Krummenau: Skigebiet Wolzenalp will Sesselbahn erneuern – Zustimmung der Bürgerversammlung steht aus

Die Sesselbahn auf die Wolzenalp sollen im Herbst eine neue Steuerung und einen energieeffizienten Motor erhalten. Die Hälfte der Kosten soll durch Beiträge aus Fonds der Gemeinde gedeckt werden.

Sabine Camedda
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Betriebsleiter Fridolin Früh bedient die Sesselbahn noch mit einer elektromechanischen Steuerung, welche die in der Bergstation Sesselbahn untergebracht ist. So kann die Anlage in Betrieb gesetzt oder beispielsweise die Bremse bei Bedarf gesteuert werden. (Bild: PD)

Betriebsleiter Fridolin Früh bedient die Sesselbahn noch mit einer elektromechanischen Steuerung, welche die in der Bergstation Sesselbahn untergebracht ist. So kann die Anlage in Betrieb gesetzt oder beispielsweise die Bremse bei Bedarf gesteuert werden. (Bild: PD)

Seit über 50 Jahren bringt die Sesselbahn im Winter und im Sommer Touristen – Wintersportler und Wanderer – von Krummenau auf die Wolzenalp. 2024 muss die Betriebskonzession verlängert werden. Bis dann sollen notwendige Arbeiten getätigt werden, damit diese Bewilligung eine reine Formsache wird. In diesem Herbst werden deshalb die Steuerung und der Motor ausgewechselt. «Das ist das Herzstück der Anlage», sagt Rolf Hager.

Betrieb sichern und Anlage modernisieren

Die jetzige Anlage sei in die Jahre gekommen, aber noch funktionsfähig, so der Verwaltungsratspräsident weiter. Zwar habe es nie eine Panne gegeben, die einen Betriebsunterbruch nach sich gezogen hätte. Dennoch werde man die Anlage jetzt modernisieren.

«Wir sind danach mit der Steuerung und dem Motor auf dem neusten Stand punkto Technologie und Energieeffizienz, haben so eine höhere Betriebssicherheit und können beruhigt in die Zukunft fahren.»

Für die jetzigen elektromechanischen Maschinen gibt es keine Ersatzteile mehr. Wenn etwas repariert werden müsste, müsste ein neues Teil hergestellt werden, was einiges an Zeit beanspruchen würde.

Die neue Anlage funktioniert elektronisch und kann bei Bedarf ferngewartet werden. Der Verwaltungsrat habe sich entschieden, die Steuerung und den Motor gleichzeitig zu ersetzen, dies sei aus arbeitstechnischer Sicht sinnvoll und beides könne im gleichen Paket angeschafft und eingebaut werden, sagt Rolf Hager.

Die Planung für diese Modernisierung ist ein längerer Prozess. In dessen Rahmen wird das Vorhaben vom Bundesamt für Verkehr geprüft und danach kann die Umsetzung beginnen. «Wir haben die Finanzierung geregelt und die Arbeiten vergeben», sagt Rolf Hager.

Die Umbauphase ist im November, nach dem Abschluss der Sommersaison, vorgesehen. «Unser Vorhaben ist sportlich und wir haben kaum Zeitreserven. Wir sind aber überzeugt, dass wir rechtzeitig auf die Wintersaison fertig sind, weil wir gut geplant haben», sagt der Verwaltungsratspräsident. Die Benutzer der Sesselbahn werden von der Erneuerung kaum etwas mitbekommen. Bezüglich des Betriebs und des Komforts werde sich nichts ändern, so Rolf Hager.

Gemeinde Nesslau soll bei der Finanzierung helfen

Die Kosten für die neue Steuerung und den neuen Motor sind auf 250'000 Franken veranschlagt. Dies könnte die Bahnunternehmung nicht aus eigener Kraft bezahlen. «Wir haben in den vergangenen Jahren immer wieder kleinere Investitionen getätigt, die zur Attraktivität der Bahn und damit zur Wertschöpfung in der Gemeinde beigetragen haben», sagt Rolf Hager. Aus diesem Grund sei der Verwaltungsrat an die Gemeinde herangetreten.

Diese will das Vorhaben mit einem Beitrag von 125'000 Franken unterstützen. Dieser Betrag wird je zur Hälfte dem Fonds für die Jugend und dem Fonds für Sport, Kultur, Freizeit und Tourismus entnommen und muss von der Bahn nicht zurückbezahlt werden. Jedoch, betont Rolf Hager, müssen die Nesslauer Bürger diesem finanziellen Engagement an der Bürgerversammlung vom Freitag erst zustimmen.

«Wir sind überzeugt, dass die Sportbahn und das Angebot auf der Wolzenalp für die Bevölkerung der Gemeinde und da vor allem für die Jungen wichtig ist. So kann Schneesport in der Gemeinde betrieben werden», sagt Rolf Hager. Er und seine Kollegen im Verwaltungsrat versprechen im Gegenzug, sich weiter für das Gebiet und den Betrieb einzusetzen, denn es sei die Arbeit wert.