Lichtensteig
Das Chössi-Theater rüstet sich fürs Jahr 2021 – Gofechössi überträgt unterdessen das «Schtärnäfunklä» live

Chössi und Gofechössi haben für die kommende erste Hälfte der Saison ein vielfältiges Programm zusammengestellt. Vieles davon retteten sie aus dem Coronajahr ins 2021. Der Saisonstart verzögert sich jedoch wegen der Pandemie bis mindestens zum 23. Januar.

Sascha Erni
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Corona sorgt für organisatorische Herausforderungen, zum Beispiel fand das «Schtärnäfunklä» dieses Jahr nicht in der Bahnhofshalle, sondern im Theatersaal statt.

Corona sorgt für organisatorische Herausforderungen, zum Beispiel fand das «Schtärnäfunklä» dieses Jahr nicht in der Bahnhofshalle, sondern im Theatersaal statt.

Bild: PD

Auch abgesehen von Corona war es ein intensives Jahr fürs Chössi-Theater. Besonders die Vorarbeiten für die kommende Eigenproduktion «Verzell emol vo de Toggeburger Gschicht» gaben viel zu tun. Diese Vorarbeiten seien auf gutem Weg, freut sich Urban Kressibucher. Falls es die Lage zulässt, könne man im Februar mit den Proben beginnen, so der scheidende Vereinspräsident des Chössi-Theaters.

Auch intern stand einiges an, denn es zeichnen sich für die kommenden zwei Jahre viele Vakanzen in Vorstand und Programmteam ab. Die Suche nach Interessenten, die das Chössi tatkräftig unterstützen wollen, laufe jedoch gut, erklärt Kressibucher. Der Aufruf, beim Chössi mitzumachen, bleibe aber weiterhin bestehen: «Jetzt wäre der ideale Zeitpunkt zum Einsteigen.»

Gofechössi sendet «Schtärnäfunklä» live via Zoom

Die Gofechössi-Veranstaltungsreihe «Schtärnäfunklä» sind vier Geschichtenabende für kleine und grosse Zuhörerinnen und Zuhörer in stimmungsvoller, ruhiger, adventlicher Atmosphäre im Chössi-Theater beim Bahnhof Lichtensteig. Aufgrund der aktuellen Coronabestimmungen muss das Gofechössi eine Zwangspause einlegen, was die Vorstellungen im Theater betrifft. Doch die Verantwortlichen haben eine Lösung gefunden, damit die Familien trotz Corona live bei den letzten beiden «Schtärnäfunklä» in diesem Jahr mit dabei sein können. Das Gofechössi sendet das Schtärnäfunklä am Mittwoch, 16. und Mittwoch, 23. Dezember, um 18.00 Uhr, live via Zoom. Via folgendem Link gelangen Interessierte zur Live-Übertragung: https://zoom.us/j/98317093522

Susanne Roth führt durch die Veranstaltung und Jörg Bohn erzählt eine spannende Geschichte. Möglich wird diese Übertragung dank der Unterstützung von Tobias Kobelt vom Macherzentrum in Lichtensteig. (pd/dh)

Umfangreiches Programm mit viel Musik

Bis zum 22. Januar 2021 bleibe das Chössi aber definitiv geschlossen, so Kressibucher. Aller coronabedingten Widrigkeiten zum Trotz kann sich das Programm für die erste Hälfte 2021 sehen lassen. Voraussichtlich eröffnet Suramira Vos, Preisträgerin des Nachswuchswettbewerbs «Jungsegler», am 23. Januar die Saison. Mit der musikalischen Wiener Melange von «Cobario» (27. Februar) und dem Liederabend mit «Riklin & Schaub» (6. März) sowie Schweizer Pop mit Vera Kaa (6. Februar) oder dem Jaël Akustiktrio (10. April) erhält in dieser Saison die Musik einen besonderen Platz.

Auch kabarettistisch wird einiges geboten, etwa mit der «UniVerität» von Veri (1. Mai) oder den Erfindungen von Stefan Heuss (29. Mai). Mit Jens Nielsen (8. Mai) kommt auch literarisches Theater zum Dürrenmattjahr auf die Chössi-Bühne.

Das Gofechössi bringt sich mit dem «Figurentheater PhiloThea» (15. Mai), dem «Theater Eisenbarth» (17. April), «Silberbüx» (20. März) und weiteren Produktionen fürs 2021 in eine gute Position.

Das neue Programm der beiden Vereine sieht auf den ersten Blick bereits bekannt aus, was nicht verwundert: Grossmehrheitlich handelt es sich um Künstlerinnen und Künstler, deren Auftritte ins kommende Jahr verschoben werden mussten. Dies zu ermöglichen sei mit einem gewissen organisatorischen Aufwand verbunden gewesen, weiss Stephan K. Haller vom Gofechössi.

Schulanlässe abgesagt

Die Vorstellungen für Schulen und Kurse sind bis zum Sommer abgesagt, Haller und sein Team hoffen, ab Februar mit kleinem Publikum wieder öffentlich Theater zeigen zu dürfen. Denn die Gofechössi-Veranstaltungen stossen laut Stephan K. Haller auf grosses Interesse. Beim letzten «Schtärnäfunklä» der Saison mussten gar zwanzig Personen abgewiesen werden. Die Bevölkerung will Kultur, ergänzt Haller.

«Wir prüfen derzeit die Realisation von anderen Formaten, wie Videos aus dem Theater.»

Zudem sei wieder Zirkusvorstellungen im Juli geplant, wenn man draussen spielen kann.

Situation bleibt schwierig

Es sei noch nicht absehbar, wie sich die Pandemie und damit verbunden die einschränkenden Massnahmen aufs Chössi-Theater und das Gofechössi auswirken werden, sind sich Urban Kressibucher und Stephan K. Haller einig. «Wir wissen noch nicht, ob ab Februar Theater tatsächlich möglich sein wird», sagt Kressibucher. Auch eine weitere Einschränkung der Besucherzahl wäre für den Betrieb ein Problem. «Ich hoffe, dass die reiche und innovative Schweizer Theaterszene erhalten werden kann», zeigt sich Haller nachdenklich. Stehen und fallen wird es mit dem Publikum, und hier sind die beiden vorsichtig optimistisch: Das Publikum wird weiterhin ins Theater kommen wollen.

Vollständiges Programm und weitere Informationen: www.choessi.ch und www.gofechoessi.ch

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