Knallig, kräftig, kunterbunt - eine Ebnat-Kapplerin stellt erstmals in Rorschach aus

Die Kunstmalerin Lilo Michel aus Ebnat-Kappel zeigt eine Auswahl ihrer farbenprächtigen Werke im Rahmen ihrer ersten Gruppenausstellung im Atelier Gleis 17 in Rorschach.

Anina Rütsche
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Künstlerin Lilo Michel aus Ebnat-Kappel widmet sich der Acryl- und Ölmalerei. (Bild: Anina Rütsche)

Künstlerin Lilo Michel aus Ebnat-Kappel widmet sich der Acryl- und Ölmalerei. (Bild: Anina Rütsche)

Die Farben, vor allem die knalligen, sind Lilo Michels Welt. Das sieht man sofort, wenn man die Künstlerin in Ebnat-Kappel besucht. Ihre bunten Kleider passen perfekt zu den grossformatigen Acryl- und Ölbildern, die sie im weitläufigen, lichtdurchfluteten Neubau neben dem Ackerhus aufgehängt hat, wo sie mit ihrem Mann Heinz wohnt.

Der Malerei widmet sich Lilo Michel seit genau 20 Jahren. Angefangen hatte sie allerdings – und dies ist rückblickend erstaunlich – mit einem Aquarellkurs. «Dort merkte ich aber schnell, dass mir die hellen, wässrigen Farben nicht wirklich zusagen», erklärt die fünffache Grossmutter. Daher entschied sie sich, an der Schule für Gestaltung in St. Gallen einen Abendkurs zu belegen, wo unterschiedliche Stile vorgestellt wurden und ausprobiert werden konnten.

So fand die Toggenburgerin zur expressiven Acryl- und Ölmalerei, die seither einen wichtigen Stellenwert in ihrem Leben innehat. Im Obergeschoss ihres Hauses hat die Künstlerin ein Atelier eingerichtet. Dort taucht sie regelmässig in ihre Welt ein und vergisst die Zeit, während sie Pinsel und Spachtel über die Leinwand sausen lässt.

Aktueller Schwerpunkt sind Tiermotive

Lilo Michels aktueller Schwerpunkt sind Tierbilder, die sie anhand von Fotos malt. «Manchmal suche ich stundenlang im Internet, bis ich ein Motiv gefunden habe, das mir gefällt.» Ob sich die Vorlage eigne, merke sie jeweils schnell: «Das springt mich dann einfach so an, und schon habe ich etliche Ideen.» Stets lässt sich die Künstlerin treiben von den vielen Möglichkeiten, welche ihr die Farben, Formen und Materialien bieten. Dabei profitiert sie von ihrer jahrelangen Erfahrung und von den Weiterbildungen, die sie nach wie vor regelmässig besucht.

Auch den Betrachterinnen und Betrachtern soll bewusst viel Spielraum gelassen werden, um Neues und bisher Unbekanntes zu entdecken. «Ich möchte, dass sich die Leute unvoreingenommen mit dem Gezeigten auseinandersetzen», erklärt die Ebnat-Kapplerin. «Darum gebe ich meinen Bildern keine Namen.»

«Synergien können optimal genutzt werden»

Eine Auswahl der neusten Arbeiten wird ab Sonntag, 3. März, in Rorschach zu sehen sein, im Rahmen von Lilo Michels erster Gruppenausstellung. Diese findet im Atelier Gleis 17 in der ehemaligen Schalterhalle im Bahnhofsgebäude statt. Dort sind eine Töpferei und ein Goldschmiedeatelier beheimatet, geführt von Esther Bleiker und Sonja Wicki. Die beiden Handwerkerinnen veranstalten regelmässig Werkschauen mit anderen Kunstschaffenden.

Lilo Michels Teilnahme an der aktuellen Veranstaltung hat sich kurz nach dem Jahreswechsel relativ spontan ergeben. Entsprechend zügig mussten die Vorbereitungen ablaufen. An der Form der Gruppenausstellung schätzt Lilo Michel vor allem, dass auf diese Weise die Synergien optimal genutzt werden können. «Wenn man sich auf diese Weise zusammentut, erspart das einiges an Aufwand im Vergleich zu einer Einzelwerkschau.»

Die beiden weiteren Aussteller in Rorschach sind Jana Konikova aus Altenrhein und Guido Pagani aus dem Puschlav. Noch kennt Lilo Michel ihre «Mitstreiter» nicht persönlich, doch dies werde sich ja bald ändern, fügt sie lachend an. Was es in Rorschach zu sehen geben wird, verrät der druckfrische Flyer. Bei Jana Konikova stehen abstrakte Bilder im Zentrum. Hierfür hat sie gemäss Ausschreibung reale Motive zur Vorlage genommen und diese in andere Muster, Formen und Farben transferiert. Der 88-jährige Guido Pagani wiederum zeigt unter dem Titel «Zirkulare Perspektiven» eine Bilderserie mit Landschaften, die er aus verschiedenen Blickwinkeln gemalt hat.

Wenn die Bilder weiterziehen

Dass ihre nächste Ausstellung am Bodensee und nicht im heimischen Toggenburg stattfindet, sieht die energiegeladene Ebnat-Kapplerin übrigens als Vorteil: «Ich erhoffe mir, in der neuen Region weitere potenzielle Kundinnen und Kunden zu gewinnen.» Damit spricht sie die Tatsache an, dass sie ihre Bilder nicht nur bei sich daheim präsentiert, sondern auch zum Verkauf anbietet. Zwar schmerze es sie im ersten Moment jeweils, ein liebgewonnenes Gemälde weiterziehen zu lassen, räumt Lilo Michel ein. «Doch es freut mich auch, wenn ich sehe, dass ich mit meiner Arbeit andere Menschen glücklich machen kann.»

Hinweis

«Kunst im Bahnhof», mit Lilo Michel, Guido Pagani und Jana Konikova im Atelier Gleis 17 an der Churerstrasse 17 in Rorschach: Vernissage mit Apéro am Sonntag, 3. März, 11 bis 17 Uhr. Öffnungszeiten: Montag von 14 bis 17 Uhr; Dienstag, Donnerstag und Freitag von 10 bis 12 Uhr und von 14 bis 17 Uhr sowie Samstag von 13 bis 16 Uhr. Die Ausstellung dauert bis 26. Mai. www.art-lilo.com zu finden.