Die Seiten gewechselt: Michaela Bauer steht nun an der Seite der Jugendarbeitenden und Jugendseelsorgern

Seit August führt Michaela Bauer die Arbeitsstelle kirchliche Jugendarbeit (akj) Wattwildhaus und unterstützt so die Jugendseelsorgenden im Dekanat Wil-Wattwil.

Sabine Camedda
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Offene Tür: Michaela Bauer führt seit vergangenem August die Arbeitsstelle Kirchliche Jugendarbeit Wattwildhaus.

Offene Tür: Michaela Bauer führt seit vergangenem August die Arbeitsstelle Kirchliche Jugendarbeit Wattwildhaus.

Bild: PD

Mit Jugendarbeit kennt sich Michaela Bauer aus. Mehrere Jahre lang beschäftigte sie sich in der Seelsorgeeinheit Oberes Toggenburg mit Jugendlichen. Im August 2019 beendete sie ihre Anstellung und baute die Arbeitsstelle kirchliche Jugendarbeit (akj) auf. «Das ist die verbindende Stelle aller kirchlichen Jugendarbeitenden und Jugendseelsorgenden im ganzen Dekanat, das heisst, zwischen Wildhaus und Wil, inklusive dem Neckertal», fasst Michaela Bauer kurz zusammen, was sie in einem 60-Prozent-Pensum macht.

Die Erfahrung, die sie im Oberen Toggenburg gemacht hat, nützt Michaela Bauer viel für ihre heutige Aufgabe. Durch ihre Tätigkeit kennt sie einerseits die Jugendarbeitenden und Jugendseelsorgenden der anderen Seelsorgeeinheiten und die Ansprechpartner beim Bistum St.Gallen. «Andererseits kenne ich auch die Wünsche und Sörgeli und kann ihnen so Tipps aus der Praxis geben», sagt sie.

Stelle wurde von Null auf aufgebaut

Michaela Bauer hat die akj Wattwildhaus von Null auf aufgebaut. In der Zwischenzeit hat sie ein Logo kreiert, den Internetauftritt erstellt und zwischendurch rege Austausch mit den Jugendarbeitenden und Jugendseelsorgenden gepflegt. Sogar erste Anlässe hat die akj organisiert. «Wir haben ein Dankesfest für die Leiterinnen und Leiter von Jungwacht/Blauring und von Ministrantengruppen durchgeführt», erzählt Michaela Bauer. Die grosse Teilnehmerzahl von allen Seelsorgeeinheiten und die gute Stimmung motivieren sie, weitere Anlässe auf die Beine zu stellen.

Arbeitsstelle kirchliche Jugendarbeit (akj)

Es gibt bereits fünf Arbeitsstellen für kirchliche Jugendarbeit (akj) im Bistum St. Gallen. Im vergangenen August wurde die akj in Wattwil für das Dekanat Wil-Wattwil aufgebaut. Sie kümmert sich um die Jugendarbeitenden und Jugendseelsorgenden der im Dekanat zusammengeschlossenen fünf Seelsorgeeinheiten. Den akj übergeordnet ist die Fachstelle für Jugendarbeit des Bistums St.Gallen DAJU. Sie hilft beim Aufbau der akj Wattwildhaus und dient als Ansprechstelle für die akj-Leiterin. (sas)

Ideen scheinen genügend vorhanden zu sein. Für Michaela Bauer ist es wichtig, dass diese dem Bedürfnis der Jugendlichen entsprechen und niederschwellig sind. Sollte ein Anlass bei den Jugendlichen auf wenig Interesse stossen, lässt sie sich dadurch nicht entmutigen.

Jugendarbeit ist Beziehungsarbeit

Diesen Spirit möchte Michaela Bauer den Jugendarbeitenden und Jugendseelsorgenden mitgeben. «Sie sind als Schnittstellen vor Ort unverzichtbar und sehr wichtig», betont sie. Denn Jugendarbeit ist vor allem Beziehungsarbeit und muss im kleinen Rahmen erfolgen. Sie sieht ihre Aufgabe darum auch vor allem auf der Ebene der Jugendarbeitenden und der Jugendseelsorgenden und ergänzend im direkten Kontakt mit den Jugendlichen selber.

«Ich stehe ihnen mit Rat zur Seite. Aber nicht, um mit ihnen Anlässe zu organisieren, sondern eher in der Rolle eines Coachs.»

Sie führt mit den Jugendarbeitenden ein Jahresgespräch auf fachlicher Ebene durch, bespricht Ziele und bietet Raum für eine Reflexion der Arbeit. Jugendarbeitende seien an vielen Orten Einzelkämpfer und stehen in einem professionellen Berufsfeld mit vielfältigen Aufgaben, hohen Ansprüchen und Erwartungen. Hier kann sie Hand bieten, die Jugendarbeitenden und Jugendseelsorgenden begleiten und sie stärken.

Unterstützung bietet sie auch bei der Fachausbildung nach «ForModula», die jeder neue Jugendarbeitende absolvieren muss. Sie stellt zudem den Austausch der Jugendarbeitenden und Jugendseelsorgenden des Dekanats untereinander sicher und engagiert sich bei Tagungen im Bistum. «Wir müssen noch herausfinden, was von unserer Stelle weiter gewünscht ist und können sie entsprechend prägen», sagt Michaela Bauer.

«Jugendarbeit ist gut, wenn sie gemacht wird»

Den Blick in die ganze Region, verbunden mit der Möglichkeit, grössere Anlässe zu organisieren, sieht sie als grosses Plus der akj Wattwildhaus. Klar ist für Michaela Bauer aber, dass sie in den einzelnen Seelsorgeeinheiten nicht reinreden will. «Auf Wunsch schaue ich aber gerne hinein und setze mich auch zu Gesprächen mit an den Tisch.»

Letztlich geht es ihr darum, die Jugendarbeit zu stärken. Sie ist daher auch offen für die Zusammenarbeit mit Jugendarbeit, die von den politischen Gemeinden oder von evangelischen Kirchgemeinden gemacht wird. «Jugendarbeit ist gut, wenn sie gemacht wird, egal mit welcher Etikette», sagt sie. Den Jugendlichen soll Raum geboten werden, um sich zu entwickeln und damit sie Erfahrungen machen können.

Michaela Bauer ist überzeugt, dass die akj Wattwildhaus einem Bedürfnis entspricht. «In meiner Zeit als Jugendarbeiterin hätte ich mir eine solche Stelle gewünscht, wo ich mit meinen Anliegen verstanden werde», sagt sie.

www.akj-wattwildhaus.ch