Kirchberg: Die SVP setzt bei ihrer Nomination für die Erneuerungswahlen im Herbst auf politisch unbeschriebene Blätter

Jacques Breitenmoser soll den SVP-Sitz im Gemeinderat des zurücktretenden Hermann Baumgartner verteidigen - Markus Keller möchte seinerseits in den Schulrat einziehen.

Beat Lanzendorfer
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Während Jacques Breitenmoser für den Gemeinderat kandidiert, möchte Markus Keller die SVP im Schulrat vertreten (von links).

Während Jacques Breitenmoser für den Gemeinderat kandidiert, möchte Markus Keller die SVP im Schulrat vertreten (von links).

Bild: Beat Lanzendorfer

Nachdem mit der SVP die dritte der vier Gemeindeparteien ihre Nomination für die Kommunalwahlen vom 27. September vorgenommen hat, nimmt das Kandidatenfeld weitere Formen an.

Für den nach 17 Jahren im Amt zurücktretenden Gemeinderat Hermann Baumgartner nominiert die Partei Jacques Baumgartner. Einer der zwei frei werdenden Sitze im Schulrat soll mit Markus Keller besetzt werden. Für die GPK hat die Partei mit Marc Keller und Sandro Götschi ebenfalls zwei Pfeile im Köcher.

Politisch bisher noch nicht aktiv

Mit Ueli Hui (FDP), Lukas Fust und Martin Bühler (beide CVP) sowie Hermann Baumgartner (SVP) haben vier Gemeinderäte auf das Ende der laufenden Legislatur ihren Rücktritt eingereicht.

An der am Donnerstag durchgeführten Nominationsversammlung verkündete die Partei, den SVP-Sitz durch Jacques Breitenmoser verteidigen zu wollen. Der 41-Jährige führt seit zwanzig Jahren in Kirchberg ein Malergeschäft und sieht sich, sollte er gewählt werden, als Vertreter des örtlichen Gewerbes.

«Mein Ziel wäre es, so viele Aufträge als möglich innerhalb der Gemeinde zu vergeben.» Im Weiteren müsse allen wieder ins Bewusstsein gerufen werden, dass der Gemeinderat ein vom Volk gewähltes Gremium sei.

Zwei Rücktritte im Schulrat

Im achtköpfigen Schulrat haben sich die parteilose Edith Speck und der CVP-Vertreter Thomas Wiederkehr nach langjähriger Tätigkeit entschieden, ihr Amt zur Verfügung zu stellen. Für die SVP ein Grund, mit Markus Keller einen eigenen Vertreter ins Rennen zu schicken.

Der 63-jährige Bauingenieur wohnt seit einem halben Jahr in Bazenheid, ist nach eigener Aussage ein «Neuzuzüger am Beginn seines dritten Lebensabschnittes, der sein Wissen, sein Können und seine Erfahrungen der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen möchte».

So will er mithelfen, die Reorganisation der Schule anzugehen. Auch deshalb, «weil ich das Schulsystem der Schweiz als eine unserer grössten Ressourcen betrachte, der es Sorge zu tragen gilt.»

Politische Ämter interessieren

Für die zwei frei werdenden Sitze in der GPK stellen sich Sandro Götschi und Marc Keller zur Wahl.

SVP-Präsident Linus Thalmann zeigte sich zum einen erfreut über die Nominationen, stellte darüber hinaus mit Genugtuung fest: «Dass es ein grosses Interesse in der Gemeinde an politischen Ämtern gibt. Alle Parteien sind aktiv, das Parteileben spielt. Wir von der SVP begrüssen dies und freuen uns darüber.»

Das Thema Fernwärme polarisiert

Während das Nominationsverfahren problemlos über die Bühne ging, kam es beim Thema Fernwärme, das kurzfristig Aufnahme auf der Traktandenliste fand, zu einer längeren Diskussion.

Stossend fanden einige Mitglieder, dass der Gemeinderat dem Regionalwerk Toggenburg (RWT) 533'000 Franken als Anschubfinanzierung zur Verfügung stellen möchte. Letztendlich waren sich die Anwesenden aber einig darüber, dass der Fernwärmeast nach Kirchberg weitergezogen werden müsse. Kritisch wird hingegen der Anschub mittels A-fonds-perdu-Finanzierung beurteilt.

Die offensichtlichen Diskussionen in der Bevölkerung haben den Gemeinderat veranlasst, am Donnerstag, 2. Juli, um 19.30 Uhr, im Toggenburgerhof eine öffentliche Informationsveranstaltung zum Thema Fernwärme durchzuführen.

Thalmann schloss den Abend mit der Bemerkung:

«Der Sommer 2020 sorgt mit dem Thema Fernwärme für heisse Köpfe.»
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