Kirchberg
Schulprojekt ist vom Tisch: Bürgerschaft stimmt gegen Grossprojekt von 19,5 Millionen Franken

Die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger sagen Nein zu den Erweiterungen des Primarschulhauses Sonnenhof. Somit bleibt das Dorf Kirchberg weiterhin ohne Mehrzwecksaal.

Beat Lanzendorfer
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Nein der Bürgerschaft; Der Erweiterungsbau beim Primarschulhaus Sonnenhof in Kirchberg, die Mehrzweckhalle sowie die zugehörige Tiefgarage können nicht gebaut werden.

Nein der Bürgerschaft; Der Erweiterungsbau beim Primarschulhaus Sonnenhof in Kirchberg, die Mehrzweckhalle sowie die zugehörige Tiefgarage können nicht gebaut werden.

Bild: Beat Lanzendorfer

Der heftige Gegenwind in den Wochen vor der Abstimmung hat sich für das Kirchberger Bauprojekt nachteilig ausgewirkt. Zumindest lässt das Abstimmungsergebnis vom Sonntag darauf schliessen. Die Erweiterung des Primarschulhauses Sonnenhof, der Neubau der Mehrzweckhalle sowie eine dazugehörige Tiefgarage im Umfang von 19,5 Millionen Franken sind vom Tisch.

Die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger haben sich relativ deutlich dagegen ausgesprochen. 1735 Stimmbürgerinnen und Stimmbürger legten ein Nein in die Urne, dem gegenüber stehen 1481 Ja-Stimmen. Die Stimmbeteiligung betrug 61,5 Prozent.

Grosse Enttäuschung bei Gemeinde und Schule

Roman Habrik, Gemeindepräsident Kirchberg

Roman Habrik, Gemeindepräsident Kirchberg

Bild: Beat Lanzendorfer

Enttäuscht über das Abstimmungsresultat zeigt sich Gemeindepräsident Roman Habrik. Bei ihm stellt sich die Frage, was die Bürgerinnen und Bürger für das Dorf Kirchberg eigentlich möchten: «Eine gemeinsame Lösung mit der Gastronomie geht nicht, eine gemeinsame Lösung mit der Schule ebenfalls nicht, und etwas Eigenständiges ist nicht kostengünstiger.»

Nach den Gründen, weshalb der Antrag des Gemeinde- und Schulrates abgelehnt wurde, erklärt Schulratspräsident Orlando Simeon:

«Es wären nur Spekulationen und gäbe Mutmassungen, wenn wir zum jetzigen Zeitpunkt nach Gründen der Ablehnung suchen würden.»

Ob die Ankündigung, die Schliessung der Schule in Dietschwil ins Auge zu fassen, den Entscheid beeinflusst hat? Dazu kann der Schulratspräsident nichts sagen. «Ich weiss nicht, aus welchem Dorf wie viele Nein-Stimmen abgegeben wurden.»

Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun

Orlando Simeon, Schulratspräsident Kirchberg

Orlando Simeon, Schulratspräsident Kirchberg

Bild: Beat Lanzendorfer

Simeon weist allerdings darauf hin, dass die Schule in Dietschwil sowie der Sonnenhof zwei verschiedene Themenfelder seien. Und weiter: «Wir haben immer ehrlich kommuniziert und haben die Fakten auf den Tisch gelegt. Wenn wir zugewartet hätten und nach der Abstimmung informiert hätten, wäre uns dies auch vorgeworfen worden.»

Mit der vor Jahren einberufenen Saalkonferenz sei das Projekt breit abgestützt gewesen. Bis vor vier Wochen sei nichts von einer ablehnenden Haltung feststellbar gewesen. «Selbstverständlich akzeptiere ich den Volkswillen, der aus meiner Sicht ein falscher ist», sagt der enttäuschte Simeon. Für das Personal der Schule sei der Entscheid unerfreulich. Schade sei er auch für das Dorf, denn mit dem Neu- und Erweiterungsbau hätte sich eine zeitgemässe Mehrfachnutzung sowohl für die Schule als auch für die Vereine ergeben.

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