Kirchberg
Die Erweiterung des Sonnenhofs und der Neubau der Mehrzweckhalle mit Tiefgarage bedeuten den Abschluss der schulischen Grossprojekte

Die Stimmberechtigten in Kirchberg entscheiden im Juni darüber, ob die infrastrukturellen Lücken bei den Schulhausbauten geschlossen werden können.

Beat Lanzendorfer
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Vor dem bisherigen Sonnenhof wird der Erweiterungsbau realisiert. Links davon soll die Mehrzweckhalle zu stehen kommen.

Vor dem bisherigen Sonnenhof wird der Erweiterungsbau realisiert. Links davon soll die Mehrzweckhalle zu stehen kommen.

Bild: Beat Lanzendorfer

Am 13. Juni entscheidet sich, ob die Defizite in der Infrastruktur der Kirchberger Schulhausbauten behoben werden können. Voraussetzung ist die Zustimmung der Stimmberechtigten zum Kredit über 19,5 Millionen Franken für «die Schulraumerweiterung und den Neubau der Mehrzweckhalle Sonnenhof inklusive Tiefgarage in Kirchberg».

Wird der Antrag des Gemeinde- und Schulrates gutgeheissen, starten die Bauarbeiten im Frühsommer 2022. Mit der Inbetriebnahme der Räumlichkeiten wird auf Beginn des Schuljahres 2024/2025 gerechnet.

Das Bauvorhaben bildet den Abschluss der Kirchberger Schulhausgrossprojekte, die mit dem Neubau eines Primarschulhauses an der Neugasse sowie der Erweiterung des Oberstufenschulhauses an der Flurstrasse, beide Bazenheid, ihren Anfang nahmen. Diejenigen in Bazenheid haben im Sommer 2020 ihren Betrieb schon aufgenommen.

Erste Abklärungen vor zwölf Jahren

Im Jahre 2009 trat die Vereina Kirchberg, ein Zusammenschluss von 19 Kirchberger Vereinen, mit der Bitte an den Gemeinderat, für den in die Jahre gekommenen Saal im Toggenburgerhof eine Ersatzlösung zu suchen. Das daraufhin erarbeitete Projekt stiess bei den Stimmberechtigten allerdings auf wenig Gegenliebe.

Im Herbst 2012 lehnten sie in Koordination mit dem Ausbauvorhaben der Hotel Toggenburgerhof AG einen 17,5-Millionen-Kredit für den Neubau eines Gemeindesaals ab. Daraufhin hat in den Jahren 2013 bis 2015 eine Saalkonferenz – bestehend aus Gemeinde- und Schulrat, allen Parteien, allen Dorfkorporationen und -vereinen sowie Vertretern der Vereina Kirchberg – eine Standortevaluation und eine Machbarkeitsstudie erarbeiten lassen.

Im selben Zeitraum hat der Schulrat der damals noch existierenden Schulgemeinde (Kirchberg ist erst seit Januar 2017 eine Einheitsgemeinde) eine Verbesserung der Schulraumsituation im Primarschulhaus Sonnenhof ins Auge gefasst.

Ein Raumprogramm wurde vom Schulrat Kirchberg im September 2013 für den Schulraumbedarf verabschiedet. Dasjenige der Saalkonferenz für die Vereinsbedürfnisse folgte im Januar 2014. Für die in der Folge eingegangenen Varianten wurde im November 2015 ein Projektwettbewerb lanciert, aus dem das Projekt «terrain» als Sieger hervorging. Nach unbenütztem Referendum und erfolgter Kreditfreigabe liegt die Detailprojektierung seit Oktober 2017 vor.

Bazenheider Schulprojekte hatten höhere Priorität

Wegen der höheren Dringlichkeit und wegen der rasant steigenden Schülerzahlen hat der Gemeinde- und Schulrat im November 2017 allerdings entschieden, die Schulraumerweiterung Oberstufe Flurstrasse und den Neubau Primarschulhaus Neugasse in Bazenheid vorzuziehen und die Projekte «Sonnenhof» zu sistieren.

Daran konnte auch eine eingereichte Petition mit 290 Unterschriften nichts ändern. Die Petenten verlangten unter anderem eine gleichzeitige Abstimmung der Schulraumprojekte in Bazenheid und Kirchberg. Die daraufhin vom Gemeinderat in Auftrag gegebene Volksbefragung ergab, dass fast drei Viertel der Befragten eine gestaffelte Umsetzung der Bauten bevorzugen.

Nachdem die Bauten in Bazenheid ihren Betrieb aufnahmen, möchten der Gemeinde- und Schulrat nun die Erneuerung der Kirchberger Infrastruktur angehen. Deshalb stellt er an der Abstimmung vom 13. Juni den Antrag auf Zustimmung des Bauprojekts über 19,53 Millionen Franken. 7 der 19,53 Millionen Franken sind bereits vorfinanziert. Die übrigen 12,5 Millionen Franken würden über einen Zeitraum von 30 Jahren abgeschrieben.