Krummenau
Die «Sonne» geht wieder auf: Angela Kolp übernimmt am 16. Dezember das bekannte Restaurant

Die Coronazeit ist für Gastronomen nicht leicht. Trotzdem übernimmt die junge Krummenauerin das Gasthaus und eröffnet es jetzt, kurz vor Weihnachten.

Sabine Camedda
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Angela Kolp führt ab dem 16. Dezember das Restaurant Sonne in Krummenau.

Angela Kolp führt ab dem 16. Dezember das Restaurant Sonne in Krummenau.

Bild: Sabine Camedda

27 Jahre lang kümmerte sich Peter Bösch um die «Sonne» in Krummenau. 2018 war Schluss, dann verpachtete er das Lokal. Die Pächterin hat nach rund zwei Jahren in der Coronazeit gekündigt. «Mir war es wichtig, dass der Betrieb weitergeht», sagt Peter Bösch. Auf unkonventionelle Art, nämlich mit einem Video in den sozialen Medien, suchte er nach einem neuen Betreiber. «Ich stellte mir eine junge Person vor, die mit viel Elan den Betrieb führt», erzählt der Besitzer. Er glaube fest daran, dass ein Restaurant wie die «Sonne» Chancen auf dem Markt hat. Vorausgesetzt, dass die Betreiber innovativ sind und sich voll und ganz dafür einsetzen, dass sich die Gäste wohlfühlen.

Mit Angela Kolp hat Peter Bösch die gesuchte Person gefunden. Die gelernte Bäckerin-Konditorin, die in die Gastronomie wechselte, trug sich schon länger mit dem Gedanken, ein eigenes Lokal zu übernehmen. «Als ich das Video von Peter Bösch gesehen habe, habe ich mich mit meinem Bruder Heinz besprochen und wir haben uns entschieden, dass wir es probieren wollen», erzählt sie.

Angela Kolp zeichnet für den Betrieb verantwortlich, Heinz bleibt in seinem Beruf tätig und springt wo nötig ein. Dazu werden sie von einer Köchin unterstützt. Sie seien sich bewusst, dass es eine schwierige Zeit für einen Start in der Gastronomie ist.

«Aber wie haben den Mut dazu.»

Dazu können sie auch Peter Bösch um Rat fragen, der viel Erfahrung in der Gastronomie mitbringt. Die Reaktionen auf den beruflichen Neustart seien durchwegs positiv. «Viele finden es sehr gut, dass die ‹Sonne› wieder aufgeht», sagt Angela Kolp zuversichtlich.

Znüni, Mittagsmenu und selbstgemachte Nussgipfel

Die «Sonne» soll ein Speiselokal mit guter, aber nicht extravaganter Küche sein. Geöffnet wird an den Werktagen jeweils um 9 Uhr, Samstag und Sonntag eine Stunde später. So können Gäste bereits zum Znüni einkehren. An den Werktagen wird am Mittag ein preiswertes Menu serviert. Die Karte umfasst einfache Gerichte, herausstechen soll eine grössere Varietät von Cordon bleu. Im Sommer sollen Grillspezialitäten serviert werden. Nussgipfel und Schlorzifladen sowie weitere Bachwaren werden selbstgemacht.

Der Irrweg der «Sonne»

Bei der Neueröffnung am 16. Dezember wird auch das Wirtshausschild der «Sonne» wieder hängen. Dieses habe eine besondere Geschichte, erzählt Peter Bösch. Denn vor einigen Jahren sei es plötzlich verschwunden gewesen. «Nachtbuben stahlen die Sonne», hiess es in einer Schlagzeile im Blick.

Einige Zeit später hat Lina Bösch, Peters Mutter, das Wirtshausschild in Basel wiederentdeckt und zurückgekauft. Wer es gestohlen hat und wie es den Weg von Krummenau nach Basel gefunden hat, ist noch immer unbekannt.

Peter Bösch hat das Schild wieder aufgehängt, doch der Sturm Burglind hat es Anfang 2018 heruntergefegt. Eine Krummenauerin hat es gefunden und zurückgebracht. Es musste restauriert werden, jetzt strahlt die Sonne aber wieder im alten Glanz.

In der «Sonne» sollen auch immer wieder spezielle Menus aufgetischt werden, zum ersten Mal am Silvesterabend. Dann gibt es nebst einem feinen Abendessen eine Überraschung. Zur Eröffnung hat sich Angela Kolp eine besondere Aktion einfallen lassen: Vom 18. bis 20. Dezember gilt ein 3 für 4. Das heisst, wenn vier Personen zum Essen in die «Sonne» einkehren, werden nur drei Essen berechnet.

Peter Bösch ist froh, dass er mit Angela Kolp eine Nachfolgerin gefunden hat. Das Restaurant ganz aufzugeben, kam für ihn nicht in Frage. Denn noch immer sei die «Sonne» Krummenau vielen Menschen ein Begriff. Vor allem wegen der Konzerte und der Tanzanlässe, die im Saal stattfanden. Angela Kolp weiss dies und möchte den Saal auch für solche Veranstaltungen nutzen, wenn die Schutzmassnahmen des Bundes wieder solche Anlässe zulassen. Auch für Unterhaltungen von Vereinen möchte sie den Saal dann öffnen.

Öffnungszeiten: Mittwoch bis Freitag ab 9 Uhr, Samstag und Sonntag ab 10 Uhr, Sonntag bis 19 Uhr geöffnet.