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Kinder und Jugendliche bringen das Lebkuchenhäuschen aus «Hänsel und Gretel» musikalisch nach Wattwil

In einer Gemeinschaftsproduktion ihrer drei Jugendorchester intonierte die Musikschule Toggenburg die Orchestersuite «Hänsel und Gretel» nach Engelbert Humperdincks Kinderoper: explosiv, heiter und vielschichtig.
Peter Küpfer

Nach dem Konzert der Lehrkräfte der Musikschule Toggenburg war am Wochenende die Reihe an den Kindern und Jugendlichen selbst. Die drei Orchester der Musikschule Toggenburg – ABC-Streicher, Intermezzo und Allegretto – intonierten im «Thurpark» in Wattwil in Zusammenarbeit mit einer Ad-hoc-Bläserensemble, einem Chor und den jugendlichen Solistenstimmen von Julia Ahrendt, Noemi Benz, Julia Neher und Noah Mütschler ein anspruchsvolles Orchesterwerk. Es ist die aus der ursprünglichen Kinderoper «Hänsel und Gretel» von Engelbert Humperdinck bearbeitete Orchestersuite gleichen Namens für Schülerorchester von Gerhard Buchner.

Diese verbindet Höhepunkte der spätromantischen Oper mittels überleitender Sprecher-Texte zu einer inhaltlich zusammenhängenden konzertanten Version des Kindermärchens der Brüder Grimm. Die Darbietung vermied alles unnötig Süssliche und orientierte die musizierenden Kinder und Jugendlichen von Anfang an auf den Realismus hin, der hinter dem uralten Märchen steckt. Verzweifelte Armut, welche sich als Unsicherheit für die Kinder auswirkt – ein heute auf der Welt weiterhin aktuelles Thema.

Schön an Buchners Bearbeitung war, dass der kindliche Optimismus über die Gefühllosigkeit, wie ihn die Hexe auslebte, mit Humor und Geistesgegenwart obsiegt. Die Hexe übrigens wurde gespielt von der Biologielehrerin und Maskenbildnerin Judith Eberhardt.

Mit viel Respekt vor der Hexe

Die Kinder werden, anders als im Grimmschen Urtext, von den Eltern nicht ausgesetzt, sondern verirren sich beim Beerensammeln im Hexenwald. Das Märchen hat es in sich, wie der Leiter der Musikschule Toggenburg Hanspeter Schoch am Schluss bei seinen Dankesworten an alle Beteiligten illustrierte: Er sei als Kind von dem «cheibe Chnuschperhüsli» immer fasziniert gewesen, habe aber viel Respekt gehabt vor der hinter den süssen Fassaden des Lebkuchenhauses steckenden, bösen Hexe. Unter dem temperamentvollen Stab von Joan Cornelius Gramatic, der die Gesamtleitung innehatte, stiegen die jugendlichen Musizierenden schon bei der Premiere zu hohen Leistungen auf. Dem Niveau konnten auch seltene kleine Patzer nichts anhaben. Im Gegenteil: Man merkte so deutlich, wie viel es braucht, bis eine anspruchsvolle künstlerische Aufführung mit Kindern und Jugendlichen steht, die sich alles neben dem normalen Schulunterricht erringen.

Spannend bis zum Schluss

Sehr eindrücklich die Leistung des musikalischen Ensembles, mit stimmungsvollen Streichern und resoluten, durchdringenden Bläsern: Beide jagten dem Zuhörenden wiederholt Schauer über den Rücken. Desto mehr genoss das Publikum das mächtige, triumphale Finale über das Hexenwesen. Sehr schön und ganz natürlich, ohne Starallüren, waren die klar und sauber gesungenen Vokalsolos. Spannend bis zum Schluss die mit Anteilnahme gestalteten Sprechertexte von Nina Gramatic.

Schade, dass der vife Chor, von Teresa Kressig einstudiert, nur einmal auftrat. Dies im anspruchsvollen Wechselspiel zwischen frischem Gesang und rhythmisiert-raunendem Text.

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