Kein Wochenmarkt in Wil: Dank Bestellservice in der Altstadt sind alle gut versorgt

Kunden wie Marktfahrer finden Gefallen am Bestellservice als Ersatz für den Wiler Wochenmarkt. Dieser fällt wegen der Corona-Pandemie aus.

Fabio Giger
Hören
Drucken
Teilen
«Social Distancing» wird tadellos eingehalten: Die Leute holen in der Wiler Altstadt ihre Bestellungen ab.

«Social Distancing» wird tadellos eingehalten: Die Leute holen in der Wiler Altstadt ihre Bestellungen ab.

Foto: FAbio Giger

«Guete Morge mitenand» grüsst eine Frau und schliesst sich der Warteschlage in der Wiler Altstadt an. Alle im Hof quittieren mit einem kurzen Wink oder Kopfnicken. An diesem Samstagmorgen sind nur elf Personen zugegen. Alle wahren Abstand zueinander – «Social Distancing» ist angesagt.

Bestellformulare lagen auf.

Bestellformulare lagen auf.

Foto: Fabio Giger

Normalerweise herrscht zu dieser Zeit reger Betrieb am Wochenmarkt. Dieser wurde wegen dem Corona-Virus abgesagt. Stattdessen führte die Stadt Wil gemeinsam mit zehn Marktfahrenden einen Bestellservice ein. Interessierte können auf der Webseite der Stadt aus fast 150 Produkten eine Bestellung zusammenstellen und am Samstagmorgen abholen. Ungefähr 70 Leute nutzten das Angebot vergangene Woche.

Überrascht von der Bestellmenge

Die Wilerin Kathrin Aerne.

Die Wilerin Kathrin Aerne.

Foto: Fabio Giger

«Ich kaufe meine Lebensmittel fast immer bei lokalen Produzenten am Markt ein», sagt Barbara Gysi, die zum Bezahlen ansteht. Bevorzugt wird Kartenzahlung – aus hygienischen Gründen. Kathrin Aerne holt die Bestellung ihrer Grosseltern ab. Die junge Wilerin sagt:

«Sonst gehen sie selbst an den Markt. Aber jetzt bleiben sie besser Zuhause».

Bio-Gemüsegärtner Peter Ackermann ist einer der Lieferanten: «Ich bin überrascht, wie viele Bestellungen eingegangen sind.» Weil vergangene Woche alle regionalen Märkte abgesagt wurden, fehlen ihm wichtige Absatzkanäle. «Als die Stadt Wil für den Bestellservice anfragte, war ich sofort dabei», sagt Ackermann. Er bringt seine Ware im Hofladen derzeit zwar gut weg. «Aber ich finde den Bestellservice eine gute Idee.»

Kaufte Gemüse und ein Sträusschen ein: Reto Benz.

Kaufte Gemüse und ein Sträusschen ein: Reto Benz.

Foto: Fabio Giger

Genauso wie Reto Benz, der ein vollbepacktes Körbli trägt. Nur ein Bund bestellter Tulpen fehlen ihm: «Den hat wohl sonst jemand mitgenommen», sagt Benz und lacht. In diesen Tagen ist einfach alles etwas anders.

Mehr zum Thema