Kommentar

Kirchenknatsch im Toggenburg: Neid, Missgunst, Eifersucht – das Theater beginnt von neuem

Der Streit in der Seelsorgeeinheit Bazenheid-Gähwil-Kirchberg produziert nur Verlierer und ungläubiges Kopfschütteln.

Beat Lanzendorfer
Drucken
Teilen
Beat Lanzendorfer, Redaktor. (Bild: Ralph Ribi)

Beat Lanzendorfer, Redaktor. (Bild: Ralph Ribi)

Was macht man mit vier Seelsorgenden, die nicht miteinander können? Weil einer gemäss Aussage der drei anderen wegen fehlender Kommunikationsbereitschaft nicht ins Team passt? Das Bistum wählt die Radikalkur, akzeptiert die Demission des Trios – welche dieses als Hilfeschrei verstanden haben wollte – und wirft den Vierten gleich auch raus.

Damit hat es die Rechnung allerdings ohne die Kirchbürger gemacht. Innert Kürze haben sich in Bazenheid und Gähwil und zumindest in Teilen Kirchbergs Kräfte zusammengetan, die nicht bereit sind, das beliebte Trio so mir nichts dir nichts ziehen zu lassen.

Aussagen wie «Wir werden den Entscheid von Bischof Markus Büchel nicht ohne Weiteres akzeptieren» machen die Runde. Dabei soll die lancierte Petition gemäss gut informierten Kreisen erst der Anfang des Widerstandes sein.

Es bleibt nur ungläubiges Kopfschütteln

Geht man dem Problem etwas tiefer auf den Grund, bleibt einem nur noch ein ungläubiges Kopfschütteln. Der Zwist zwischen der Pfarrei Bazenheid und jener in Kirchberg nahm seinen Anfang im Dezember 2013. Damals wurde bekannt, dass der damalige Kirchberger Kirchenratspräsident, sein bei ihm angestellter Pfarrer – es gab damals noch einen in Kirchberg – und Pfarrer Albin Rutz das Heu nicht auf der gleichen Bühne haben. Versuche, Albin Rutz loszuwerden, scheiterten damals.

In der Folge zog sich ein Riss durch die Seelsorgeeinheit Bazenheid-Gähwil-Kirchberg, der auch mit externer Hilfe und nach dem Wechsel des Kirchberger Kirchenratspräsidenten nicht wirklich gekittet werden konnte, wie sich jetzt deutlich zeigt. Im Gegenteil: Es kamen neue Konfliktherde hinzu, die sich auch auf Gähwil ausweiteten.

Es gibt nur Verlierer

Nun geht das Theater von neuem los. Es zeigt, was Neid, Missgunst und Eifersucht bewirken können. So lange dem einen die Beliebtheit der anderen drei beim Kirchenvolk missfällt und er bei seinen Bestrebungen, den Hausfrieden zu torpedieren, Unterstützung seitens seines Vorgesetzten erhält, so lange kann keine Ruhe einkehren.

Bei dieser Geschichte kann es eigentlich nur Verlierer geben – zudem wird die Glaubwürdigkeit der Kirche einmal mehr in Frage gestellt. Das Thema hätte längst auf den Tisch und geregelt gehört.