Klangwelt Toggenburg
Festivaljahr statt Festivalwoche: Wie die Klangwelt Toggenburg ihr Aushängeschild an die Coronazeit anpasst

Im vergangenen Jahr fiel das Klangfestival dem Lockdown zum Opfer, in diesem Jahr steht es im Fokus des Wandels und der Transformation. Das Festivaljahr der Klangwelt Toggenburg ermögliche dem Publikum, sicher und frei essenzielles Kulturschaffen zu erleben. Dies in ganz unterschiedlichen Formaten.

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Die Propstei und die Klosterkirche in Alt St.Johann sind nicht mehr Zentrum des Klangfestivals. Sie spielen aber dennoch eine Rolle im Festivaljahr.

Die Propstei und die Klosterkirche in Alt St.Johann sind nicht mehr Zentrum des Klangfestivals. Sie spielen aber dennoch eine Rolle im Festivaljahr.

Bild: PD

(pd/sas) Die Klangwelt Toggenburg definiert künstlerische Erlebnisse in diesem Jahr neu. Sie präsentiert weniger klassische Konzertformate, dafür mehr Performances, Installationen, Klang- und Videokunst sowie die Einbindung von Natur und Umwelt. Das ursprünglich rund zwei Wochen dauernde Klangfestival werde so im Covid-19-Festivaljahr zu einer unverwechselbaren Klangkunstwelt, in die sich immer wieder neu eintauchen lässt, schreibt die Klangwelt Toggenburg in einer Medienmitteilung.

Die Klangwelt verschiebt Horizonte, verändert Wahrnehmungen, ermöglicht neue Zugänge und bewahrt dennoch Traditionen. Natürlich bleibe die Musikkultur des Toggenburgs dabei weiterhin integraler Bestandteil, wird in der Medienmitteilung betont.

Schülerinnen und Schüler erforschen ihre persönliche Klangwelt

Christian Zehnder, Künstlerischer Leiter des Festivaljahrs.

Christian Zehnder, Künstlerischer Leiter des Festivaljahrs.

Bild: PD

Nachfolgegenerationen verpflichtet, startet die Klangwelt Mitte Mai in Kooperation mit der Schule Wildhaus-Alt St. Johann in das Transformations- oder eben Werkstattjahr. In einem Schulprojekt unter der Leitung der beiden Künstler Simon Berz und Nico Feer erforschen die Obertoggenburger Schülerinnen und Schüler ihre ganz persönliche Klangwelt und machen neue Erfahrungen mit den Klängen, die sie umgeben.

Zeitgleich überwinden die Innerschweizer Sängerin Simone Felber und die Lausanner Künstlerin Simone Aubert in einer Residenz in Zusammenarbeit mit dem Chössitheater, dem Rathaus für Kultur sowie dem B-Sides Festival Sprach- und Stilbarrieren. Uraufgeführt wird das Werk am Pfingstfreitag im Dömli in Ebnat-Kappel, in Anwesenheit von Kulturschaffenden aus der ganzen Schweiz.

Das Toggenburg in neuem Licht sehen

Im Rahmen der «Zwischentonschau» am Pfingstwochenende tauchen der Künstlerische Leiter, Christian Zehnder, sowie der Regisseur und Wolkenmacher Tom Lutz die Propstei Alt St. Johann in ein speziell für die Klangwelt konzipiertes Klang- und Nebelmeer. Viele Musikerinnen und Musiker aus dem Toggenburg wirken bei diesem spektakulären 24-Stunden-Klangwerk mit.

Weitere Klangskulpturen auf dem Klosterareal laden an Pfingsten zum Wandeln und Verweilen ein. Ein weiterer Höhepunkt kreiert das junge Kunstkollektiv Packungsbeilage: Sie setzen die Fassade der ehemaligen Klosterkirche St. Johann mit Videokunst in Szene und verwandeln die Thurfälle in ein Lichtspektakel, wie es das obere Toggenburg noch nie gesehen hat. Die Frischluftangebote und verschiedenen Schauplätze wird die Klangwelt so gestalten, dass sie der aktuellen Pandemiesituation Rechnung tragen.

Toggenburger Orchester spielt auf dem Klangweg

Das Toggenburger Orchester haucht Ende Juni und Anfang Juli dem Klangweg zusätzliches musikalisches Leben ein und verblüfft mit ungewohnten Auftritten. Ebenfalls im Juli beginnt die Verabschiedung des ehemaligen Seminarhauses Seegüetli am Schwendisee in Wildhaus mit moderierten Gesprächen und Gästen aus Kultur, Politik und Wissenschaft, die sich dem Innehalten und Vorausschauen widmen.

Expertinnen und Experten ihres Faches diskutieren in einer moderierten Gesprächsrunde jeweils am ersten Donnerstag des Monats zwischen Juli und November bewegende Themen. In den Diskussionen werden kognitive Türen aufgestossen und die Weichen für den Inhaltskosmos der Klangwelt mit Klanghaus gestellt.

Moornacht, Traktorparade, Chill

Als Schlussbouquet der Seminarwochen auf der Wolzenalp, bei welchen von Mitte Juli bis Mitte August anerkannte Fachpersonen und Künstlerinnen und Künstler aus den Bereichen Rhythmik, Gesang, Tanz, Klang und Kulinarik im eigens aufgebauten Jurtendorf Inhalte vermitteln, organisiert die Klangwelt Toggenburg eine Tavolata Musicale. Unter dem Sternenhimmel über dem Hochmoor geniessen die Gäste erlesene Musik und Kulinarisches vom Feuer unter der Ägide von Dominik Flammer, dem Autor des Werkes «Das kulinarische Erbe der Alpen».

Die Natur spielt im Festivaljahr eine grosse Rolle, auch auf der Wolzenalp wird es Veranstaltungen geben.

Die Natur spielt im Festivaljahr eine grosse Rolle, auch auf der Wolzenalp wird es Veranstaltungen geben.

Bild: Anina Rütsche

Basis für die Veranstaltung «Traktorparade» von Anfang September bildet ebenfalls eine typische Alpen-Szenerie: Namhafte Musikformationen konzertieren auf Ladewagen in verschiedenen Dörfern des Obertoggenburgs. Transportiert wird die wertvolle Fracht mit Traktoren.

Weiter geplant ist eine zwölfstündige Elektro-Klanginstallation mit dem Projekttitel «Chill», die eine junge Garde von Soundtüftlerinnen und Soundtüftlern ins Toggenburg bringt. Sämtliche Veranstaltungen werden in ihrer Durchführungsart auf die vorherrschenden Bedingungen angepasst.

Aufgrund der notwendigen, rollenden Planung öffnet die Klangwelt Toggenburg den Vorverkauf etappenweise, erstmals Anfang April. Informationen sind tagesaktuell unter klangwelt.swiss/klangfestival zu finden.