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Lehrlings-Meisterschaften SwissSkills: Mosnangerin holt nationalen Titel für das Toggenburg

Die 17-jährige Rahel Brändle aus Mosnang gewinnt in Bern die Goldmedaille bei den Bodenlegern der Fachrichtung textile und elastische Beläge. Ihr ebenfalls in der Gemeinde wohnhafter Berufskollege Lukas Birchler holt Rang 6.
Beat Lanzendorfer
Rahel Brändle wird am Sonntagabend beim Bahnhof in Bütschwil von ihrer Familie, ihren Freunden und ihren Fans frenetisch gefeiert. Rechts von ihr, im blauen T-Shirt, der Sechstplatzierte Lukas Birchler. (Bilder: Beat Lanzendorfer)

Rahel Brändle wird am Sonntagabend beim Bahnhof in Bütschwil von ihrer Familie, ihren Freunden und ihren Fans frenetisch gefeiert. Rechts von ihr, im blauen T-Shirt, der Sechstplatzierte Lukas Birchler. (Bilder: Beat Lanzendorfer)

In der Post-Finance-Arena – dort, wo in der Regel den Eishockey-Spielern des SC Bern der Jubel entgegenbrandet – nimmt am Samstagabend die 17-jährige Mosnangerin Rahel Brändle die Ovationen der mehreren tausend Zuschauer entgegen.

Als einzige Frau von acht Teilnehmenden, die aus rund 100 Lehrlingen die Qualifikation für die SwissSkills geschafft haben, holt sie sich in der Berufsgattung Boden-/Parkettleger (textile und elastische Beläge) den Schweizer Meistertitel. Das Aussergewöhnliche: Mit Lukas Birchler erreicht ein weiterer Mosnanger Platz 6.

Ivan Oberhänsli (links) und Erwin Meile sind stolz auf ihre Schweizer Meisterin Rahel Brändle.

Ivan Oberhänsli (links) und Erwin Meile sind stolz auf ihre Schweizer Meisterin Rahel Brändle.

Beide sind im dritten Lehrjahr und absolvieren ihre Ausbildung bei der Oberhänsli AG Parkett und Bodenbeläge, Mosnang. Gemeinsam besuchen sie auch die Berufsschule in Flawil. Die «Überbetrieblichen Kurse» finden im aargauischen Oberentfelden statt. Mit den dort abgelieferten Leistungen sind sie von den dortigen Experten für die SwissSkills nominiert worden.

Die Vorbereitung ist intensiv und ziemlich anstrengend

Vier Tage, von Mittwoch bis Samstag letzter Woche, dauern die Wettkämpfe der SwissSkills in Bern. Hierbei handelt es sich um die Schweizer Meisterschaften nichtakademischer Berufe der Branchen Handwerk, Industrie und Dienstleistung – mittendrin Rahel Brändle. Für sie beginnt die Anspannung aber nicht erst am Tag der Anreise.

Vor gut einem Monat erfahren die Teilnehmenden, was von ihnen verlangt wird. Mit den Belägen Linoleum, PVC und Teppich soll auf einer vorgegebenen Fläche ein Modell erarbeitet werden, auf dem ein geöffnetes Sackmesser zu sehen ist. Die reine Arbeitszeit beträgt 26.5 Stunden. Die Kandidaten dürfen die dafür erforderlichen Werkzeuge selber mitbringen.

Um dieses Prüfungsmodell aus Linoleum, PVC und Teppich zu schaffen, hatten die Kandidaten 26,5 Stunden Zeit.

Um dieses Prüfungsmodell aus Linoleum, PVC und Teppich zu schaffen, hatten die Kandidaten 26,5 Stunden Zeit.

Mit einer Trainingswoche bereiten sich Rahel Brändle und Lukas Birchler auf den Wettkampf vor. Zugute kommt ihnen, dass im Betrieb bereits ein ehemaliger Schweizer Meister arbeitet. Pascal Wessner holte sich 2012 den Titel. Er gibt viele wertvolle Tipps und nimmt sich auch nach Feierabend Zeit, die Übungsarbeiten zu begutachten.

Der Chef steht hinter dem Projekt

Hinter dem Projekt SwissSkills stehen auch Geschäftsführer Ivan Oberhänsli und Ausbildner Erwin Meile. Beiden sind der Stolz und die Freude darüber, was ihre Lehrtochter geschafft hat, am Montagmorgen während des Gesprächs deutlich anzusehen. «Rahel ist eine ganz ruhige Schafferin. Ihr exaktes Arbeiten ist ihr beim Wettkampf sicherlich entgegengekommen», sagt Ivan Oberhänsli.

