Kirchberg
Sanierung nach über 50 Jahren: Grösstes Wasserreservoir der Gemeinde wird saniert

Bei der Wasserversorgung KiBaLü ist derzeit ein grosses Bauprojekt im Gange. Das Wasserreservoir Chrobüel oberhalb von Bazenheid mit seinem Fassungsvermögen von 3000 Kubikmetern wird renoviert.

Beat Lanzendorfer
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Das Wasserreservoir Chrobüel wird zurzeit saniert. Im Hintergrund Bazenheid.

Das Wasserreservoir Chrobüel wird zurzeit saniert. Im Hintergrund Bazenheid.

Bild: Beat Lanzendorfer

Ohne Wasser geht gar nichts. Nahezu drei Millionen Liter (3000 Kubikmeter) des kostbaren Guts beträgt der Tagesbedarf der über 4000 Einwohnerinnen und Einwohner von Bazenheid – inklusive der Industrie und hier im Besonderen der fleischverarbeitenden Betriebe.

Um den Gesamtbedarf an Wasser überhaupt bereitstellen zu können, gibt es in der 9000-Seelen-Gemeinde Kirchberg zwölf Wasserreservoire. Der grösste dieser «Wasserlieferanten» ist das Reservoir an der Chrobüelstrasse, welche Kirchberg und Bazenheid verbindet. Es hat ein Fassungsvermögen von 3000 Kubikmetern und könnte somit allein den Tagesbedarf von Bazenheid abdecken.

Zurzeit wird es saniert, die Kosten belaufen sich auf rund 330’000 Franken. Die Erstellung der Reservoirs Chrobüel steht im direkten Zusammenhang mit dem Bau der Micarna in Bazenheid. Beide nahmen ihre Betriebstätigkeit 1968 auf. Das Reservoir befindet sich im Besitz der Wasserversorgung KiBaLü (Kirchberg-Bazenheid-Lütisburg).

Nach 52 Jahren sind Sanierungen fällig

Im Jahr 2015 wurden im Zusammenhang mit dem Neubau des Reservoirs Chamm, dieses liegt südlich des Weilers Nuetenwil und hat ein Fassungsvermögen von 1750 Kubikmeter, im Reservoir Chrobüel die Rohrinstallation samt Steuerung saniert. Nach 52 Jahren, in denen das Reservoir in Betrieb war, standen nun weitere Sanierungen an.

Im Aussenbereich wurde in den vergangenen Wochen das Erdreich abgetragen, anschliessend die bestehende Abdichtung entfernt. Zurzeit wird die gesamte Decke neu isoliert und danach die Fläche mit einem 60 Zentimeter dicken Aushubmaterial und Kies überdeckt.

Dazu Felix Forster, Präsident der Dorfkorporation Bazenheid, der im Auftrag der KiBaLü die Bauleitung innehat:

Felix Forster, Bauleiter und Präsident der Dorfkorporation Bazenheid.

Felix Forster, Bauleiter und Präsident der Dorfkorporation Bazenheid.

Bild: Beat Lanzendorfer
«Über der ganzen Abdeckung entsteht eine Ökofläche.»

Darunter ist eine Magerwiese zu verstehen, die nicht bewirtschaftet und um die ein Holzlattenzaun erstellt wird. Damit wird erreicht, dass die Ökofläche von der bewirtschafteten Fläche abgegrenzt ist.

Absturzgeländer zwischen Rohrkeller und Trafostation

Weitere Arbeiten im Aussenbereich sind das Anbringen eines Absturzgeländers zwischen dem Rohrkeller und der Trafostation. Letztere befindet sich im Besitz des Regionalwerks Toggenburg (RWT). Forster erklärt weiter: «Das Projekt wird im kommenden Frühjahr mit den Arbeiten auf dem Vorplatz abgeschlossen.»

Damit das Reservoir Chrobüel auf den heutigen Stand der Technik gebracht werden konnte, waren auch Arbeiten im Innenbereich nötig. So mussten Abdichtungen beim Einstieg in den Trinkwasserbehälter angebracht werden, weil dies einer gesetzlichen Vorschrift entspricht. Hierfür wurde eine Chromstahlabdeckung verwendet.

Im Innenbereich des Wasserreservoirs musste beim Trinkwasserbehälter eine Chromstahlabdeckung angebracht werden.

Im Innenbereich des Wasserreservoirs musste beim Trinkwasserbehälter eine Chromstahlabdeckung angebracht werden.

Bild: Beat Lanzendorfer

Für die Bodenplatten, die Innenwände sowie die Decken des Wasserbehälters waren keine Sanierungsmassnahmen nötig, sie befinden sich nach wie vor in einem guten Zustand. Während der Sanierungsarbeiten ist das Reservoir immer in Betrieb.

Die KiBaLü ist für die Wasserversorgung zuständig

Die Wasserversorgung KiBaLü wurde in den Fünfzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts gegründet. Auslöser waren die trockenen Sommer der Jahre 1947 und 1949, welche immer wieder dazu führten, dass die Wasserzufuhr auch bei offenem Wasserhahn versagte. Der Spatenstich der drei Pumpwerke, die sich im Unterrindal befanden und noch immer dort sind, erfolgte im Oktober 1955.

Im Juli 1957 konnten die drei Pumpwerke dann erstmals in Betrieb gesetzt werden. Sie waren verbunden mit den zu jener Zeit ebenfalls gebauten Reservoiren Chamm, Oberbazenheid, und Büchs, Unterbazenheid.

Das Reservoir Chamm ist im Jahr 2015, wie oben beschrieben, von einem Neubau ersetzt worden. Das Reservoir Büchs, oberhalb des Mühleweihers gelegen, existiert weiterhin. Aus diesem wird heute aber lediglich noch Brauch- und kein Trinkwasser mehr entnommen.

Brauchwasser ist nach gängiger Definition kein Trinkwasser, muss aber trotzdem hygienischen Mindestanforderungen genügen.

Die Weitsicht der damaligen Verantwortlichen hat dazu geführt, dass heute die Wasserversorgung jederzeit gewährleistet ist und das kostbare Nass beim Öffnen des Wasserhahns sofort fliesst. (bl)

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