in der Ostschweiz im Rahmen von Theater Lenz. Und sie vermittelte den Kindern die Faszination von fein gemachtem Theater. Drei Leute, ein paar Kisten auf Rollen, die alles enthalten, was es für die Spielszenen an verschiedenen Orten braucht, viel Mimik, Körperausdruck, schnelle und langsame Bewegungen, laute und leise Töne, viel Gefühl und eine schön gesprochene Sprache waren die Zutaten, die für die Geschichte nötig sind, die Kinder aus eigene Erfahrung kennen; die Gefühle zum Ausdruck bringt, die in diesem Alter bewegen, die zeigt, dass es normal ist, dass nicht immer alles einfach und schmerzlos läuft.

Erwachsen werden bedeutet auch Schmerz

Die Geschichte erzählt von zwei Knaben, die zu Freunden werden, Daniel und Jex. Und von Daniels verliebter Schwester Nicole. Am Anfang sind alle drei in der Primarschule; am Ende alle erwachsen. Dazwischen liegt ein gemeinsames Jahr mit Tischtennis und Playstation, Spass und Streit, Heimweh und Sehnsucht, haufenweise Crèmeschnitten, Träumen und einem misslungenem Rendezvous.

Über Nacht verändert sich alles. Jex und seine Familie werden ins Heimatland zurückgeschafft. Nicoles Geschenk bleibt ungeöffnet, ihr Brief ungelesen. Jex sitzt im Flugzeug. Und Daniel wieder allein in der Schule. Sie sind getrennt, die Erinnerung bleibt.

Jahre später kommt es zu einem Wiedersehen dank den sozialen Medien. Das Ende bleibt offen. Jeder muss seinen eigenen Weg gehen, so die Erkenntnis. Die Freundschaft dauert dennoch an; über Grenzen hinweg. Freundschaft ist eine Angelegenheit des Herzens.

Der Wert und die Kraft einer Freundschaft

«Pingpong» entstand im Austausch mit einer fünften Schulklasse aus dem aargauischen Reinach. Ihre Überlegungen und Aussagen sind aufgenommen worden und werden im Stück wiedergegeben. Das schafft Nähe zu den zusehenden Kindern. Sie kennen das.

Das war auch in Lichtensteig zu beobachten. Zu Beginn reagierten die Kinder spontan und laut. Da und dort fiel eine Bemerkung auch während der weiteren Aufführung, aber sonst war die volle Aufmerksamkeit da. Einzig das zunehmende Fussscharen verriet die ungeübten Theaterbesucher.

Im Stück werden Vorurteile und Kulturunterschiede angesprochen und dennoch finden die Protagonisten verbindende Gemeinsamkeiten. Das Interesse für das andere Geschlecht begleitet durch die ganze Aufführung, wenn auch einseitig. Der Wert der Freundschaft steht im Mittelpunkt. Das Aufbauende, das Bestärkende – und der Schmerz, der mit der Trennung einhergeht. Es ist ein Lebensthema, das Kindern begegnet.

Teilweise waren die Kinder in ihren Klassen auf das Theater vorbereitet worden. Anschliessend folgte die individuelle Nachbearbeitung. Eine weitere Chance für die Kinder, sich geführt mit den eigenen Themen aus einer anderen Perspektive auseinanderzusetzen.

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