Kirchenmusik
Zwei Herzen für die Musik: Margret Herzog und Max Heinz haben über 70 Jahre Kirchenchöre dirigiert

Ein Abschiednehmen steht an. Margret Herzog und Max Heinz haben jahrzehntelang ihre Leidenschaft für Musik ins Toggenburg gebracht. Ein gemeinsames Adventskonzert bildet den Abschluss ihrer Arbeit.

Ruedi Roth
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Margret Herzog und Max Heinz lassen ihre Leidenschaft für Musik fliessen.

Margret Herzog und Max Heinz lassen ihre Leidenschaft für Musik fliessen.

Bild: PD

37 Jahre lang hat Margret Herzog verschiedene Chöre musikalisch geleitet; Max Heinz 34 Jahre. Die beiden Jahrgänger blicken auf eine wunderbare Zeit zurück. Projekte wurden verwirklicht. Die musikalische Vielfalt in ihren Kirchenchören wurde erweitert. Begeisterung für Musik weiterzugeben und als Dank vom Chor wieder zu empfangen, war ihr seelischer Lohn.

Margret Herzog ist die Sängerin; Max Heinz der Instrumentalist. So beschreiben sich die beiden in ihrem Werk. Dieser Umstand sei geradezu ideal, um ein gemeinsames Abschiedskonzert mit grosser Vielfalt zu präsentieren. Geplant wurde dieser Anlass im Jahr 2019. Infolge der Pandemie waren Verzögerungen nicht zu verhindern.

«Aber, dass wir beide an diesem Konzert unseren Abschied geben, wussten wir damals noch nicht.»

Von Kamerun ins Toggenburg

Zehn Jahre wuchs Margret Herzog in Kamerun auf. Dann zügelte die Familie nach St.Gallen. Musik war ihrer Mutters Leidenschaft. Also wurde Tochter Margret in den Blockflötenunterricht geschickt. Cello war das nächste Instrument. Sekundarlehrerin, Musik und Erwachsenenbildung bestückten darauf ihren Berufsweg. Im Kanton Bern absolvierte sie ihr Studium mit dem Hauptfach Schulmusik. Dort lernte sie ihren späteren Ehemann, den Musiklehrer Hermann Ostendarp, kennen. Im Toggenburg liessen sie sich nieder.

Der darbende Kirchenchor Nesslau hörte von den Fähigkeiten der ansässigen Sekundarlehrerin. So begann die aussergewöhnliche lange Liaison mit dem Kirchenchor Nesslau. Jetzt wird diese Formation aber aufgelöst. Margret Herzog schwärmt:

«Wir erlebten wunderbare Zeiten. Sowohl musikalisch als auch im zwischenmenschlichen Bereich.»

Dass es jetzt damit vorbei ist, habe verschiedene Gründe. Die Gesellschaft habe sich verändert. Die Kirche ebenfalls.

Mit Kirchenmusik aufgewachsen

Wie bei Margret Herzog war auch der Vater von Max Heinz Pfarrer. Das brachte es mit sich, dass der Bub oft in der Kirche war. Gleich neben dem Organisten war sein Platz. Das hat ihn geprägt.

«Wie diese Organisten mit ihrem Instrument umgingen, hat mich begeistert. Da wollte ich auch beruflich in diese Richtung ziehen.»

Zuerst wurde der Aargauer Primarlehrer. Aber die Musik wurde er nicht mehr los. Während sieben Jahren studierte er Klavier, Orgel, Schulmusik und Chorleitung. Er sei schon immer sehr breitgefächert gewesen in den musikalischen Stilrichtungen. Nur mit Jodeln und Volksmusik habe er nichts anfangen können, schmunzelt Max Heinz.

In Lichtensteig war vor 34 Jahren eine Stelle ausgeschrieben. Die Katholische Kirche suchte dort einen Chorleiter und Organisten, welcher auch in der Schule sein Wissen weitergeben würde. Max Heinz bekam die Stelle und somit auch die Leitung des Lichtensteiger Kirchenchors. Wie bei Margret Herzog war auch diese Formation zu diesem Zeitpunkt nicht auf Rosen gebettet. Doch das änderte sich bald.

So richtig gross wurde die Formation dann, als sie sich mit dem Kirchenchor Oberhelfenschwil zusammentat.

«Dies war nicht zuletzt auch darum interessant, weil sich da zwei unterschiedliche Gesellschaften verbanden. Sie ergänzten sich aber sehr gut.»

Ja, man sei schon immer auch ein wenig Psychologe in der Dirigentenarbeit, bestätigen Margret Herzog und Max Heinz übereinstimmend. Das erste gemeinsame Konzert bestritten die beiden im Jahr 2017. «Wir ergänzten uns bestens. Max ist auf Klavier und Orgel ein Meister und motiviert so die Chorarbeit fundamental», lobt Margret Herzog. Sie freuen sich sehr auf die bevorstehenden Abschiedskonzerte. Max Heinz will sich weiterhin aktiv der Orgelmusik widmen. Hingegen als Chorleiter sei er jetzt ausgelaugt. Margret Herzog will in Zukunft gerne wieder selbst mehr singen.

Die Konzerte finden am Samstag, 4. Dezember, um 17 Uhr in der evangelischen Kirche Nesslau und Sonntag, 11. Dezember, um 17 Uhr in der katholischen Kirche Lichtensteig statt.