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Das Kino Passerelle empfing 2017 über 50'000 Besucher

Die 30. Generalversammlung der Genossenschaft Kino Passerelle war Anlass für einen Blick zurück und eine vertiefte Standortbestimmung. Sie fiel realistisch aus, war aber weder für den Vorstand noch für die Genossenschafter Anlass zur Resignation.
Peter Küpfer
Die Konsumwelt drängt den Kunstfilm ab. Der Vorstand lässt sich davon nicht entmutigen: Marco Knaus, Florian Schällibaum, Peter Bötschi und Paul Balzer (von links). (Bild: Peter Küpfer)

Die Konsumwelt drängt den Kunstfilm ab. Der Vorstand lässt sich davon nicht entmutigen: Marco Knaus, Florian Schällibaum, Peter Bötschi und Paul Balzer (von links). (Bild: Peter Küpfer)

Die Zahlen, welche Präsident Florian Schällibaum, Geschäftsführer Peter Bötschi und Kassier Marco Knaus an der diesjährigen Generalversammlung der Genossenschaft im grossen Saal des Kinos Passerelle präsentierten, dürfen sich sehen lassen. Mehr noch: Sie nötigen Respekt ab (siehe Kasten).

Zwar blieben die verkauften Eintritte im vergangenen Jahr etwas unter den Erwartungen. Trotzdem erwirtschafteten die Wattwiler Förderer des guten Films einen schönen Gewinn von steuerbereinigten fast 10000 Franken – wesentlich mehr als im Budget vorgesehen. Dazu verhalf eine unverhoffte Finanzspritze des Bundes. Er subventionierte nämlich für die vergangenen Jahre Kinos, welche Schweizer Filme programmierten.

Gehaltvolle Standortbestimmung

Peter Bötschi blickte in seinem Jahresbericht, dem dreissigsten seit Bestehen des genossenschaftlichen Arthouse-Kinos in Wattwil, zurück und präsentierte eine Standortbestimmung. Sie beruhte auf minutiöser Kenntnis und permanenter kritischer Beobachtung der Schweizer Kinoszene der letzten Jahre.

Zahlen 2017

Besucher: 50'234 (verkaufte Tickets)
Anzahl Vorstellungen: 1313 (3,6 pro Tag)
Anzahl präsentierte Filme: 161

Bötschi ortete sie vor allem im Freizeitverhalten einer Grosszahl von Konsumenten. Sie fassen den Kinobesuch vorwiegend als Teil eines ganzheitlichen Konsumerlebnisses auf, das mit dem Shopping im Einkaufszentrum beginnt, mit Verpflegung und Drinks seine Fortsetzung findet und oft von einem Kinobesuch in Grosskinos auf dem gleichen Areal oder in der Nähe begleitet ist. Dabei liegen die Ansprüche vorwiegend auf guter Unterhaltung, meistens nur darauf: «Fun, fun und nochmals fun», wie Bötschi sagte.

Dabei folgen die Massenprodukte generell den bestehenden Trends und verzichten damit auf eine Funktion, die Bötschi dem selten gewordenen Arthouse-Kino attestiert: Innovation, überraschende und gehaltvolle Dialoge und eine nicht nur Klischees bedienende Bildersprache. Damit verliere der Film das, was ihn wertvoll mache: seinen Kunstcharakter. Damit befinden sich die wenigen überlebenden Arthouse-Kinos in Randstellung, nicht nur in den grossen Städten, besonders auch in der Region. Sie müssen sich Nischen erkämpfen und diese gegenüber dem rein kommerziellen Erfolgs- und Massenkino behaupten.

Markanter Platz in der Ostschweiz

Die in der Ostschweiz bestehenden Arthouse-Kinos können inzwischen fast an einer Hand aufgezählt werden. Unter ihnen nimmt das Kino Passerelle einen markanten Platz ein. Bötschi betonte, das sei nicht als Eigenlob gemeint, sondern ergebe sich objektiv nach allgemein anerkannten Rastern zur qualitativen Beurteilung der Programmstruktur eines Kinos.

Bötschi betonte, Kunstkinos verfügten aber auch über Trümpfe und ein Publikum, das ihre Programmstruktur unterstütze. Eine nüchterne Betrachtung müsse sich aber den heutigen Herausforderungen stellen. So seien auch beim aufgeschlossenen, unkonventionellen Publikum die technischen Anforderungen hoch. Punkto Klima, Frischluft, Bequemlichkeit, Akustik und einem angenehmen Ambiente mit Verpflegungsangebot gebe es heute keine Kompromisse mehr: «Da muss alles stimmen.»

Es ist auch in Hinblick auf diese gestiegenen Anforderungen, dass der Vorstand den Genossenschaftern empfahl, die letztes Jahr aus unerwarteter Quelle zufliessenden Zusatzeinkünfte in Hinblick auf derartige Investitionen zu verwenden. Was diskussionslos und mit Applaus gutgeheissen wurde. Auch die beiden einstimmig erfolgten Bestätigungswahlen für Geschäftsführer Peter Bötschi und Aktuar Paul Balzer, beide Gründungsmitglieder und aktiv seit 30 Jahren, waren begleitet vom herzlichen Dank des Präsidenten für ihr Engagement. In seinen Dank schloss er die unterstützenden Behörden und Institutionen sowie das ganze Team ein.

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