Kirchberg
Die Realisierung der Mehrzweckhalle und der Schulraumerweiterung «Sonnenhof» nimmt Fahrt auf – in gut drei Jahren soll beides gebaut sein

Der Raumbedarf ist unumstritten, trotzdem tauchten bei der ersten Online-Informationsveranstaltung der Gemeinde viele Fragen auf.

Beat Lanzendorfer
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Auf diesem Gelände in unmittelbarer Nachbarschaft zum Schulhaus Sonnenhof soll die Mehrzweckhalle gebaut werden.

Auf diesem Gelände in unmittelbarer Nachbarschaft zum Schulhaus Sonnenhof soll die Mehrzweckhalle gebaut werden.

Bild: Beat Lanzendorfer

Nachdem in den vergangenen Jahren zwei Schulhäuser in Bazenheid erweitert und neu gebaut wurden, ist nun das Dorf Kirchberg an der Reihe.

Beim Sonnenhof sollen der Schulraum erweitert und eine Mehrzweckhalle realisiert werden. Die Abstimmung findet am 13. Juni statt. Am Mittwochabend wurden an einem virtuellen Informationsanlass auch diverse Fragen beantwortet.

Die Gemeinde ist stark gewachsen

Die Gemeinde Kirchberg wächst, der Bedarf nach zusätzlichem Schulraum ist ausgewiesen. Was im Besonderen auf Bazenheid zutrifft, wo die Schülerzahlen in den vergangenen Jahren überproportional gestiegen sind, gilt auch für Kirchberg.

Nachdem im Jahre 2018 die Bürgerinnen und Bürger an zwei Urnenabstimmungen der Erweiterung des Oberstufenschulhauses an der Flurstrasse sowie einem Neubau eines Primarschulhauses an der Neugasse, beide in Bazenheid, zugestimmt hatten, wurden die beiden Projekte realisiert und auf das Schuljahr 2020/2021 in Betrieb genommen.

Nun können die Projekte in Kirchberg in Angriff genommen werden. Was erstmals im Jahre 2013 diskutiert wurde, bestätigte eine im Jahr 2015 in Auftrag gegebene Studie: Die Schülerzahlen steigen. Nach der Anpassung der Studie im Jahre 2020 rechnen die Verantwortlichen im Schuljahr 2021/2022 mit 411 Schülerinnen und Schülern. Diese Zahl erhöhe sich in den kommenden fünf Jahren auf 457.

Die geplante Mehrzweckhalle (links) und der Schulerweiterungsbau (rechts vorne) sollen bis im Sommer 2024 bezugsbereit sein.

Die geplante Mehrzweckhalle (links) und der Schulerweiterungsbau (rechts vorne) sollen bis im Sommer 2024 bezugsbereit sein.

Bild: Beat Lanzendorfer

Dabei gab Gemeindepräsident Roman Habrik zu bedenken, dass im Dorf rund 100 Wohnungen im Bau oder in Planung seien, womit mit weiteren Kindern zu rechnen sei.

Die Mehrzweckhalle kann individuell unterteilt werden

Das jetzige Bauvorhaben sieht die Erweiterung des Schulhauses Sonnenhof vor sowie den Neubau einer Mehrzweckhalle in unmittelbarer Nachbarschaft. Gemäss Ausführungen des Architekten Matthias Bär orientiere sich dessen Höhe an jener des bisherigen Schulhauses und bilde eine sich ergänzende Einheit.

Die Halle mit drei Haupteingangspunkten könne individuell unterteilt werden. Durch die gute Bauweise würden die Neubauten über eine gute Luft- und Raumqualität verfügen. Zum Bauprojekt gehöre auch eine Tiefgarage mit 40 Stellplätzen, wobei die bisherigen neun Parkplätze erhalten blieben.

Das Investitionsvolumen beträgt 19,5 Millionen Franken

Das gesamte Investitionsvolumen wird mit 19,53 Millionen Franken beziffert, der Löwenanteil komme den Gebäuden mit rund 15,7 Millionen Franken zu. Die restlichen rund 3,8 Millionen Franken würden sich auf Vorbereitungsarbeiten, Betriebseinrichtungen, Baunebenkosten sowie Ausstattung und Umgebung verteilen.

