Leichtathletik
«Die Hoffnung auf Olympia ist bei mir noch nicht gestorben»: Chiara Scherrer aus Bütschwil möchte sich über 3000 Meter Steeple noch für Tokio qualifizieren

Trotz im März erlittener Verletzung und dem dadurch eingehandelten Trainingsrückstand glaubt die Toggenburgerin Chiara Scherrer weiterhin an eine Olympiateilnahme.

Beat Lanzendorfer
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Chiara Scherrer (Mitte) konnte am vergangenen Wochenende bei der Team-EM in Rumänien mit dem dritten Platz über 3000 Meter Steeple überzeugen.

Chiara Scherrer (Mitte) konnte am vergangenen Wochenende bei der Team-EM in Rumänien mit dem dritten Platz über 3000 Meter Steeple überzeugen.

Bild: Ulf Schiller

Wie gut die 25-jährige Bütschwilerin Chiara Scherrer nach ihrer im März erlittenen Verletzung und dem dadurch eingehandelten Trainingsrückstand bereits wieder ist, zeigte sie am vergangenen Wochenende.

An der Leichtathletik Team-EM im rumänischen Cluj steuerte sie für die Schweiz über 3000 Meter Steeple den dritten Platz bei. Am Ende resultierte für die Schweiz der vierte Gesamtrang.

«Ich musste mich in den letzten Monaten zurückkämpfen und hatte nur wenig Vorbereitungszeit für die Wettkämpfe.»

Das sagt Scherrer im Gespräch mit unserer Zeitung. Seit dem letzten Wochenende sei es aber deutlich besser. «Jetzt bin ich auf dem richtigen Weg.»

Dieser Weg sieht vor, dass für die Olympiaqualifikation eine Zeit von 9:30 Minuten gefordert ist. «Zum jetzigen Zeitpunkt wäre dies für mich aber eher unrealistisch, weil ich nach meiner Verletzung erst zwei Wettkämpfe bestreiten konnte.» Zum Vergleich: In Cluj lief sie in 9:45 Minuten ins Ziel. Die Steigerung gegenüber den Schweizer Meisterschaften in Uster, bei denen sie als Siegerin hervorging, war aber offensichtlich. Anfang Juni benötigte sie für die Strecke noch zehn Sekunden länger.

Obwohl sie die geforderte Zeit für die Olympischen Spiele im Juli/August in Tokio noch nicht geschafft hat, hofft die Toggenburgerin weiterhin auf eine Olympiateilnahme.

Eine letzte Chance bleibt noch

Laut Chiara Scherrer seien für das olympische Rennen 45 Läuferinnen startberechtigt. Zurzeit hätten aber lediglich rund 28 die geforderte Limite von 9:30 Minuten erfüllt. Deshalb hofft Chiara Scherrer, via World Ranking – bei dem sie aktuell ungefähr Position 45 einnimmt – noch auf den Olympiazug aufspringen zu können.

Eine weitere Möglichkeit, auf sich aufmerksam zu machen, bietet sich der Toggenburgerin am kommenden Dienstag beim internationalen Leichtathletik-Meeting in Luzern.

«Nächsten Dienstag wird das Ziel sein, nochmals eine schnelle Zeit und einen guten Rang zu erzielen, das würde mir erneut Punkte für das World Ranking einbringen.»

Nach diesem Rennen wird Swiss Olympic die definitiven Selektionen vornehmen. Sollte Chiara Scherrer auf der Liste erscheinen, ginge für sie ein Traum in Erfüllung. «Die Hoffnung auf Olympia ist bei mir noch nicht gestorben.» Sie hätte dann noch gut einen Monat Zeit, um ihren Formaufbau weiter voranzutreiben.