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Krinau: Kultur-Wünsche per Postkarten verschicken

An der Ausstellung «Alles Fassade» hat Ralph Brühwiler ein Postkartenprojekt kreiert. Wer wollte, konnte via Karte einen Kultur-Wunsch äussern. 151 Wünsche gingen ein.
Anina Rütsche
Der Kunstschaffende Ralph Brühwiler aus Ebnat-Kappel (links) überreicht Leo Morger von Kunsthalle(n) Toggenburg insgesamt 36 Postkarten mit Wünschen von den Ausstellungsbesuchern. An der Fassade im Hintergrund befand sich im September die Installation. (Bild: Anina Rütsche)

Der Kunstschaffende Ralph Brühwiler aus Ebnat-Kappel (links) überreicht Leo Morger von Kunsthalle(n) Toggenburg insgesamt 36 Postkarten mit Wünschen von den Ausstellungsbesuchern. An der Fassade im Hintergrund befand sich im September die Installation. (Bild: Anina Rütsche)

793 selbst gestaltete Postkarten hat Ralph Brühwiler gebraucht, um seine Installation an der Westfassade der Krinauer Turnhalle fertigzustellen. Das grossformatige Werk, das im September im Rahmen der Gruppenausstellung «Alles Fassade» an der Westwand der Krinauer Turnhalle prangte, gibt es mittlerweile nicht mehr in seiner ursprünglichen Form. Die Besucherinnen und Besucher haben auf Anregung des Künstlers viele Karten von der Wand gelöst, beschriftet und in eine eigens dafür aufgebaute Postkiste geworfen. Bilanz: 189 von 793 Karten wurden entfernt, 151 landeten in der Box. Adressiert sind sie an je eine Organisation, die sich in der Region Toggenburg für die Kultur und ein gutes Zusammenleben einsetzt. Es sind dies Kunsthalle(n) Toggenburg, Kultur Toggenburg und der Verein Krinau aktiv, die allesamt an «Alles Fassade» beteiligt gewesen waren, wobei die Idee von «Kunsthalle(n) Toggenburg» ausgegangen war.

Gleich 17 Schulkinder wollen eine Kletterwand

Auf Ralph Brühwilers Karten, welche verschiedene Fassadenmotive zeigen, haben Leute aus nah und fern notiert, was sie sich vom Kulturbetrieb im Toggenburg wünschen. Da heisst es beispielsweise: «Ich wünsche mir weitere so interessante Ausstellungen, ich bin überrascht, beglückt und erfreut», oder «Ich wünsche mir Platzkonzerte in Toggenburger Dörfern mit Hackbrett, Akkordeon und Klarinette». Eine andere Person möchte einen kreativen Ortskreisel beim Bahnhof Wattwil gestalten, ein weiterer Gast hätte gerne ein Dorflädeli in Krinau.

Neben den Erwachsenen haben sich laut Ralph Brühwiler auch zahlreiche Kinder via Postkarte gemeldet, was damit zusammenhängen könnte, dass sich Karten und Postbox auf dem Krinauer Schulareal befanden. Ein Bub beispielsweise wollte unbedingt ein Piratenschiff an seiner Hauswand anbringen, ein anderer wünschte sich eine Freundin, und ein Mädchen träumte von vielen neuen Spielsachen. Der Renner sei allerdings etwas ganz anderes gewesen, etwas, womit zunächst niemand gerechnet hatte: Gleich 17 Schülerinnen und Schüler wünschen sich eine Kletterwand in Krinau. «Das habe ich sogleich an Jakob Wickli, den Präsidenten von Krinau aktiv, weitergeleitet», sagt der Postbote spielende Künstler. Dieser habe sich gefreut, und er schaue nun, was sich diesbezüglich machen lässt.

«Die Karten in der Box waren klatschnass»

Ralph Brühwiler ist es wichtig, dass auch die anderen weit über hundert verschiedenen Anregungen der Ausstellungsbesucher bei denjenigen Adressaten ankommen, für die sie bestimmt sind. Dafür hat der Kulturschaffende alle Notizen aus der Postkiste gelesen, ausgewertet und geordnet. Kultur Toggenburg erhält 16 Wunschkarten, der Verein Krinau aktiv deren 76, für Kunsthalle(n) Toggenburg gibt es 36. Die übrigen Botschaften seien unlesbar gewesen, fügt der Postkarten-Liebhaber an. Zudem verrät er, dass sämtliche Karten beim Öffnen der Postkiste klatschnass gewesen seien, «keine Ahnung, warum das so war». Zum Glück habe er sie aus synthetischem, witterungsresistentem Material anfertigen lassen, fügt er an, und auch die zum Schreiben verwendeten Stifte seien wasserfest gewesen. «So kam es, dass ich all die Karten zuhause am Stewi trocknen lassen musste», erzählt der Ebnat-Kappler.

Übriggebliebene Karten werden weiter genutzt

Auch Leo Morger von Kunsthalle(n) Toggenburg, einer der Initianten von «Alles Fassade», hat kürzlich einen beachtlichen Stapel mit Postkarten im Empfang genommen. Für die Übergabe waren er und Ralph Brühwiler eigens nach Krinau gefahren, zur Turnhalle, deren Wand in ihren ursprünglichen Zustand zurückversetzt wurde. «Schade eigentlich, hier war es mit den Postkarten viel schöner», findet Leo Morger. Über die Wünsche, welche die Besucherinnen und Besucher für Kunsthalle(n) Toggenburg notiert haben, freut sich deren Präsident sichtlich. Auch hier zeige sich, dass die Ausstellung auf grossen Anklang gestossen sei. Dies motiviere ihn und seine Mitstreiter, nächsten Herbst ein weiteres Kunstprojekt auf die Beine zu stellen. Genaueres kann er noch nicht preisgeben, denn die Planungssitzung habe noch nicht stattgefunden. Bereits steht aber fest, dass Leo Morger die 36 Postkarten an dieses Treffen mitbringen wird.

Ralph Brühwiler seinerseits hat ebenfalls Pläne geschmiedet. Er möchte auch all jene Postkarten von «Alles Fassade» unter die Leute bringen, welche die Ausstellung an der Turnhallenfassade überdauert haben. Wer interessiert ist, kann sich unter Telefon 071 993 93 33 melden.

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