Kommentar
Leistungsausweis mit Lücken

In Kirchberg hat Schulratspräsident Orlando Simeon auf den 31. Juli 2022 seinen Rücktritt eingereicht. In seiner sechsjährigen Amtszeit musste er auch Rückschläge einstecken.

Beat Lanzendorfer
Beat Lanzendorfer
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Ein Erweiterungsbau beim Schulhaus Sonnenhof sowie ein Neubau einer Mehrzweckhalle wurden vom Stimmvolk abgelehnt.

Ein Erweiterungsbau beim Schulhaus Sonnenhof sowie ein Neubau einer Mehrzweckhalle wurden vom Stimmvolk abgelehnt.

Bild: Beat Lanzendorfer

Der Kirchberger Schulratspräsident Orlando Simeon hat per 31. Juli 2022 seinen Rücktritt eingereicht. Mit dem Bau neuer Schulhäuser in Bazenheid, der Digitalisierung, dem Ausbau der Tagesstrukturen sowie der Einführung des Lehrplans der Volksschule hat er einiges erfolgreich umgesetzt. Sein Leistungsausweis hat aber auch Lücken.

Da wäre die nicht geglückte Umsetzung einer Schulreform sowie der geplante Erweiterungsbau des Schulhauses Sonnenhof mit Neubau einer Mehrzweckhalle in Kirchberg – beides wurde vom Volk bisher abgelehnt. Simeon war dabei nicht ohne Schuld.

Kritiker führen die mangelhafte Kommunikation ins Feld. Als Beispiel dient das Dietschwiler Schulhaus. Bedenken, dass dieses bald geschlossen würde, konnte Simeon nie ganz aus dem Weg räumen. Schlimmer noch: Wegen einzelner seiner Aussagen befürchteten viele, dass das Schulhaus nur so lange bestehen bleibt, bis in Kirchberg der Erweiterungsbau fertiggestellt ist. Prompt scheiterte dieser an der Urne.

Dass nicht alle die gleiche Meinung wie der abtretende Schulratspräsident vertreten, zeigte seine Wiederwahl im Herbst 2020. Er lag nur knapp über dem absoluten Mehr – und das ohne Gegenkandidaten.

Das braucht Orlando Simeon nicht mehr zu kümmern. Nun liegt es an den Gemeindeparteien, eine geeignete Nachfolgelösung zu präsentieren. Zu wünschen wäre eine breite Findungskommission, die sich auf eine Kandidatin oder einen Kandidaten einigt, die oder der in der ganzen Kirchberger Bevölkerung abgestützt ist.