Und weiter: «Ich hatte am Samstagabend nach der Rangverkündigung die Gelegenheit, mit einigen Experten zu sprechen. Sie haben mir bestätigt, dass nur die Arbeit von Rahel für den ersten Platz in Frage gekommen ist, weil es schlicht die beste war.»

Die Rangverkündigung ist eine spannungsgeladene Angelegenheit. Die drei Besten jeder Berufsgruppe werden von einem Experten diskret zur Seite genommen. Die Reihenfolge wird aber erst auf der Bühne bekannt gegeben. Nach der Ansage «Schweizer Meisterin Rahel Brändle» ist der Toggenburger Jubel im weiten Rund des Eis-Stadions deutlich hörbar.

Nervös war sie lediglich zu Beginn des Wettkampfes

Auf die Frage, ob sie auch so etwas wie Nervosität spürte, antwortet Rahel Brändle: «Am Anfang war ich schon etwas nervös, vor so viel Publikum zu arbeiten. Dadurch, dass ich mich auf meine Arbeit konzentriert habe, hat sich das aber schnell gelegt.»

Die Besucher, die Veranstalter berichten von rund 120'000, haben höchstens noch etwas von ihr gehört, wenn etwas nicht auf Anhieb geklappt hat. Nach einem freien Tag heute Montag startet für Rahel Brändle morgen Dienstag wieder der Alltag. Und bald beginnt die Vorbereitung zur Abschlussprüfung im Sommer 2019, denn schliesslich möchte sie auch dort zu den Besten gehören.

Werbeplattform für die Berufslehre

Auf einer Fläche von 14 Fussballfeldern haben in Bern die SwissSkills 2018 stattgefunden. Nie war dieser Event, der alle vier Jahre organisiert wird, grösser. 900 Lernende und junge Berufsleute aus 135 verschiedenen Berufen haben 75 Schweizer Meisterschaften und 60 Berufsdemonstrationen ausgetragen. 120'000 Besucherinnen und Besucher haben den Anlass in Bern am Wochenende zu einem Happening gemacht – umfassend begleitet vom Schweizer Fernsehen SRF, das täglich via «Schweiz Aktuell» und am Samstag ganztägig berichtet hat.

Mit Fabio Bühler von der Bleiker Holzbau AG, Lichtensteig hat das BWZT einen Zimmermanns-Lernenden im vierten Lehrjahr an der SwissSkills. Fabio Bühler, der seine Lehrabschlussprüfung noch vor sich hat, konnte sich durch ein verbandsinternes Auswahlverfahren qualifizieren. Er stand täglich im Einsatz und musste Arbeiten erledigen, die zwischen Stufe Vorarbeiter und Polier angesiedelt waren. Eine gewaltige Aufgabe, die nur durch intensives vorgängiges Training in speziellen Gruppen gelöst werden konnte. Im Gespräch betonte Fabio Bühler den immensen persönlichen Gewinn an Wissen und Motivation, die er für seinen Beruf gewinnen konnte. Er erreichte den achten Rang. Mit Stefanie Scheurer, Bäcker-Konditorin, Manuel Betschart und Philippe Wild, beides Fleischfachleute, waren ausserdem drei ehemalige BWZT-Lernende an den Berufswettkämpfen beteiligt.

Das Berufsbildungssystem in die Welt tragen

Lernende oder junge Berufsleute, die an der SwissSkills überzeugen, haben unter Umständen die Möglichkeit, ihr Können an den EuroSkills oder WorldSkills unter Beweis zu stellen und damit die Leistungsfähigkeit des Schweizerischen dualen Berufsbildungssystems in die Welt hinauszutragen. Dutzende Medaillen, die beispielsweise an den letztjährigen WorldSkills in Abu Dhabi gewonnen wurden, untermauern diesen Anspruch.

Die SwissSkills ist perfekt organisiert, modern aufgemacht und bietet Schulabgängern eine ausgezeichnete Orientierungshilfe. (pd/lim)

Hinweis

Mit der Silbermedaille ausgezeichnet wurde Damian Schmid aus Nesslau, Beruf Automobil-Mechatroniker. Die Bronzemedaillen erhielten Daniel Roth aus Lütisburg-Station, Beruf Polymechaniker/Automation, sowie Roman Schweizer aus Mogelsberg, Beruf Gärtner. Alena Schütz aus Wildhaus, Beruf Wohntextilgestalterin, erreichte in der Gesamtwertung den vierten Rang. Manuel Hutter aus Bazenheid, Beruf Anlagen- und Apparatebauer, schaffte es mit seiner vorgelegten Arbeit auf den 5. Rang sowie Lukas Birchler aus Mosnang, Bodenleger, auf den 6. Rang. Jakob Tischhauser aus Neu St. Johann, Beruf Sanitärinstallateur, erreichte an den vergangenen Swiss Skills den 7. Rang.

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