Libingen
Verein sammelt Spenden für den Neubau des Alpstalls auf der Meiersalp – auch ein Massenlager und WC sind geplant

Vor über 100 Jahren hat der Landwirtschaftliche Verein Untertoggenburg die Meiersalp erworben. Nun will er dort einen Neubau realisieren. Mit Hilfe von Crowdfunding über die Raiffeisenbank soll das Projekt umgesetzt werden. Spender leisten damit einen nachhaltigen Beitrag zur Förderung der Alpgebiete.

Felicitas Markoff
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Die Meiersalp gilt als beliebter Ort für Wanderer und Naturliebhaber.

Die Meiersalp gilt als beliebter Ort für Wanderer und Naturliebhaber.

Bild: PD

Oberhalb von Libingen liegt die Meiersalp, mit Aussicht auf den Säntis und die Churfirsten. Sie ist von steilen Weiden umgeben und als Erholungsgebiet bekannt. Mittendrin befindet sich der Alpstall und das gemütliche Alprestaurant. Der Hauptstall wurde 1925 erbaut und ist dementsprechend in die Jahre gekommen. Damit sich auch zukünftige Generationen weiterhin auf der Meiersalp erfreuen können, setzt sich der Landwirtschaftliche Verein Untertoggenburg in Zusammenarbeit mit der Raiffeisenbank für die Finanzierung eines Neubaus ein. Die Spendengelder für dieses Projekt werden über die Website lokalhelden.ch gesammelt.

Strom mit Solarenergie

Auf den Wiesen weiden im Sommer gut 70 Rinder. Sie sorgen dafür, dass das Gebiet vor Verwaldung geschützt und die Biodiversität aufrechterhalten wird. Deshalb hat der Verein für die Rinder einen Laufstall geplant. Für das Alppersonal und die Gäste ist eine Sanitäranlage vorgesehen und unter dem Dach, neben dem Strohraum, soll ein Massenlager entstehen.

Der Verein plant das Gebäude als Holzbau, der sich harmonisch in die idyllische Landschaft einfügt. Der Sitzplatz soll wieder vor dem Alpstall errichtet werden. Eine Fotovoltaikanlage mit Speicher sorgt dafür, dass der Strom mit Solarenergie produziert werden kann. So entstehen kaum mehr Lärm- und Abgasemissionen. Ein Dieselgenerator soll nur in Notfällen zum Einsatz kommen.

Realisierung eines tierfreundlichen Alpstalls

Damit auch zukünftige Generationen die Meiersalp vor Verbuschung schützen können und die Artenvielfalt erhalten bleibt, will der Verein mit den Investitionen ein Zeichen für die Zukunft setzen: So sollen Traditionen wie das Heuen durch die Landjugend weitergelebt werden.

Ruedi Hardegger ist seit 2013 Präsident des Landwirtschaftlichen Vereins Untertoggenburg und erklärt, warum dieses Projekt so wichtig ist:

«Zum Wohl der Allgemeinheit und mit Blick in die Zukunft müssen wir investieren, da wir den Fortschritt nur mangelhaft erfüllen.»

Damit das Projekt an Reichweite gewinnt, arbeitet der Verein mit der Raiffeisenbank zusammen. Seit einer Woche ist das Projekt über die Website lokalhelden.ch in der Finanzierungsphase. Doch Hardegger sagt: «Es braucht eine gewisse Anlaufzeit, um die Menschen auf das Projekt aufmerksam zu machen. Aktuell geht es noch schleppend voran.» Das minimale Finanzierungsziel beträgt 60'000 Franken. Auch die Baubewilligung erforderte Geduld. Da die Alp in einem Landschaftsschutzgebiet liegt und die Zufahrt schlecht ist, hat die Abklärung der Behörden eine Weile gedauert. Doch im Frühling hat der Verein grünes Licht für die Baubewilligung erhalten.

Material muss mit Helikopter zur Alp geflogen werden

Was die Kosten für den Neubau enorm in die Höhe schiessen lässt, ist der Einsatz des Helikopters. Weil die Zufahrt zur Alp sehr steil ist, muss das Baumaterial durch die Luft transportiert werden. Der Verein wird somit vor eine grosse Herausforderung gestellt: Gemäss Offerte wird mit Baukosten von über 550'000 Franken gerechnet. Für den Investitionskredit fehlen dem Verein noch 120'000 Franken. Ruedi Hardegger sagt:

«Aus Erfahrungen der Bauunternehmer gehen die Einsätze mit dem Helikopter sehr schnell, was auch in unserem Interesse ist.»

Der Transport mit dem Helikopter dauert pro Tag etwa zwei bis drei Stunden. Andere Transportvarianten sind geprüft worden, waren aber aufgrund der schlechten Zufahrt nicht möglich. Hardegger sagt: «Wir versuchen möglichst so zu bauen, dass nur das Nötigste mit dem Helikopter geflogen werden muss.»

Das gemütliche Alprestaurant auf der Meiersalp soll auch in Zukunft weiter bewirtschaftet werden.

Das gemütliche Alprestaurant auf der Meiersalp soll auch in Zukunft weiter bewirtschaftet werden.

Bild: PD

Ende August soll der Stall abgebrochen werden

Wenn die Spendenaktion erfolgreich verläuft und die Rinder wieder im Tal sind, soll Ende August mit dem Abbruch des bestehenden Stalls begonnen werden. Das Aushubmaterial wird herausgenommen und die Baugrube wird erstellt, sagt Hardegger. Für den August hat der Verein auch eine Informationsveranstaltung zum Thema Neubau geplant. Die Teilnehmer sollen nicht nur über das Bauprojekt informiert werden, ihnen soll auch die Alpwirtschaft ein Stück näher gebracht werden.