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Kreisgericht Toggenburg spricht beide Angeklagten schuldig

Beide Angeklagten erhalten bedingte Strafen. Sie haben einem Mann, der an fortschreitender Demenz litt, über 200 000 Franken abgeluchst.
Martin Knoepfel
Die Angeklagten hoben unter anderem in Spielcasinos Gelder vom Postfinance-Konto, die zuvor von einem Konto des Verstorbenen überwiesen worden waren. Das Bild stammt nicht aus einem Schweizer Casino. (Bild: Fotolia)

Die Angeklagten hoben unter anderem in Spielcasinos Gelder vom Postfinance-Konto, die zuvor von einem Konto des Verstorbenen überwiesen worden waren. Das Bild stammt nicht aus einem Schweizer Casino. (Bild: Fotolia)

Ein Geschwisterpaar aus dem Alt-Toggenburg musste sich im September vor dem Kreisgericht in Lichtensteig verantworten. Die beiden wurden beschuldigt, einem mittlerweile verstorbenen Kaufmann, der an fortschreitender Demenz litt, über 200 000 Franken abgeluchst zu haben. Nun liegt das Urteil vor, das schriftlich bekanntgegeben wurde.

Missbrauch des E-Bankings wurde bejaht

Der Kaufmann besass mehrere Renditehäuser. Der Angeklagte war für diesen in verschiedenen Funktionen tätig und kontrollierte auch Rechnungen. Im E-Banking wurden von einem Konto des Kaufmanns verteilt auf rund 50 Zahlungsaufträge mehr als 200000 Franken aufs Postfinance-Konto der Schwester überwiesen.

Vom Postfinance-Konto hoben die beiden das Geld wieder ab. Was damit geschah, ist unklar.

Der Angeklagte sagte, der Kaufmann habe allen Überweisungen zugestimmt. Die Schwester sagte, sie habe vom Postfinance- Konto nur Geld abgehoben, das ihr zustehe, etwa Rückerstattungen der Krankenkasse.

Das Kreisgericht liess das nicht gelten und verurteilte beide. Der Angeklagte ist des gewerbsmässigen Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage, des betrügerischen Konkurses und der groben Verletzung der Verkehrsregeln schuldig.

Höhere Strafe für den Angeklagten als vom Staatsanwalt beantragt

In seinem Urteil ging das Kreisgericht über den Strafantrag des Staatsanwalts hinaus und sprach eine bedingte Strafe von 18 statt 16 Monaten mit drei statt zwei Jahren Probezeit aus. Die Geldstrafe von 40 mal 70 Franken ist dagegen ebenfalls bedingt.

Die Schwester ist der Gehilfenschaft zum gewerbsmässigen Missbrauch einer Datenverarbeitungsanlage und der Geldwäscherei schuldig. Sie erhält eine bedingte Geldstrafe von 240 mal 160 Franken, bedingt erlassen mit zwei Jahren Probezeit. Der Staatsanwalt hatte eine bedingte Freiheitsstrafe und eine Busse von 6000 Franken beantragt.

Solidarische Haftung für den angerichteten Schaden

Beide Angeklagten müssen solidarisch der Witwe und der Tochter des Kaufmanns den Schaden von gut 200000 Franken ersetzen. Da der Angeklagte stark verschuldet ist und noch Alimente bezahlen muss, dürfte faktisch die Schwester den Schadenersatz tragen müssen.

Daneben muss jeder der Angeklagten der Witwe und der Tochter des Kaufmanns je rund 25000 Franken für deren Anwaltskosten zahlen. Weitergehende Forderungen der Witwe und der Tochter wurden auf den Zivilweg verwiesen.

Ob die der Schwester gehörenden Immobilien im Alttoggenburg versteigert werden, bleibt offen, bis es einen rechtskräftigen Entscheid über die Zivilforderungen gibt. Schliesslich müssen die Angeklagten die Verfahrenskosten zahlen. Im Fall des Bruders sind es etwas 25320 und im Fall der Schwester 7710 Franken. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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