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Kirchbergerin kämpft sich in der Tennis-Weltrangliste hoch

Nina Stadler spielt auf verschiedensten Tennisplätzen dieser Welt. Auf Position 547 der Weltrangliste klassiert, ist die 23-Jährige aber weit ausserhalb des Bereiches, in denen sechs- und siebenstellige Preissummen ausbezahlt werden.
Beat Lanzendorfer
Nina Stadler aus Kirchberg möchte sich im kommenden Jahr weiter verbessern und gibt als Fernziel die Qualifikation für ein Grand-Slam-Turnier an. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Nina Stadler aus Kirchberg möchte sich im kommenden Jahr weiter verbessern und gibt als Fernziel die Qualifikation für ein Grand-Slam-Turnier an. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Zwei Wochen Thailand, direkt weiter in die Türkei, zwischendurch schnell nach Norwegen, anschliessend ein Abstecher nach Portugal. So sieht das Leben der Tennis-Weltenbummlerin Nina Stadler aus Kirchberg aus, die in diesem Jahr in der Weltrangliste gut 250 Ränge gut gemacht hat und aktuell Position 547 einnimmt.

Wer denkt, die 23-Jährige könne das Leben in vollen Zügen geniessen, sollte weiterlesen. Die Kirchbergerin gehört nämlich zu jenen, die im knallharten Tennisgeschäft von der Hand in den Mund leben. Trotzdem bezeichnet sie sich als privilegiert, auch wenn der Weg noch ein weiter ist, bis sie zum erlauchten Kreis derjenigen gehört, die vom Tennis leben können. Eine Position in den besten Hundert ist dafür nötig.

In diesem Jahr 12'000 Dollar Preisgeld verdient

Die Bilanz in diesem Jahr lässt sich durchaus sehen. Bei den ITF-Turnieren in Antalya, Verbier, Badenweiler sowie im portugiesischen Montemor o Novo erreichte die Rechtshänderin jeweils den Final. Zum Sieg reichte es nicht. Dafür triumphierte sie bei den Doppel-Turnieren in Verbier und Montemor o Novo. Insgesamt stand sie bei 17 Turnieren auf dem Platz – ihre Leistungen trugen ihr 12'000 Dollar Preisgeld ein. Brutto wohlverstanden. Sie sagt:

«In der Regel gehen noch rund 30 Prozent für Steuern drauf, die jeweils direkt abgezogen werden.»

Von Preissummen im sechs- oder siebenstelligen Bereich kann sie nur träumen. Ihr Leben ist auch nicht so durchorganisiert wie jenes der Stars. «Ich mache alles selber. Angefangen von der Turnieranmeldung, bis zur Buchung des Fluges oder der Reservation des Hotels.»

Mental muss sie sich noch verbessern

Obwohl Nina Stadler, die ihre Stärken in der Vorhand und im Aufschlag sieht und am liebsten auf Hartplatz spielt, in der Weltrangliste nach oben geklettert ist, soll es weiter aufwärts gehen. «Ich möchte mich im kommenden Jahr erneut verbessern und peile kurzfristig eine Position um Rang 400 an. Mittelfristig wäre es mein Traum, einmal eine Qualifikation für ein Grand-Slam-Turnier bestreiten zu können.» Dafür ist ein Rang um 200 nötig.

«Ich spüre selber, dass ich noch Luft nach oben habe und meine Grenzen noch nicht ausgelotet sind.»

Seit Sommer 2017 arbeitet Nina Stadler mit Tobias Klein zusammen, welcher einer von vier Tennistrainern an der NET Tennis Academy in Kreuzlingen ist.

«Ich habe in allen Bereichen noch Verbesserungspotenzial und ein grosser Aspekt ist sicher der mentale Bereich.»

Sie konnte schon gegen Topspielerinnen gut aufspielen und erhielt dadurch die Bestätigung, dass sie auf diesem Level mithalten kann. «Ob du an einem Tag gut oder schlecht drauf bist, ist nicht entscheidend, am Ende des Spiels musst du einfach gewonnen haben», sagt Nina Stadler. Den entscheidenden Unterschied mache dabei der Kopf aus.

Wie beschwerlich der Weg an die Weltspitze ist, zeigt die Verteilung der Ranglistenpunkte. Der Sieger eines Grand-Slam-Turniers erhält 2000 Punkte. Die weitere Abstufung bei Turnieren sieht 1000, 500 und 250 Punkte vor. Bei einem ITF-Turnier der Kategorie 15'000 Dollar, wo Nina Stadler in der Regel unterwegs ist, gibt es für den Gewinner zwölf Punkte. Für eine Finalniederlage allerdings nur noch deren sieben.

Ohne Sponsoren wäre es nicht machbar

Ohne Sponsoren, die weiterhin an Nina Stadler glauben, wäre das alles gar nicht möglich. Zu den Flug-, Hotel- und Turnierkosten kommen diejenigen für den Trainer. Für ihn fallen zusätzliche Tagespauschalen und Reisespesen an, wenn er sie zu den Turnieren begleitet. Ansonsten ist die Kirchbergerin allein auf sich gestellt. Trotzdem hat sie vorerst nicht vor, ihr (finanziell) eingeschränktes Leben gegen ein geregeltes einzutauschen.

«Von den meisten Städten, in die ich komme, sehe ich häufig nur den Flughafen, das Hotel und den Tennisplatz.»

Aber wer könne schon von sich behaupten, dass er sein Hobby – zumindest für ein paar Jahre – zum Beruf machen konnte. «Diese Erfahrung kann mir niemand nehmen.»

Für Nina Stadler, die in den letzten vier Wochen einen Tag in der Schweiz verbrachte, ist die Tennissaison noch nicht zu Ende. Am 2. Dezember fliegt sie mit dem Ziel in die Türkei, ihr Ranking an zwei Turnieren weiter zu verbessern.

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