Kreisgericht Toggenburg spricht 35-Jährigen in den meisten Anklagepunkten schuldig

Es geht unter anderem um mehrfache Veruntreuungen und Betrügereien. Die Strafe soll 20 Monate betragen, davon neun Monate unbedingt.

Martin Knoepfel
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Der Baustellenleiter einer Firma ist unter anderem schuldig der mehrfachen Veruntreuung. Er hatte Rechnungen für Arbeiten der Firma Einzahlungsscheine für sein privates Bankkonto beigelegt..

Der Baustellenleiter einer Firma ist unter anderem schuldig der mehrfachen Veruntreuung. Er hatte Rechnungen für Arbeiten der Firma Einzahlungsscheine für sein privates Bankkonto beigelegt..

(Bild: Getty)

Wegen mehrfacher Veruntreuung und mehrfachen Betrugs, teilweise als Versuche, musste sich ein St.Galler am 7. Oktober vor dem Kreisgericht Toggenburg in Lichtensteig verantworten. Weitere Vorwürfe waren mehrfache Urkundenfälschung und ungetreue Geschäftsbesorgung sowie die Beschäftigung eines Ausländers ohne Bewilligung. Dafür sei eine Freiheitsstrafe von 32 Monaten zu verhängen, wovon 20 Monate bedingt mit der maximalen Probezeit von fünf Jahren.

So lautete der Antrag der Staatsanwaltschaft. Der Verteidiger beantragte einen Freispruch von den meisten Vorwürfen. Wegen der übrigen Anklagepunkte sei eine Strafe von maximal sechs Monaten, bedingt erlassen auf zwei Jahre, zu verhängen.

Einzahlungsscheine für privates Konto beigelegt

Unbestritten war, dass der Angeklagte Kunden einer Firma der Baubranche eigenmächtig Rabatt gewährt hatte. Unbestritten war auch, dass er bei Occasionsautos die Kilometerzähler zurückdrehen liess, bevor er sie verkaufte.

Schliesslich war klar, dass der Angeklagte als Baustellenleiter einer Firma von 2014 bis 2016 zahlreichen Kunden für geleistete Arbeiten Einzahlungsscheine für sein Privatkonto statt für das Firmenkonto geschickt hat.

Vor Gericht sagte der Verteidiger, das Geld sei jeweils abgehoben und dem Treuhänder in Bar übergeben worden. Belege dafür fehlten.

Dass der Angeklagte einen Cousin seiner Frau illegal beschäftigt und dazu Dokumente falsch ausgefüllt hatte - eine nicht existierende österreichische Firma für Personalverleih war genannt worden - , hatten er und der Verteidiger vor Gericht zugegeben. Der Cousin hätte als Bürger von Bosnien-Herzegowina in der Schweiz nicht einfach arbeiten können.

Urteil ist noch nicht rechtskräftig

Nun liegt das Urteilsdispositiv vor; das Urteil kann ans Kantonsgericht weitergezogen werden. Das Kreisgericht spricht den St.Galler frei vom Vorwurf der Veruntreuung in sechs Fällen, bei denen es um total rund 17'000 Franken ging. Einen Freispruch gab es auch vom Vorwurf des Betrugs oder versuchten Betrugs in zwei Fällen.

In den übrigen Punkten findet das Gericht den Angeklagten schuldig. Es verhängte eine Strafe von 20 Monaten. Elf Monate sind bedingt erlassen mit fünf Jahren Probezeit. Dazu kommt eine unbedingte Geldstrafe von 90 mal 40 Franken.

Zivilforderungen weitgehend geschützt

Weiter hiess das Gericht Forderungen der Firma, für die der St.Galler gearbeitet hat, in Höhe von fast 275'000 Franken gut. Dazu kommen Anwaltskosten der Firma in Höhe von fast 22'000 Franken, die der St. Galler übernehmen muss. Weitere Forderungen wurden auf den Zivilweg verwiesen.

Der St. Galler muss ferner 90 Prozent der Verfahrenskosten bezahlen. Diese betragen rund 42'000 Franken. Schliesslich muss er, wenn er wieder zu Geld gekommen ist, dem Kanton die Rechnung des amtlichen Verteidigers in Höhe von fast 27'000 Franken erstatten.