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Lichtensteig: Mathias Müller will ein Vertreter des ländlichen Raumes sein

Der Stadtpräsident von Lichtensteig, Mathias Müller (CVP) kandidiert als Nationalrat. Führ ihn erfolgte in den letzten Jahren die Entwicklung zu sehr in den grossen Städten.
Martin Knoepfel
Der Lichtensteiger Stadtpräsident Mathias Müller vor seinem Arbeitsplatz, dem Stadthaus. (Bild: Martin Knoepfel)

Der Lichtensteiger Stadtpräsident Mathias Müller vor seinem Arbeitsplatz, dem Stadthaus. (Bild: Martin Knoepfel)

Mathias Müller ist Stadtpräsident von Lichtensteig und Toggenburger CVP-Kantonsrat und Klangwelt-Präsident. Er ist zudem gesundheitspolitischer Sprecher der CVP-GLP-Fraktion im Kantonsparlament.

Da darf die Frage nicht fehlen, was man seiner Ansicht nach tun soll, um die Kostensteigerung im Gesundheitsbereich zu bremsen. Die Gesundheitskosten sind ja seit Jahren auf Spitzenränge im Sorgenbarometer abonniert.

«Mengenausweitung stoppen»

Es gelte, den Filz aufzulösen, der entstehe, wenn viele National- und Ständeräte in Gremien von Krankenkassen oder Pharmafirmen sitzen. «Wichtig ist es, die Mengenausweitung zu stoppen. Das heutige System enthält Anreize zur Mengenausweitung», sagt Mathias Müller.

Er will ferner bei den Medikamentenpreisen ansetzen. «Medikamente dürfen in der Schweiz etwas teurer sei als im Ausland, aber der Unterschied ist zu gross.»

Zugleich gelte es, die Ärzte, von denen einige horrend entlöhnt würden, in die Pflicht zu nehmen. «Man muss aber auch die Eigenverantwortung der Menschen stärken und über den Selbstbehalt diskutieren», fügt Mathias Müller an.

Pflegefinanzierung als Beispiel für falsche Politik

Wenn man die Kostensteigerung im Gesundheitswesen bremsen wolle, gehe es nicht ohne Druck auf den Bund, ist er überzeugt und nutzt die Gelegenheit für ein Plädoyer für die Volksinitiative der CVP Schweiz. Sie will den Bund zwingen, Massnahmen zu ergreifen, wenn die Gesundheitskosten stärker als die Wirtschaftsleistung und die Löhne steigen.

Mathias Müller verspricht sich von der Initiative, dass sie das Schwarz-Peter-Spiel unter den Akteuren im Gesundheitswesen beendet.

«Ein Beispiel, wie man es nicht machen sollte, findet man in der Pflegefinanzierung. Der Bund senkte den Kostenanteil der Krankenkassen in der ambulanten Pflege und erhöhte ihn in der stationären Pflege».

Man müsse aber die heutige Qualität im Gesundheitswesen halten, hält der Lichtensteiger Kantonsrat fest.

Gegen den Druck aus städtischen Gebieten

Für die Landwirtschaft stehen in den nächsten Jahren wichtige Weichenstellungen bevor. «Die Bauern benötigen weiterhin Direktzahlungen, und sie benötigen dazu den Rückhalt von Vertretern aus ländlichen Gebieten. Die Direktzahlungen sollen zu den Bauern fliessen, nicht in Projekte dazwischen», sagt Mathias Müller.

Aus städtischen Gebieten komme Druck auf die produzierende Landwirtschaft. Da müsse man dagegenhalten, damit sich die landwirtschaftliche Produktion auch in den Berggebieten auszahle.

Für DAS Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Staaten

Die Schweiz hat sich mit den Mercosur-Staaten auf ein Freihandelsabkommen (FHA) geeinigt. Dieses ist aber noch nicht ratifiziert worden. Zudem laufen Gespräche mit den USA über ein FHA.

Er sei grundsätzlich für ein FHA mit den Mercosur-Staaten und auch für ein allfälliges FHA mit den USA. In der Schweiz seien die Ansprüche an die Landwirtschaft jedoch hoch, was den Natur- und den Tierschutz angehe.

«Bedenken des Bauernverbandes ernst nehmen»

Er lehne Aufweichungen in diesen Bereichen und auch einen Preiskampf ab, sagt Mathias Müller. Man müsse die Bedenken des Bauernverbandes ernst nehmen und verhindern, dass die Landwirtschaft in der Schweiz allzu stark unter Druck gerate, fordert er.

