Bei Sanierung entdeckt: Kirche Gähwil wurde einst beschossen

Bei Arbeiten an der Kirche Gähwil wurden über 80-jährige Leitungen und ein Loch im Turmschmuck entdeckt. Es stammt von einer Gewehrkugel. Die Sanierung wird im kommenden Jahr abgeschlossen.

Beat Lanzendorfer
Merken
Drucken
Teilen
Die Kirche Gähwil mit Kreuz und Kugel, in der aktuelle Schriften und Fotos hinterlegt wurden. Vorne die Kirchenmauer. Rechts jener Teil, der im kommenden Jahr saniert wird. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Die Kirche Gähwil mit Kreuz und Kugel, in der aktuelle Schriften und Fotos hinterlegt wurden. Vorne die Kirchenmauer. Rechts jener Teil, der im kommenden Jahr saniert wird. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Schimmel- und Flechtenbefall, insbesondere auf der Westseite des Turms, morsche Orts-, Stirn- und Schallbretter. So präsentierte sich die Pfarrkirche Gähwil, nachdem sie letztmals im Jahre 1976 saniert worden war. Nach Erstellung eines Gutachtens und folgender Anträge des Gähwiler Kirchenverwaltungsrates, bewilligten die Stimmberechtigten an der Kirchbürgerversammlung am 21. März dieses Jahres einen Baukredit über 759000 Franken.

81-jährige elektrische Leitungen ersetzt

Dieser beinhaltete die Sanierung der Aussenfassade, der Friedhofmauern sowie die Erneuerung der Beleuchtung in der Kirche. «Bei letzterem wurden auch die elektrischen Leitungen im Innenraum ersetzt, die alten stammten aus dem Jahr 1937», klärt Hans Egli, der Präsident des Gähwiler Kirchenverwaltungsrates, auf.

Zur Sanierung der Aussenfassade gehörte auch der Turmschmuck, welcher sich aus dem Kreuz und der Kugel zusammensetzt. «Entgegen unserer Annahme befanden sich in der Kugel keine geschichtlichen Dokumente, dies haben wir nun nachgeholt. Für unsere Nachkommen wurden aktuelle Schriften und Fotos in der Kugel hinterlegt», sagt Hans Egli weiter.

Und noch etwas ist dem Kirchenpräsidenten aufgefallen: «Die Kugel hatte ein Durchschussloch von einer Gewehrpatrone 11, also jener Munition, welche für das Sturmgewehr 57 verwendet wurde. Unsere Kirche muss also einmal unter Beschuss gestanden sein», sagt er mit einem Schmunzeln.

Aussenfassade und Beleuchtung abgeschlossen

Die Sanierung der Aussenfassade, der Umgebung sowie die Arbeiten im Innern der Kirche sind beendet. Die Renovation der Friedhofmauer nördlich zwischen Lussweg und Kirche ist ebenso abgeschlossen. Kirche und Friedhofmauern präsentieren sich nun wieder als gelungene Einheit. Für die Friedhofmauer südlich der Kirche bestand ein Personaldienstbarkeitsvertrag, datiert aus dem Jahre 1985, mit der Gemeinde Kirchberg.

Hans Egli, Präsident Gähwiler Kirchenverwaltungsrat. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Hans Egli, Präsident Gähwiler Kirchenverwaltungsrat. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Damit die Renovation der Friedhofmauer an der Kirchstrasse ausgeführt werden kann, wurde vorgängig zwischen dem Kirchenverwaltungsrat und der Gemeinde eine neue Dienstbarkeit abgeschlossen. Diese ist unterzeichnet und sieht folgendes vor: Die neue Personaldienstbarkeit «Baurecht für Friedhofanlage mit dem Zugangs- und Zufahrtsrecht» beinhaltet das Baurecht für die heute bestehende gesamte Friedhofanlage inklusive Friedhofgebäude auf der Liegenschaft Nr. 79 der katholischen Kirchgemeinde sowie die Regelung für Unterhalt und Erneuerung der Friedhofmauern. Das Zugangs- und Zufahrtsrecht ist auf den Unterhalt und die Erneuerung dieser Anlagen beschränkt.

Erneuerung der Friedhofmauer an der Kirchstrasse

Im kommenden Jahr ist nun die Erneuerung dieses Mauerabschnittes vorgesehen. Der aufgrund der neuen Dienstbarkeit vereinbarte einmalige Erneuerungsbeitrag zu Lasten der Einheitsgemeinde von rund 40'000 Franken für den erwähnten Mauerabschnitt wird durch diese ins Budget 2019 aufgenommen.