Kommentar
Ein kommunikatives Debakel – die Informationspolitik des Kirchberger Schulrates lässt zu wünschen übrig

Der Schulrat hat im Vorfeld der Abstimmung vom 13. Juni über Bauten im Zusammenhang mit der Schule unglücklich kommuniziert. Die in den Raum gestellte Schliessung der Dietschwiler Schule könnte zum Nein an der Urne geführt haben.

Beat Lanzendorfer
Beat Lanzendorfer
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In Kirchberg haben sich die Stimmberechtigten gegen die Pläne von Schul- und Gemeinderat entschieden.

In Kirchberg haben sich die Stimmberechtigten gegen die Pläne von Schul- und Gemeinderat entschieden.

Bild: Beat Lanzendorfer

Die Pläne lagen auf dem Tisch. Für 19,5 Millionen Franken wollte die Gemeinde Kirchberg eine Schulraumerweiterung sowie eine Mehrzweckhalle mit zugehöriger Tiefgarage beim Primarschulhaus Sonnenhof in Kirchberg bauen. Bis vor gut vier Wochen schien wenig darauf hinzudeuten, dass das Projekt an der Urne scheitern könnte.

Doch nach der Ankündigung, die Schule in Dietschwil möglicherweise im Jahr 2022 zu schliessen, hätte der Schulrat das Projekt auch gleich für gescheitert erklären können. Es kam eine Welle der Emotionen ins Rollen, die nicht mehr zu stoppen war. Plötzlich hiess es: «Nach Müselbach ist nun Dietschwil an der Reihe, und was kommt danach? Gähwil?»

Die Gemeinde Kirchberg besteht aus fünf Dörfern und rund 100 Weilern. Deren Einwohner haben keine Lust auf eine Zentralisierung, in der es nur noch Schulen in Kirchberg und Bazenheid gibt. Bei Landschulen darf nicht nur der finanzielle Aspekt zentral sein. Sie sind in erster Linie ein wichtiger sozialer Bestandteil in den Dörfern. Der Schulrat tut deshalb gut daran, den Denkzettel der Abstimmung an- und ernst zu nehmen. Wenn man berücksichtigt, wie viele Steuergelder beim abgelehnten Kirchberger Projekt für die Planung und die Projektierung bereits draufgegangen sind, darf auch eine Landschule weiterhin etwas kosten.

Die Leidtragenden dieses kommunikativen Debakels sind die Einwohnerinnen und Einwohner von Kirchberg. Es steht ausser Frage: Das Dorf benötigt Schulraum und eine Mehrzweckhalle. Zukünftige Projekte sollten so aufgegleist werden, dass der Fortbestand der Aussenschulen gewährleistet ist, die Bedürfnisse der grösseren Schulen aber genauso abgedeckt werden können.

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