Leben in der 2000-Watt-Gesellschaft: «Energietal Toggenburg» geht auf Jubiläumstour

Der Förderverein Energietal Toggenburg feiert im nächsten Jahr sein 10-jähriges Bestehen. Der Eventcontainer soll dazu einen Ort für Gemeinschaft und Austausch bieten.

Flurina Lüchinger
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So könnte das Eventhaus dannzumal aussehen. (Visualisierung: PD)

So könnte das Eventhaus dannzumal aussehen. (Visualisierung: PD)

«Wir wollten etwas machen, bei dem wir in allen Gemeinden des Toggenburgs vor Ort sein können», meint Patrizia Egloff vom Förderverein Energietal Toggenburg. Die Planungsphase für das Jubiläumsprojekt hat vor rund eineinhalb Jahren mit einer Ideensammlung begonnen. In dieser Anfangszeit kam es dann auch dazu, dass dem Förderverein ein Angebot für einen Tiefbettanhänger, der im Betrieb nicht mehr gebraucht wurde, entgegen kam. Da war die Idee eines fahrbaren Containers nicht mehr weit weg. Mit einem fahrenden Häusschen ist die Anforderung, alle Dörfer zu erreichen, gewährleistet.

Dieser Eventcontainer ist mittlerweile in der Endphase des Baus. Er wird in der Wirkstadt in Lichtensteig zusammen mit dem Verein «mini.art» gebaut. Egloff schwärmt, dass durch diese Zusammenarbeit viele handwerklich und künstlerisch begabte Menschen ins Projekt involviert wurden. Die technische Planung hat die Firma Fent solare Architektur übernommen. Momentan steht der Innenausbau auf dem Programm. «Energietal Toggenburg» hat dem Exponat den Namen «der springende Punkt» gegeben. Für die Finanzierung kamen dem Förderverein Gelder vom Lotteriefonds zu Gute.

Bauweise nach Minergie-P-Baustandard

Bautechnisch wird der Container nach dem Minergie Standard P gebaut. Dies bedeutet, dass er eine maximale Energieffizienz aufweist. Beispielsweise nutzt der Container passive Wärmequellen wie die Sonne als Energiequelle. Dank Solarzellen und einer Batterie kann so sogar mehr als die Energie, die für den Eigenverbrauch gebraucht wird, gespeichert werden.

Die Balkenhebung des Eventcontainers im Sommer dieses Jahres. (Bild:PD)

Die Balkenhebung des Eventcontainers im Sommer dieses Jahres. (Bild:PD)

Patrizia Egloff zählt einige Fragen auf, die im Zentrum des Container-Projektes stehen sollen. Fragen wie: «Was und wie konsumiere ich?» oder «Wie wichtig ist mein Besitztum wirklich?». Der Container soll nämlich auch aufzeigen, wie man vorsichtiger mit den begrenzten Ressourcen umgeht. Mithilfe von exemplarischen Elementen im und um den Container wird dies verwirklicht. «Der springende Punkt» bietet einen Aufenthaltsraum mit Sitznische, Regale mit Büchern, Spielen und Infomaterial, eine kleine Küche, eine Komposttoilette, eine Dusche, eine Wärmepumpe und mehrere Steckdosen. Diese Steckdosen speisen die Geräte oder E-Bikes, die aufgeladen werden müssen, mit Solarstrom.

Ein Monat, eine Gemeinde

In jeder Gemeinde wird der Container einen Monat lang stehen. An jedem Freitag des Monats, werden Personen aus dem Team der Energiestiftung vor Ort sein, um Gespräche zu führen, Gedanken anzuregen und Fragen zu beantworten. In der restlichen Zeit wird der Container grundsätzlich immer offen sein für einen Kaffee, eine Einkaufspause oder ein kurzes Gespräch mit anderen, die das Angebot nutzen. Es soll auch zu einem Begegnungsort werden, betont Egloff. Sie ist optimistisch, dass es klappen und niemand dieses Angebot ausnutzen wird. Geplant sind unter anderem auch Filmvorführungen, die mit Solarenergie betrieben werden.

Ebenfalls wird es möglich sein, den Container für Vereinssitzungen oder ähnliche Zusammentreffen zu reservieren. Verschiedene Vereine wurden dafür schon angeschrieben. Um den Container zu mieten, muss man jedoch keine Miete zahlen, sondern sich einfach in einem Plan einschreiben. Und auch für Schulklassen bietet der Container und das Organisationsteam Raum und Fachpersonal, um Sonderlektionen rund ums Thema Nachhaltigkeit zu ermöglichen.

Das Projekt soll in jeder Gemeinde auf eine Art individuell sein, und jeder und jede ist eingeladen, das ganze mitzugestalten und sich einzubringen. Egloff sagt auch, dass man flexibel sein werde und Anpassungen während des Jahres nicht ausschliesse.

Aktualität und Reservation

Aktualitäten zum Bau und zu Veranstaltungen sind auf der Website zu lesen. Ebenfalls ist es möglich, die Reservationen für das Eventhaus auf der Website zu tätigen.