Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Klanghaus-Abstimmung: Geschäftsleiter von Toggenburg Tourismus hofft auf den «Bilbao-Effekt»

Die Abstimmung vom 30. Juni stellt für die Tourismusregion Toggenburg eine wichtige Weiche. Das Klanghaus täte nicht nur dem Tourismus in Wildhaus-Alt St.Johann gut, findet Christian Gressbach.
Sabine Camedda
Die Schwendi mit dem Schwendisee wird zum Herzen der Klangwelt Toggenburg. Bild: (Sabine Camedda)

Die Schwendi mit dem Schwendisee wird zum Herzen der Klangwelt Toggenburg. Bild: (Sabine Camedda)

Christian Gressbach, Geschäftsleiter Toggenburg Tourismus. (Bild: Sabine Camedda)

Christian Gressbach, Geschäftsleiter Toggenburg Tourismus. (Bild: Sabine Camedda)

Christian Gressbach, Geschäftsführer von Toggenburg Tourismus betrachtet die kantonale Abstimmung über den Baukredit für das Klanghaus als eine der wichtigsten Abstimmungen in der letzten Zeit. «Wenn die Stimmbürger die Vorlage ablehnen, folgt eine grosse Ernüchterung, ja sogar eine Trauerstimmung», glaubt er. Bei einer Zustimmung sähe es viel positiver aus. Das Klanghaus könnte ein Impuls für die ganze Region sein. Christian Gressbach zieht in diesem Zusammenhang eine Parallele zur nordspanischen Stadt Bilbao. Die Stadt galt touristisch als wertlos, dann wurde 1997 ein Guggenheim-Museum eröffnet:

«Dieses gab den nötigen Impuls und zog weitere Angebote nach sich. Heute blüht die Stadt und zieht viele Touristen an, die nicht nur wegen des Museums dorthin reisen.»

Einen solchen Bilbao-Effekt, wenn auch in kleinerem Masse, könnte das Klanghaus erzeugen. Denn: In der Botschaft der St.Galler Regierung zu Handen des Kantonsrats wird mit 3000 bis 5000 zusätzlichen Logiernächten pro Jahr gerechnet, generiert durch Klangkurse und die Nutzung des Klanghauses durch Dritte.

Zielgruppe bringt viel Wertschöpfung

Aus touristischer Sicht sprächen noch mehr Gründe für das Klanghaus, argumentiert Christian Gressbach. «Ein positiver Aspekt ist, dass das Klanghaus ganzjährig genutzt werden kann, unabhängig vom Wetter.» Das Konzept spreche zudem verschiedene Zielgruppen an. Das Klanghaus bietet zwar in erster Linie Proberäume für Sänger, Chöre und Musiker. Es kann aber auch von Firmen und weiteren Gruppen für verschiedene Anlässe genutzt werden, dazu werden einige Touristen erwartet, die das Gebäude wegen der Architektur besichtigen wollen. Christian Gressbach sagt:

«Wir gehen davon aus, dass Chöre und Gruppen mehrere Tage im Klanghaus arbeiten und deshalb eine gewisse Zeit im Toggenburg bleiben».

Solche Gästegruppen sorgen für viel Wertschöpfung, denn die Gäste verpflegen sich, übernachten und nutzen weitere touristische Angebote wie beispielsweise die Bergbahnen.

Christian Gressbach beziffert die dafür errechnete jährlich wiederkehrende Wertschöpfung auf 5,3 Millionen Franken. Das komme der Standortgemeinde Wildhaus-Alt St.Johann sicher zugute, sagt Christian Gressbach. Er ist jedoch überzeugt, dass auch andere touristische Leistungsträger von den Gästen des Klanghauses profitieren. Denn nicht alle finden in Wildhaus-Alt St.Johann den gewünschten Unterkunftstyp und auch bezüglich Ausflugsmöglichkeiten gebe es weitere Möglichkeiten wie den Baumwipfelpfad in Mogelsberg oder Museen im mittleren und unteren Toggenburg. Ein Projekt wie das Klanghaus, das solche Impulse geben kann, sei einmalig. Touristiker anderer Destinationen seien neidisch, dass das Toggenburg ein solches erhalte, sagt Christian Gressbach.

Stärke gegenüber anderen Destinationen zeigen

Das Toggenburg als Tourismusregion und Anbieter haben bereits erste Vorbereitungen getroffen, um einen Gewinn aus dem Klanghaus zu ziehen. Unter dem Namen Klangschwendi sollen mehrere Angebote von Dienstleitern im Gebiet rund um den Standort des Klanghauses zusammengefasst werden. Der Kanton arbeitet zudem ein Tourismusentwicklungskonzept aus, um das Thema Klang zu vertiefen und mit gezielten Impulsen weitere Angebote anzustossen. Davon profitieren könnte beispielsweise ebenfalls die Freizeit und Touristik Neckertal AG, die das Resorthotel in Mogelsberg wieder zum Leben erwecken will.

Christian Gressbach ist überzeugt, dass das Toggenburg als Tourismusregion ein Angebot wie das Klanghaus braucht, um konkurrenzfähig gegenüber anderen Destinationen zu sein und Stärke zu zeigen. «Das Projekt basiert auf den Werten, die wir im Toggenburg vertreten.» Dass es mehrere Anläufe brauchte, um das Projekt an die Urne zu bringen, stört ihn nicht. «Jetzt ist das Klanghaus gut auf den Tourismus abgestützt und kein Fremdkörper mehr in unserer Strategie», sagt Christian Gressbach.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.