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Interview

Christian Spoerlé vom Verein Kultur Toggenburg ist überzeugt: «Das Klanghaus wäre ein Mehrwert»

Das Klanghaus Toggenburg ist ein Kulturprojekt, hat aber eine starke wirtschaftliche Bedeutung, findet Christian Spoerlé, Präsident von Kultur Toggenburg. Finanzielle Unterstützung gibt es von dieser Organisation nicht, wohl aber moralische.
Sabine Camedda
Jodeln bringt die Atmosphäre zum Vibrieren. (Bild: Benjamin Manser (2013)

Jodeln bringt die Atmosphäre zum Vibrieren. (Bild: Benjamin Manser (2013)

Der Verein Kultur Toggenburg, dem der Ebnat-Kappler Gemeindepräsident Christian Spoerlé vorsteht, unterstützt kulturelle Projekte im Toggenburg. Der Präsident erklärt, warum die Klangwelt Toggenburg nicht gefördert wird und warum es aus seiner Sicht das Klanghaus Toggenburg unbedingt braucht.

Wie beschreiben Sie das aktuelle Kulturangebot im Toggenburg?

Christian Spoerlé (Bild: Ralph Ribi)

Christian Spoerlé (Bild: Ralph Ribi)

Christian Spoerlé: Ich erlebe das kulturelle Toggenburg grundsätzlich als ein unglaublich grosses Reservoir an Kunstschaffenden. Ich stamme ja aus dem Zürcher Oberland und habe mehrere Regionen kennen gelernt, aber ich habe nichts, auch nicht annähernd Vergleichbares an kultureller Vielfalt gefunden.

Welchen Stellenwert nimmt die Klangwelt Toggenburg darin ein?

Die Klangwelt ist nicht rein kulturell, sondern richtet sich auch stark touristisch aus. Das unterscheidet sie von anderen kulturellen Angeboten. Berührungspunkte mit dem Verein Kultur Toggenburg gibt es kaum. Die Klangwelt Toggenburg hat sich selber definiert und entwickelt, darum kamen die Verantwortlichen in der Anfangsphase nie auf dem direkten Weg zu uns. Im Lauf des Entwicklungsprozesses entstanden aber innerhalb der Klangwelt immer wieder einzelne Projekte von Kulturschaffenden, die bei uns Gesuche eingereicht haben und die wir nach einer sorgfältigen Prüfung auch finanziell unterstützt haben.

Wo sehen Sie das Klanghaus? Im wirtschaftlich-touristischen Umfeld oder in der Kultur?

Es ist ein kulturelles Projekt, das sich im wirtschaftlich-touristischen Umfeld ansiedelt. Wenn man die Strahlkraft, die dieses Klanghaus einst erbringen soll, genauer anschaut, ist es weit mehr als ein kultureller Hotspot. Für viele kulturelle Veranstaltungen und für eine Weiterentwicklung der Kultur spielt es eine zentrale und wichtige Rolle. Es ist sozusagen ein ergänzender Teil.

Was macht die Faszination des Klanghauses für Sie aus?

Ich erkläre sie mit einem persönlichen Erlebnis. Früher hat mich der Jodel nicht sonderlich berührt. Dann war ich einmal in einem Raum, in dem drei Personen gejohlt haben, und da konnte ich spüren, wie die Atmosphäre anfing zu vibrieren.

Mein Körper hat angefangen, diese Resonanz aufzunehmen. Das ist etwas ganz Spezielles, das man nicht so einfach beschreiben kann.

Es macht etwas mit einem, ohne dass man besondere Fähigkeiten und Fertigkeiten haben muss. Und genau das wäre im Klanghaus möglich und ich finde, das sollten alle mal spüren dürfen, denn das tut der Seele gut.

Wäre das Klanghaus ein Mehrwert für das Toggenburg?

Ja, ganz eindeutig.

