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Infoveranstaltung in Lütisburg verläuft erstaunlich ruhig

Schul- und Gemeinderat scheinen uneinig, Parteien und Gruppierungen verteilen Flyer, doch die Informationsveranstaltung zu «PSL 2020plus» blieb erstaunlich ruhig.
Ruben Schönenberger
So soll die neue Mehrzweckhalle aussehen. Visualisierung: (Bild: PD)

So soll die neue Mehrzweckhalle aussehen. Visualisierung: (Bild: PD)

Schulratspräsident Josef Rütsche stellte sich auf einen langen Abend ein. Den rund 150 Gästen an der Informationsveranstaltung zur Schulraumerweiterung und zum Neubau der Mehrzweckhalle (PSL 2020plus) werde genügend Möglichkeit geboten, Fragen zu stellen. Aber: «Wir haben morgen früh wieder Turnunterricht hier.» Rütsche stellte sich auch auf einen hitzigen Abend ein und bat um eine faire und sachliche Diskussion.

«Kein Argument wird besser, wenn man dazu schreit.»

Lang wurde der Abend tatsächlich, rund zweieinhalb Stunden dauerte er. Hitzig hingegen nur kurz vor Schluss. Ein Votant kritisierte die FDP Lütisburg für deren «reisserischen» Flyer. Auf diesem ist zu lesen, dass die Planung überdimensioniert sei. «Dörfs es bitzeli meh si?», fragt die Partei. Der Votant wollte auch wissen, wer denn hinter dem Flyer stehe. «Was heisst FDP Lütisburg?» Er wisse nicht, ob der Vorstand entschieden habe oder alle Mitglieder.

Der Applaus in der Halle war gross und zeigte, dass die Sympathien an diesem Abend eindeutig verteilt waren. Pius Brander, Präsident der angesprochenen FDP Lütisburg, erklärte der Versammlung, der Vorstand habe den Flyer verfasst. Er zählte die Vorstandsmitglieder auf, zu denen mit Andreas Breitenmoser auch der Ratsschreiber der Gemeinde Lütisburg gehört. Das sorgte für Zwischenrufe, die ein klares Missfallen ausdrückten.

Kindergarten, Hallengrösse und Kosten

Es blieb der einzige Aufreger des Abends. Zuvor führten Rütsche und Ivan Marty, als Vertreter des Generalplaners Marty Architektur AG, durch das Projekt und beantworteten Fragen.

Im Fokus standen dabei weiterhin der Standort des Kindergartens, die Grösse der Mehrzweckhalle und ganz generell die Kosten des Projekts.

Für den gewählten Standort des Kindergartens als unterste Ebene der Schulraumerweiterung führten Rütsche und Marty unter anderem an, es könnten Synergien geschaffen werden, die sich auch bei den Kosten positiv bemerkbar machen werden. Zudem müsste man auch beim jetzigen Standort irgendwann Sanierungen in Angriff nehmen. Die Beibehaltung des Standorts wäre ebenfalls mit Kosten verbunden, die Aufgabe hingegen könnte allenfalls zu einem Verkaufserlös führen.

Ist der Kindergarten richtig ausgerichtet?

Ein Votant fragte, ob die Ausrichtung des Kindergartens nach Norden nicht falsch sei, weil der Pausenplatz so kaum besonnt werde. Gemäss Rütsche könnten sich die Kinder jedoch auch in besonnten Bereichen aufhalten, so auf dem normalen Pausenplatz, einfach zeitversetzt mit den Schülerinnen und Schülern der Primarschule. Neben diesem Pausenplatz soll die neue Mehrzweckhalle zu stehen kommen. Die heutige Halle entspreche in vielerlei Hinsicht nicht mehr den Vorgaben, führte Marty aus. «Man kann hier praktisch keine normierte Sportart durchführen», sagte er. Zudem fehle es an Fluchtwegen.

Die geplante Hallengrösse entspreche in etwa dem eineinhalbfachen einer normierten Einfachturnhalle. So sind auch bei einer Unterteilung in zwei Hallenteile noch in jeder Hälfte viele Sportarten möglich. «Man kann sogar Unihockey spielen», sagte Marty. So könne man den Vereinen nicht nur eine bessere Infrastruktur bieten, sondern auch mehr Platz und damit mehr Kapazität.

Turnverein will zuhause trainieren

Darüber ist vor allem der Turnverein Lütisburg froh. Dessen Präsident, Andreas Solenthaler, führte aus, wie viele Leute sich im Verein engagierten, wie viele Kinder davon profitierten, aber wie knapp der Platz sei. Er illustrierte das mit einem Beispiel:

«Von vier Aerobic-Jugendgruppen kann nur eine hier in der Turnhalle trainieren.»

Der Turnvereinspräsident blieb nicht der einzige, der in einer eigentlichen Ansprache für ein Ja zum Projekt weibelte. Als tolle Chance wurde die geplante Mehrzweckhalle bezeichnet. Mehrere Votanten betonten, die vermutlich folgende Steuererhöhung von 10 bis 15 Prozent falle für den einzelnen Haushalt gering aus und sowieso gehe es der Gemeinde auch danach noch gut.

Lehrerzimmer könnte zum Klassenzimmer werden

Die Kritik an den Plänen blieb dann auch meist auf der Detailebene. So wurde beispielsweise die Positionierung der WC-Anlagen kritisiert, ebenso wie jene des Office. Dass die Kritik an der Informationsveranstaltung gering ausfiel, dürfte auch an den Ausführungen von Rütsche und Marty gelegen haben. Die meisten kritischen Fragen hatten sie schon beantwortet, bevor sie überhaupt gestellt werden konnten. So sei das Lehrerzimmer nicht überdimensioniert. «Es könnte im Bedarfsfall als zusätzliches Klassenzimmer verwendet werden.» Marty doppelte nach: «Das Zimmer entspricht exakt den Mindestmassen eines Klassenzimmers.»

Bezüglich der Kosten hatten sich die beiden Referenten gut vorbereitet. «Wir verfügen über gute Vergleichswerte, effizienter als hier kann man fast nicht bauen», sagte etwa Marty. Und auch die etwas grössere Halle falle nicht so stark ins Gewicht. Bei einer normierten Einfachhalle könne man weniger als eine halbe Million einsparen, verliere aber viel an Kapazität. Bei den meisten Anwesenden kam das gut an, wie auch die restlichen Ausführungen. Ob sich dieses Stimmungsbild in ein zweifaches Ja umwandelt – die Schulraumerweiterung und die Mehrzweckhalle werden separat zur Abstimmung gebracht – zeigt sich am 25. November an der Urne.

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