Lichtensteig
Präsidentenwechsel bringt Chance für Reorganisation

Nach acht Jahren legt Urban Kressibucher das Präsidentenamt im Verein Chössi Theater nieder. Um ihn und weitere Vorstandsmitglieder, die aus dem Amt scheiden, zu ersetzen, wurde einiges unternommen.

Sabine Camedda
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Das Chössi Theater in Lichtensteig geniesst beim Publikum und in Künstlerkreisen einen guten Ruf.

Das Chössi Theater in Lichtensteig geniesst beim Publikum und in Künstlerkreisen einen guten Ruf.

Bild: Sabine Camedda

Der Verein, der das Chössi Theater in Lichtensteig betreibt, nahm den anstehenden Präsidentenwechsel zum Anlass, um mit einer Reorganisation öffentlich für eine Mitarbeit zu werben. Rund 35 Personen, darunter Seraina und Nina Kobelt, Daniel Treyer und Stephan K. Haller, haben im vergangenen November an einer Infoveranstaltung teilgenommen oder sich danach gemeldet.

Sie hätten damals bereits Interesse an der Vorstandsarbeit bekundet, nicht zuletzt, weil sie sich mit ihrem beruflichen Hintergrund für eine Mitarbeit im Vorstand kompetent und bereit fühlen.

Vier Personen, die sich ergänzen und gemeinsam funktionieren

Nach mehreren digitalen Sitzungen lud Daniel Treyer im Frühling die übrigen, also Seraina und Nina Kobelt, Stephan K. Haller sowie den nun designierten Präsidenten zu einem physischen Treffen ein. Dieser habe nach telefonischer Nachfrage abgesagt, erzählt Daniel Treyer. Der Abend sei der Beginn von einem regen Austausch mit den drei anderen gewesen. «Wir haben mit der Zeit herausgefunden, dass wir uns ergänzen und gemeinsam gut funktionieren können», erzählt Seraina Kobelt.

So kam die Idee auf, dass sie sich gemeinsam für die Vorstandsarbeit bereit erklären und an der Mitgliederversammlung zur Wahl stellen. «Für uns war aber von Anfang an klar, dass wir es nur gemeinsam machen», sagt Nina Kobelt. Entsprechend hätten sie sich für die Vorstandsarbeit beworben.

Die Geister scheiden sich an einem Transformationsprojekt

An mehreren Treffen haben sich die vier überlegt, wie es mit dem Chössi Theater weitergehen könnte und ob es dafür grössere Veränderungen brauche. «Wir haben uns auch überlegt, ob wir ein Transformationsprojekt ausarbeiten und dem Kanton einreichen sollen», erklärt Daniel Treyer. Mit solchen Projekten, die ausschliesslich vom Kanton finanziert werden, können neuartige, coronakonforme Veranstaltungen durchgeführt werden.

«Wir hielten diese Kantonsbeiträge und damit verbundene neue Projekte angesichts der Pandemie für unumgänglich und wichtig für Kleintheater», sagt Nina Kobelt. Der Vorstand habe aber abgewunken. «Er wollte weder, dass wir ein Projekt ausarbeiten und an der Mitgliederversammlung präsentieren noch, dass überhaupt ein konkreter Antrag an den Kanton gestellt wird», ergänzt Seraina Kobelt.