In Südamerika und in den USA würden die Bauern unter ganz anderen Voraussetzungen als hierzulande produzieren, sagt Mathias Müller und illustriert das mit einem Beispiel aus der Familie. «Mein Schwiegervater führte in Südamerika eine Farm mit 30000 Hektaren und 10000 Tieren», sagt der Mathias Müller. Da könnten die Bauern im Toggenburg nicht mithalten.

Kritik an Regeln für Bauen ausserhalb der Bauzonen

Die Landwirtschaft ist auch von der Raumplanung betroffen. Für Mathias Müller ist das Bauen ausserhalb der Bauzonen zu kompliziert.

«Mit jeder Revision des Raumplanungsgesetzes gibt es mehr Vorschriften».

Das treffe die Bauern im ganzen Toggenburg. «Es braucht Nationalräte aus dem ländlichen Raum, die mit diesen Problemen vertraut sind», sagt Mathias Müller.

Mehr dort arbeiten, wo man lebt

Überhaupt sei die Entwicklung in den vergangenen Jahren zu stark auf die grossen Städte konzentriert gewesen. Da müsse ein Umdenken einsetzen, findet Mathias Müller.

Statt alles in Zürich zu konzentrieren, sollte man vermehrt dort arbeiten können, wo man lebe und so die Mobilität reduzieren. «Mit dem Coworking-Space fördern wir das in Lichtensteig.»

«Niemand kann für ein ‹Weiter so› sein»

Die Klimadiskussion ist das Thema dieses Sommers. Niemand könne die «Explosion der Mobilität» in den letzten Jahrzehnten und die Entstehung der Wegwerfgesellschaft gut finden und für ein «Weiter so» plädieren, ist Mathias Müller überzeugt.

Er will im Gebäudebereich vermehrt auf einheimische Energieträger wie Holz setzen, die Erdöl und -gas ersetzen sollen. «Das bietet gerade im Toggenburg ein grosses Potenzial.»

Das Energietal Toggenburg sei ja ein landesweites Vorzeigeprojekt, sagt er. Viel verspricht er sich auch von grösseren Anstrengungen in der Energieforschung. Ein Verbot von Ölheizungen unterstützt er mit dem Vorbehalt «mittelfristig».

Für Fotovoltaik-Anlagen auf Scheunendächern

Um die Elektrizität aus den Kernkraftwerken zu ersetzen, setzt Mathias Müller auf einen ganzen Strauss von Massnahmen. Zum einen zählt er auf den Effekt des Energiesparens dank Gebäudesanierungen. Gebäudesanierungen würden zugleich Aufträge für Handwerker bringen, sagt er.

Zum andern setzt er auf die Förderung von Wasser- und Windkraft sowie von Fotovoltaik, Energiespeicherung und Wasserstoffwirtschaft. «Die grossen Dächer der Scheunen kann man für die Stromproduktion nützen.»

«Wünschenswertes und machbares Emissionsziel»

Es gelte, weniger Energie zu verbrauchen und etwa die Mobilität zu reduzieren, schlägt Mathias Müller den Bogen zur Raumplanung. Bundesrätin Simonetta Sommaruga hat als Ziel formuliert, dass die Netto-Emissionen der Schweiz bei CO2 bis 2050 auf Null sinken.

Mathias Müller sieht das als wünschenswert und als machbar an, nicht zuletzt dank Innovationen. «Da ist viel in der Pipeline.»

Master für Gemeindeentwicklung

Mathias Müller wurde 1982 geboren. Er wuchs in Dreien mit sechs Geschwistern auf. Er absolvierte die Gemeindelehre in Mosnang und bildete sich vielseitig weiter bis zum Master in Gemeindeentwicklung.

Seit 15 Jahren ist Mathias Müller für die Gemeinde Lichtensteig tätig, zuletzt als Ratsschreiber und seit 2013 als Stadtpräsident. Seit 2016 vertritt er die CVP im Kantonsrat.

Matthias Müller ist verheiratet und Vater zweier kleiner Kinder. Seine Hobbys sind die Familie, Bergläufe in der Region, Fussball und die Politik.

Welche Fahne würden Sie sich vor das Haus hängen?

Meine Lichtensteiger Fahne. Sie hängt nur noch nicht.

Welches Buch nehmen Sie auf eine einsame Insel mit?

Ich nehme kein Buch mit, sondern einen Fussball. Ein Buch ist irgendwann durchgelesen, der Ball bleibt rund.

Was sagt Ihre Frau, wenn Sie gewählt werden?

Sie freut sich, gratuliert mir und wünscht mir Glück.

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