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Kreisgericht Toggenburg: Motorradfahrer bekommt bei der Einsprache gegen einen Strafbefehl recht

Die Staatsanwaltschaft meinte, ein Motorradfahrer sei zu wenig rechts gefahren und hätte eine Streifkollision mit einem Auto verursacht. Er habe keine Schuld, sondern sei «abgeschossen» worden, argumentierte der Töfffahrer. Der Richter folgte dieser Argumentation.
Sabine Camedda
Der Motorradfahrer musste mit der Ambulanz ins Spital gebracht werden. Er leidet noch an den Folgen des Unfalls. (Bild: Coralie Wenger)

Der Motorradfahrer musste mit der Ambulanz ins Spital gebracht werden. Er leidet noch an den Folgen des Unfalls. (Bild: Coralie Wenger)

Die Sonntagsausfahrt mit dem Motorrad endete abrupt: In einer engen und unübersichtlichen Kurve kam es zu einer Streifkollision zwischen dem Motorrad und einem entgegenkommenden Auto. Der Motorradfahrer stürzte und verletzte sich an der Schulter und am Fuss. Am Motorrad gab es einen Totalschaden.

Die Untersuchung der Unfallursache ergab, dass der Motorradfahrer auf seiner Spur zu weit links gefahren und es darum zur Streifkollision mit dem Fahrzeug gekommen ist. Die Staatsanwaltschaft sprach den 58-Jährigen Familienvater in einem Strafbefehl deshalb wegen einer groben Verletzung der Verkehrsregeln schuldig und verhängte eine Geldstrafe von 80 Tagessätzen zu 120 Franken.

Zudem sollte der Motorradfahrer eine weitere Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu 120 Franken und eine Busse von 1400 Franken bezahlen. Diese, sowie ein Entzug des Führerausweises, wurde dem Töfffahrer rund vier Monate zuvor wegen Schnellfahrens bedingt unter einer Probezeit von zwei Jahren aufgebrummt.

«Vom schnell fahrenden Auto abgeschossen»

Der Motorradfahrer wehrte sich vor dem Kreisgericht Toggenburg gegen diese Strafen. Er sei genügend rechts gefahren, dass die beiden Fahrzeuge hätten kreuzen können, sagte er. Zur Kollision sei es gekommen, weil der Autofahrer zu schnell gefahren sei und das Fahrzeug nach links aus der Kurve herausgetragen wurde. «Er hat mich abgeschossen», erzählte er.

Als er das Auto gesehen habe, sei es zu spät zum Ausweichen gewesen. «Eine Millisekunde später hat es geknallt», erinnert er sich. Sein Tempo schätzte er auf 30 Kilometer pro Stunde. Er fahre vorausschauend und vorsichtig, denn als Familienvater habe er Verantwortung. Zudem habe er gewusst, was mit der Bewährungsstrafe auf dem Spiel stehe.

Nicht gänzlich geklärt, wo es zur Kollision kam

Der Verteidiger nannte die Konsequenzen, die der Unfall für seinen Mandanten hatte. Er musste sich drei Operationen unterziehen, leidet noch heute an gesundheitlichen Folgen und ist noch nicht wieder voll arbeitsfähig.

Der Anwalt bestritt eine Mitschuld des Motorradfahrers. Die Staatsanwaltschaft werfe diesem vor, nicht genügend weit rechts gefahren zu sein. Belegt wird dies durch den Kollisionspunkt. Dieser werde aber lediglich angenommen und sei nicht bewiesen. Nur aus dem Fakt, dass es zum Unfall gekommen sei, könne nicht geschlossen werden, dass der Motorradfahrer zu sehr links gefahren sei.

Der Richter folgte den Ausführungen des Verteidigers und sprach den Motorradfahrer frei. Der Kollisionspunkt sei nicht zweifelsfrei bestimmbar. Aufgrund der Spuren müsse man davon ausgehen, dass der Motorradfahrer zum Zeitpunkt der Kollision auf seiner Spur geblieben sei.

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