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Kino: Toggenburger Film «Alpzyt» geht auf Reisen

Rund 42'000 Menschen haben hierzulande Thomas Rickenmanns neusten Dokumentarfilm gesehen. Nun ist «Alpzyt» auch in Deutschland erfolgreich angelaufen.
Anina Rütsche
Nicht nur die Protagonisten aus «Alpzyt» lassen ihre Blicke in die Ferne schweifen (Standbild aus dem Film). (Bild: PD)

Nicht nur die Protagonisten aus «Alpzyt» lassen ihre Blicke in die Ferne schweifen (Standbild aus dem Film). (Bild: PD)

Anina Rütsche

anina.ruetsche@toggenburgmedien.ch

Der Filmemacher Thomas Rickenmann ist glücklich: Sein «Alpzyt» ist mit rund 42000 Zuschauern der meistbesuchte Schweizer Kino-Dokumentarfilm des Jahres 2016. Und auch in Bayern scheint das Publikum den Streifen zu mögen, der einen Einblick ins Leben von Bergbauern im Appenzellerland, im Berner Oberland und im Kanton Schwyz vermittelt. Dies weiss der 38-jährige Ulisbacher seit der Auslandspremiere, die Anfang Dezember in Oberstdorf im Oberallgäu stattgefunden hat.

Herr Rickenmann, vor einigen Wochen haben Sie «Alpzyt» erstmals ausserhalb der Schweiz gezeigt. Wie kam es dazu?

Im Oktober erhielt ich eine E-Mail aus Oberstdorf, der südlichsten Gemeinde Deutschlands. Die Absenderin war eine Hotelbesitzerin, die via Facebook von meinem neusten Film erfahren hatte. Die Frau wollte wissen, ob «Alpzyt» auch in ihrer Region zu sehen sein werde. Geplant war dies damals nicht. Ich habe daraufhin aber alle Hebel in Bewegung gesetzt, um Vorstellungen in Oberstdorf möglich zu machen. Der örtliche Kinobetreiber war von der Idee ebenfalls begeistert, und so konnte mein Film am ­ersten Dezemberwochenende gleich zweimal gezeigt werden. Seither hat es einige weitere Vorführungen gegeben, und ein Ende ist noch nicht in Sicht. Im Gegenteil, es geht erst so richtig los.

Wie lief die erste Aufführung in Oberstdorf ab?

Selbstverständlich war ich bei der Premiere vor Ort, um den Leuten die Hintergründe meines Schaffens zu erklären. Ich habe viele Fragen beantwortet und Meinungen entgegengenommen. Nach der Vorführung gab es einen Apéro mit Alpkäse, Kägi-Fret, Biberli und Appenzeller Getränken. Der Apéro bot einen idealen Rahmen, um mit den Zuschauerinnen und Zuschauern ins Gespräch zu kommen.

Wie hat das bayrische Publikum auf den Schweizer Film reagiert?

Die Rückmeldungen waren durchwegs positiv, was mir fast ein bisschen unheimlich ist. Auch für mich selbst war die Vorführung ausserhalb unseres Landes eine wertvolle Erfahrung. Ich habe gesehen, dass mein Filmkonzept – der Mix aus Dokumentation, traditioneller Musik und Landschaftsaufnahmen – offenbar auch ausserhalb der Schweiz funktioniert. Wahrscheinlich hat es damit zu tun, dass sich die Oberstdorfer in «Alpzyt» teilweise wiedererkennen. Der Ort liegt in den Allgäuer Bergen. Was im Film gezeigt wird, könnte sich auch dort abspielen.

Planen Sie nach diesem Erfolg weitere «Alpzyt»-Vorführungen ausserhalb der Schweiz?

Ja, auf jeden Fall. Derzeit wer­-den Untertitel für den Film erstellt, dies auf Hochdeutsch, Englisch und Französisch. In Oberstdorf haben die Leute die Schweizer Dialekte verstanden. Doch ich darf nicht davon ausgehen, dass es überall so einfach ist.

Welche konkreten Pläne haben Sie?

Ich arbeite nun daran, den Kontakt zu weiteren Kinobetreibern in Deutschland und Österreich herzustellen. Bevorzugt peile ich die ländlichen Gebiete an, da das Interesse an Filmen wie «Alpzyt» dort erfahrungsgemäss grösser ist als in den Städten. Im Frühling, wenn die französischen Untertitel fertiggestellt sind, ist ein Kinostart in der Romandie geplant. Noch mehr Möglichkeiten wird mir die englische Version von «Alpzyt» eröffnen. Ich spiele mit dem Gedanken, den Film einmal rund um die Welt zu bringen. In die USA oder nach Japan, wo es bekanntlich viele Leute gibt, die von den Schweizer Traditionen begeistert sind. Vorführungen, die so weit weg stattfinden, könnte ich aber nicht alleine in die Wege leiten. Dafür bräuchte ich einen Verleih im jeweiligen Land.

Bleibt Ihnen nun, da der Rummel um die Vermarktung von «Alpzyt» immer grösser wird, noch Zeit zum Filmen?

Der grösste Rummel ist nun vorbei. Alles, was nun noch kommt, ist für mich ein Genuss. Der Aufwand für die Fertigstellung der Untertitelung gibt noch einiges zu tun. Doch die Tatsache, dass es mit «Alpzyt» so gut läuft, gibt mir Energie. Dies auch für meinen nächsten Film «Bloch». Die Dokumention über diesen Appenzeller Brauch kommt Anfang 2018 in die Kinos. Langeweile kommt bei mir im Moment nicht auf.

www.alpfilm.ch

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