Und wir haben jetzt die Chance, am Schwendisee etwas absolut Einmaliges zu machen?

Davon bin ich zutiefst überzeugt. Ich bin überzeugt, dass die Zeit für ein Klanghaus jetzt reif ist und wenn es nicht bei uns gebaut wird, dann wird es an einem anderen Ort entstehen. Das ist jetzt nicht Angstmacherei. Man ist auf die Idee aufmerksam geworden und hat sich damit beschäftigt. Ein solches Haus kann sich weiter entwickeln, auch wissenschaftliche Experimente wären möglich. Leider ist der kulturelle Bereich, mit dem wir beginnen, nicht gleich gut fass- und erklärbar wie die Wissenschaft.

Das Thema dieses Hauses wäre die Kultur. Glauben Sie, dass auch Kunstschaffende aus dem Toggenburg davon profitieren könnten?

Ja, das glaube ich. Man will ja mit dem Klanghaus einen Schwerpunkt für Kultur, und da spreche ich vor allem vom Bereich Musik, schaffen. Da werden sich komplett neue Dimensionen eröffnen und es werden neue Möglichkeiten entstehen, wie man mit dem Thema Klang umgehen kann und wie es sich weiterentwickeln könnte.

Sie haben gesagt, dass Kultur Toggenburg bereits Projekte aus der Klangwelt Toggenburg finanziell unterstützt hat. Ist ein fixer Beitrag von dieser Seite vorgesehen?

Kultur Toggenburg spricht keine Gelder an eine Infrastruktur oder für ein Gebäude. Ich könnte mir aber gut vorstellen, dass bei uns Gesuche für konkrete Projekte, die im Klanghaus stattfinden, eingereicht werden. Das könnte beispielsweise ein Auftritt eines bestimmten Musikers sein, dessen Engagement wir finanziell unterstützen könnten. Diese Gesuche nehmen wir gerne entgegen und prüfen sie, wie wir es mit allen Gesuchen machen. Wir sind bei neuen Projekten grosszügig und ich finde, die Kunstschaffenden sollten diese Chance unbedingt auch nutzen.

Sind seitens Kultur Toggenburg Aktivitäten im Vorfeld der Abstimmung zum Klanghaus vorgesehen?

Wir äussern unsere Meinung, wenn wir danach gefragt werden. Als Verein haben wir keine Aktivitäten vorgesehen. Aber einige unserer Mitglieder engagieren sich in anderen Funktionen im Abstimmungskampf.

Wie einfach ist es, die Bevölkerung vom Klanghaus zu überzeugen?

Im Gespräch mit Leuten spüre ich, dass viele meinen, das Klanghaus wäre für eine elitäre Gruppe von Menschen, die dort oben am Schwendisee irgendetwas machen wollen.

Diese Wertigkeit, insbesondere der Anstrich des Elitären, finde ich falsch. Wenn jemand johlen kann, dann ist das nicht elitär, sondern eine Fertigkeit, eine Begabung.

Wenn die Jodler ihren Gesang und die damit verbundenen Gefühle für andere zugänglich machen wollen, ist das ein Mehrwert für alle, die davon profitieren möchten. Wenn man in dem Haus zusätzlich über die Resonanz dem Klang auf die Spur kommt und dessen Auswirkungen auf den Menschen und den Organismus erforscht, ist das auf keinen Fall schlecht für unsere Gesellschaft. Man sagt ja immer, Musik ist gesund, Musik tut dem «Gmüet» gut, Musik bewegt und kann im Menschen etwas bewirken.

Werden Sie persönlich im Klanghaus verkehren, wenn es denn einmal eröffnet ist?

Ich werde dort sicher anzutreffen sein. Mit gefällt es am Schwendisee und die spezielle Atmosphäre berührt mich immer wieder. Ich denke auch, dass ich an Veranstaltungen teilnehmen werde, die dort stattfinden. Warum nicht auch in einer aktiven Rolle?

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