Nach Auskunft der Baukommission entspreche das definierte Raumprogramm den aktuellen Prognosen der Schulkinderzahlentwicklung, weshalb der Gemeinde- und der Schulrat der Bürgerschaft den Antrag stellt, «für die Realisierung des Projektes einen Baukredit von 19,53 Millionen Franken zu bewilligen».

Die Stimmberechtigten erhalten an der Abstimmung am 13. Juni die Gelegenheit, darüber zu befinden. Sollten die Bürgerinnen und Bürger den Antrag an der Urne gutheissen, werden die dafür erforderlichen Bewilligungsverfahren und Ausführungsplanungen so weit vorangetrieben, dass im Frühjahr 2022 der Baubeginn erfolgen kann.

Die Inbetriebnahme soll gleichzeitig mit Beginn des Schuljahres 2024/2025 stattfinden. Habrik betonte, dass durch die guten Abschlüsse der vergangenen Jahre bereits Vorfinanzierungen im Umfang von 5,5 Millionen Franken getätigt werden konnten. Durch den wiederum erfreulichen Rechnungsabschluss 2020 – die detaillierten Zahlen liegen noch nicht vor, seien sogar weitere Vorfinanzierungen möglich.

Zeit, um Fragen zu beantworten

An der abschliessenden Fragerunde hätte man meinen können, die Online-Besuchenden seien wissbegieriger als bei einer solchen, wie man es sich bisher gewohnt war – also gemeinsam an einer Örtlichkeit. Roman Habrik, Gemeindepräsident, Orlando Simeon, Schulratspräsident sowie Präsident der Baukommission, Matthias Bär, Architekt und Sieger des Architekturwettbewerbs, und Florian Schällibaum, Verantwortlicher des Baumanagements und Vertreter des Teams der Kostenkontrolle, hatten 25 Fragen zu beantworten.

Darunter solche, die direkt den Bau betrafen, aber auch andere, bei denen es darum ging, ob bereits ein Betriebskonzept bestehe, die Parkplätze in der Tiefgarage gebührenpflichtig seien oder ob es keine Engpässe gebe, wenn zeitgleich in der «Eintracht» und im «Rössli» Veranstaltungen stattfänden.

Von Interesse war ebenfalls, ob den Vereinen wieder jener Platz eingeräumt werde, wie sie es sich von den bisherigen Räumlichkeiten gewohnt seien, was bejaht wurde. Habrik versprach, jene Fragen zeitnah zu erledigen, auf welche die vier Auskunftspersonen am Mittwoch nicht abschliessend eingehen konnten.

Nächster Anlass ist bereits in Planung

Habrik begann den Abend mit den Worten:

«Vor gut zwölf Monaten wäre eine solche Veranstaltung noch fast unvorstellbar gewesen. Jetzt begrüsse ich Sie bequem zu Hause im Sofa vor dem Bildschirm.»

Mit «Sie» meinte er jene 94 Personen, welche sich für die Online-Information angemeldet hatten. Den Abend schloss er dann mit den Worten: «Es war speziell heute, ohne Ihre Gesichter und ohne Ihre Reaktionen durch diese Veranstaltung zu führen.» Dabei ergänzte er, dass nach dem ersten Anlass dieser Art durchaus noch Lernpotenzial vorhanden sei, sodass es für alle Beteiligten passe.

Gemeindepräsident Roman Habrik gab online Auskunft über die geplanten Bauvorhaben in Kirchberg.

Gemeindepräsident Roman Habrik gab online Auskunft über die geplanten Bauvorhaben in Kirchberg.

Bild: Beat Lanzendorfer

«Gemeinsam können wir lernen, deshalb bin ich dankbar um Feedbacks, was gut gewesen ist, aber auch, wo es Verbesserungspotenzial gibt.» Der nächste Anlass dieser Art sei bereits in Planung. Am 11. Februar werde über die Ausbauabsichten und die Eignerstrategie des Sonnegrund, Haus für Betagte, informiert.