Kirchenkonflikt: Bischof greift ein

Schwelende Konflikte gab es im Pastoralteam der Seelsorgeeinheit Bazenheid-Gähwil-Kirchberg seit einiger Zeit. Deren Eskalation hat nun den Bischof zum Eingreifen veranlasst. Den Pfarreien soll ein externer Leiter zur Seite gestellt werden.

Andrea Häusler
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Nun greift auch der Bischof in den Kirchenkonflikt in Kirchberg ein. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Nun greift auch der Bischof in den Kirchenkonflikt in Kirchberg ein. (Bild: Beat Lanzendorfer)

In der Gerüchteküche brodelt es. Doch niemand will zu den konkreten Ursachen und Inhalten der teaminternen Konflikte Stellung nehmen. Nicht die Exponenten des Pastoralteams oder der Kirchenverwaltungen, erst recht nicht das Bistum. Man habe Stillschweigen vereinbart, im Sinne der Sache beziehungsweise der Seelsorge in den drei Gemeinden, begründet die Kommunikationsbeauftragte des Bistums St. Gallen, Sabine Rüthemann, auf Anfrage.

Gerüchte und Halbwahrheiten

Die Krankschreibung von Pfarrer Albin Rutz – er hat seine Stelle anfangs Jahr angetreten – sowie Gerüchte um die Kündigungen des mitarbeitenden Priesters Alfred Germann, von Pastoralassistent Michael Kontzen und Pastoralassistentin Sibylle Spichiger hätten in jüngster Zeit zu Schuldzuweisungen und unfairen persönlichen Angriffen gegen verschiedene Personen im Seelsorgeteam geführt, sagte Rüthemann. Dies bedauerlicherweise in einer Phase, in der das Personalamt des Bistums, zusammen mit den Verantwortlichen in den Pfarreien und Kirchgemeinden, an einer Lösungsfindung gearbeitet habe. «Fakt ist, dass keiner der Kirchenverwaltungsräte eine Kündigung und der Bischof kein Demissionsgesuch erhalten hat», stellt Sabine Rüthemann klar, räumt jedoch ein, dass die drei Seelsorgenden ihren Austritt auf nächsten Sommer angekündigt hätten.

Externe Unterstützung

Die Situation ist zweifellos schwierig und ein Stück weit verfahren. Obwohl Rüthemann von gezieltem Mobbing nichts wissen will, sei es gleichwohl zu persönlichen Verletzungen und auch zu Misstrauensbekundungen seitens der Pfarreiangehörigen gekommen. Nicht umsonst hätten der Bischof und Mitglieder der Bistumsleitung zu einer Aussprache geladen. Diese sei denn auch durchaus konstruktiv ausgefallen und habe berechtigte Hoffnung auf eine funktionierende Zusammenarbeit geweckt.

Fazit: Alle Seelsorgenden können sich eine weitere Zusammenarbeit vorstellen, allerdings – zumindest in einer ersten Phase – mit externer Unterstützung. Diese wird durch das Bistum organisiert. Unverzüglich, wie Sabine Rüthemann betont. Zentrales Anliegen sei, dass Ruhe einkehre und der Fokus weg von den Querelen der Vergangenheit auf die Aufgaben der Zukunft gerichtet werde. Wie lange der Mediator in der Seelsorgeeinheit tätigt bleibt, sei nicht definiert.

Anspruchsvolle Teamarbeit

Konflikte wie im Pastoralteam von Bazenheid-Gähwil-Kirchberg sind im Bistum St. Gallen eine Ausnahme. Dennoch zeigten sie auf, dass die Zusammenführung von Pfarreien zu Seelsorgeeinheiten – nebst der zahlreichen Vorteile für Mitarbeitende und Pfarreiangehörige – auch hohe Anforderungen stelle, sagt Sabine Rüthemann. «Die pastorale Arbeit in Teams stellt vor neue Herausforderungen.»