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Kreisgericht Toggenburg fällt Urteil: Haftstrafe wird für eine Therapie aufgeschoben

Ein 40-jähriger Mann wird dafür bestraft, dass er seine Partnerin geschlagen und ihr der Kiefer gebrochen hat. Ins Gefängnis muss er nicht, dafür seine begonnene Therapie weiterführen.
Sabine Camedda
Der Schlag gegen den Kiefer der Frau wird vom Gericht als einfache Körperverletzung taxiert. (Bild: Fotolia)

Der Schlag gegen den Kiefer der Frau wird vom Gericht als einfache Körperverletzung taxiert. (Bild: Fotolia)

Vergangene Woche stand ein 40-jähriger Mann vor den Toggenburger Kreisrichtern. Er hatte zuviel getrunken und im Streit seine Partnerin geschlagen. Dazu hat er ihr gedroht, dass er sie umbringen werde.

Der Mann wollte zudem die Tochter der Partnerin daran hindern, die Polizei zu rufen und sagte zu ihr, dass er sie töten würde, falls sie trotzdem den Notruf absetze. Ferner war der Angeschuldigte während des Streits von seinem Wohnort in eine Kontaktbar gefahren. Dies, obwohl der Mann mehr als die erlaubten 0,5 Promille Alkohol im Blut und bereits mehrere Vorstrafen diesbezüglich hatte.

Delikt zieht Landesverweis nach sich

Der Staatsanwalt taxierte den Fausthieb, mit dem der Mann die Partnerin niederstreckte, als versuchte schwere Körperverletzung. Dazu sei der Angeschuldigte wegen Drohung, Nötigung und mehrfachen Fahrens in fahrunfähigem Zustand schuldig zu sprechen. Der Staatsanwalt beantragte eine unbedingte Freiheitsstrafe von 24 Monaten, die zu Gunsten einer Alkoholtherapie aufzuschieben sei. Zudem sei der Mann für fünf Jahre des Landes zu verweisen, wie dies das Gesetz für das Delikt der schweren Körperverletzung vorsieht.

Der Verteidiger folgte in fast allen Punkten dem Staatsanwalt. Einzig den Fausthieb, der bei der Frau einen doppelseitigen Kieferbruch verursachte, sei nicht als schwere Körperverletzung einzustufen, allenfalls als eine einfache. Er argumentierte, dass die Verletzung nicht per se lebensgefährlich gewesen war.

Freiheitsstrafe wegen einfacher Körperverletzung

Bezüglich des Faustschlags folgte das Gericht dem Antrag des Verteidigers und sprach den Angeschuldigten der vollendeten einfachen Körperverletzung schuldig. Die Todesdrohung gegenüber der Partnerin habe bei dieser nicht «Schrecken und Angst» ausgelöst. Bezüglich der Nötigung der Tochter der Partnerin und des Fahrens in fahrunfähigem Zustand – beide Punkte gab der Angeschuldigte zu – folgte das Gericht dem Staatsanwalt.

Das Gericht setzte dafür eine Freiheitsstrafe von 18 Monaten fest. Diese wird aber zu Gunsten einer ambulanten deliktorientierten und suchtspezifischen Behandlung aufgeschoben. Eine solche sei erforderlich und verhältnismässig. Ein Strafvollzug zum jetzigen Zeitpunkt würde die bestehenden, guten Resozialisierungschancen vermindern, schrieben die Richter in einer kurzen Urteilsbegründung. Da das Gericht das Vergehen als einfache Körperverletzung einstuft, fällt der obligatorische Landesverweis ausser Betracht. Gründe, die für einen fakultativen Landesverweis sprechen würden, sah das Gericht keine.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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