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Konzert der Königinnen

Der sechste Konzertabend des Klangfestivals zeichnete sich durch den starken Auftritt von nationalen und internationalen Solistinnen aus. Sie trafen auf den einheimischen Jodelclub Säntisgruess. Prägend im musikalischen Programm: die scheidende Nadja Räss.
Würze und Schwung im sechsten Festivalkonzert mit viel Frauenpower und internationalem Flair. (Bild: Peter Küpfer)

Würze und Schwung im sechsten Festivalkonzert mit viel Frauenpower und internationalem Flair. (Bild: Peter Küpfer)

Der Auftakt war einmal mehr dramatisch und ging unter die Haut. Vom Kircheneingang her wurde leises Summen hörbar. Darüber erhoben sich vollklingende weibliche Solostimmen. Dann betraten die Sänger des Jodelclubs Säntisgruess die Bühne und empfingen dort die den Abend mit ihnen gestaltenden sechs Solistinnen. Neben dem vom letzten Festival her noch bekannten internationalen Trio Pulkkinen-Räss-Sadovska waren dies Lena Willemark (Schweden), Anita Mahdia Daulne (Kongo) und Tamar Buadze (Georgien).

Später wurde klar: Der Auftritt hatte durchaus Symbolcharakter. In den nur dreitägigen Proben der internationalen Solistinnen kam der Vergleich mit einer Bienenwabe auf. Dort singen die Königinnen zwar nicht, animieren aber zu viel Wärme und Bewegung. Sie waren denn auch als musikalische Essenz während des ganzen Programms spürbar.

Schon vor zwei Jahren zueinander gefunden

Es ist nicht möglich, das höchst vielfältige Geschehen im Einzelnen nachzuzeichnen. Das Programm war in seinen solistischen Teilen geprägt von den je eigenen musikalischen Profilen der sechs Sängerinnen. Das Trio Pulkkinen, Räss und Sadovska schloss dort an, wo sie das Publikum schon vor zwei Jahren verblüfften und entzückten: mit wehmütigen, oft witzigen und technisch hochkomplexen Bearbeitungen teils traditioneller Weisen, teils moderner Arrangements.

Outi Pulkkinen (Finnland) beschwor dabei die Weiten nordischer Landschaften, Mariana Sadovska mischte den Wohlklang der drei Stimmen immer wieder mit Temperament und überraschenden Klängen auf. Und Nadja Räss gab dem traditionellen Schweizer Solo-Jodel einmal mehr einen Schuss moderne Abgründigkeit. Ihr Schalk konnte auch einmal, verstärkt durch ihre clowneske Mimik, ins Karikaturhafte gehen. Das war beispielsweise in Markus Flückigers eigens für das Trio geschriebene Stück «Märli» der Fall, wo das Jubeln über Neuigkeiten bald einmal zum ungehemmten Tratschen wurde.

Wohlklang – mit Überraschungen

Die drei weiteren Solistinnen warteten ebenfalls mit einem austarierten Gemisch zwischen Wohlklang und Überraschungen auf. Lena Willemark (Schweden) sang sich sofort mit einem traditionellen Volkslied in die Herzen der Zuhörer. Später im Programm überraschte sie durch den ihrer Tradition eigenen «Kullning», eine für Schweizer Ohren zunächst recht schrill wirkende Stimmtechnik, um weit entlegene Kühe anzulocken. Der durch Mark und Bein gehende Ruf soll kilometerweit tragen, wie Moderator Philipp Kamm anmerkte.

Vielseitigkeit beherrschte aber auch die leiseren Töne. Sie war in den Beiträgen von Anita Mahdia Daulne (Kongo) und Tamar Buadze (Georgien) Gestaltungsprinzip. Die Sängerin mit kongolesischen und belgischen Wurzeln unterstrich ihre facettenreiche Stimme mit bald entschiedenen, bald nur angedeuteten Gesten. Viel Kraft und Energie atmeten die Beiträge der georgischen Solistin Tamar Buadze. Ihre Stimme übersteigt schon rein von ihrem Volumen und ihrer Stärke her gewohnte Ausmasse. Ihr «Arbeitslied» war fast schon ein Stück Volkstheater, ihr elegisches Liebeslied ergreifend.

Solistinnen mit je eigener innovativer Art

Alle sechs Solistinnen überraschten durch ihre je eigene innovative Art, Motivik und Melodik der von den andern mitgebrachten Liedern zu modulieren, sensibel, dramatisch, hin und wieder fröhlich bis zur Ausgelassenheit.

In dieser Dramatik war man fast froh über die ruhigen, mit gewohnter Präzision und Ausgefeiltheit erfolgenden Vorträge vom Jodelclub Säntisgruess (Leitung). Naturjodel und Lieder der bewährten Formation kamen kräftig und gleichzeitig geschmeidig daher – Felsen in der Brandung des komplexen musikalischen Geschehens rund um sie. Mit Vergnügen und männlicher Gelassenheit integrierten sie die mit viel Frauenpower agierenden «Königinnen» in den gemeinsamen Schlussgesang, zur sichtlichen Freude und lebhaftem Applaus des Publikums.

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