Klimagruppe Wattwil fordert Reaktion von der Gemeinde

Mit einem offenen Brief will die Klimagruppe den Wattwiler Gemeinderat zum Handeln bewegen.

Ruben Schönenberger
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Über 150 Personen haben gemäss den Organisatoren an der Klimademo in Wattwil teilgenommen. Nun will die Klimagruppe den Druck auf die Gemeinde erhöhen. (Bild: Sascha Erni)

Über 150 Personen haben gemäss den Organisatoren an der Klimademo in Wattwil teilgenommen. Nun will die Klimagruppe den Druck auf die Gemeinde erhöhen. (Bild: Sascha Erni)

«Man wird sicher von uns hören», sagte Joel Müller von der Klimagruppe Wattwil nach der ersten Klimademo in Wattwil Ende August.

Dieses Versprechen lösen die Organisatoren der Demonstration nun ein. Die Klimagruppe wendet sich in einem offenen Brief an den Wattwiler Gemeinderat. Über 150 Personen hätten sich zur Klimademo in Wattwil versammelt, schreibt die Gruppe darin, und fordert eine Reaktion der Gemeinde Wattwil. «Die zahlreich erschienenen Menschen haben ein starkes Zeichen für mehr Klimaschutz im Toggenburg und insbesondere in Wattwil gesetzt», heisst es im Schreiben.

Mehr Velowege und bessere Anschlüsse

Im offenen Brief formuliert die Klimagruppe konkrete Forderungen. So solle der Gemeinderat den Klimanotstand ausrufen, wie es an der Demonstration gefordert wurde. Somit würde der Rat die Klimakatastrophe als eine zu bewältigende Krise anerkennen. Nur das Label Energiestadt zu tragen, reiche nicht. Die Gemeinde müsse die Treibhausgasemissionen bis ins Jahr 2030 auf netto Null senken.

Das Klima habe sich in der Schweiz bereits erwärmt. «Vermehrt müssen Bauern mit Dürren rechnen und ältere Menschen sind gezwungen, sich vor den Hitzeperioden in Acht zu nehmen», schreibt die Klimagruppe weiter. Das erfordere gerade in ländlichen Gebieten konsequentes Handeln. Dafür soll die Gemeinde auch Fördergelder bereitstellen, die finanzschwächeren Einwohnerinnen und Einwohnern zugutekämen, die Massnahmen zur Senkung der Treibhausgasemissionen ergreifen möchten.

Gemeinde soll einen Bericht erstellen lassen

Auf Anfrage konkretisiert Müller, welche Massnahmen sich die Klimagruppe vorstellt.

«Wir fordern einen Ausbau der Velowege und eine Verbesserung der Anschlüsse des öffentlichen Verkehrs.»

Zudem sollen auch die Bewilligungsverfahren für bauliche Massnahmen vereinfacht werden, die der Senkung der Emissionen dienen.

«Wir haben noch viel mehr Ideen und Vorschläge und sind offen für den Austausch mit der Gemeinde», sagt Müller weiter. Die Gemeinde solle aber jetzt einen Bericht erstellen lassen, der aufzeigt, was möglich wäre.

Weitere Gemeinden sollen mitmachen

«Als Zentrumsgemeinde im Toggenburg ist die Verantwortung von Wattwil besonders gross», schreibt die Klimagruppe abschliessend. Deshalb müsse sich die Gemeinde über ihre Grenzen für eine nachhaltige Umweltpolitik einsetzen. Weitere Gemeinden seien eingeladen, den Forderungen ebenfalls nachzukommen.

Die Klimagruppe hat den offenen Brief am Montagmorgen der Gemeinde übergeben, mit der Veröffentlichung aber bis Dienstag zugewartet, um der Gemeinde Zeit zu geben. Reaktionen von der Gemeinde habe man bisher noch keine erhalten. Auch für eine Stellungnahme gegenüber dieser Zeitung war die Gemeinde am Dienstagnachmittag nicht erreichbar.