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Damals: Kein Künstler könnte dies schaffen

Das «Toggenburger Tagblatt» veröffentlicht jede Woche Begebenheiten aus vergangenen Zeiten. Was ist vor 100, 50, 20 oder 10 Jahren im Toggenburg passiert?
Der gefrorene Wasserfall im Brudertobel bei Bütschwil. Eines der vielen Bilder, die von Josef Rütsche stammen. (Bild: PD)

Der gefrorene Wasserfall im Brudertobel bei Bütschwil. Eines der vielen Bilder, die von Josef Rütsche stammen. (Bild: PD)

Vor 100 Jahren

7. Dezember: Wattwil. In der Morgenfrühe ist eine Mutter der Armen, im Bundt Frau Albertine Vogt-Anderegg, die letzte von den Nachkommen der weitherum bekannten Familie Anderegg gestorben. Mit diesem Namen ist die Geschichte unserer Gemeinde aufs engste verbunden, erinnert er uns doch an die hochherzigen Gründer unseres Gemeindekrankenhauses auf der Steig und an die Erbauer und Testatoren des Schulhauses im Bundt.

Im Sinn und Geist ihrer edlen Vorfahren hat Frau Vogt-Anderegg das begonnene Werk der Wohltätigkeit und Gemeinnützigkeit im Stillen fortgesetzt und ist im wahren Sinne des Wortes eine Mutter der Armen geworden. Der stillen Armut, dem gebrechlichen Alter und den Kindern gegenüber hatte sie immer eine offene Hand. Durch Hausbesuche und diskrete Nachforschungen kam sie der wirklichen Armut auf die Spur und verteilte Gaben nach richtigem Ermessen und Bedürftigkeit.

Vor 50 Jahren

9. Dezember: Oberes Toggenburg. Kürzlich ist Pm. Schmid von der Polizeistation ein guter Fang geglückt. Er konnte am Kiosk in Nesslau einen 50-jährigen Ausländer festnehmen, der eben im Begriffe war, Diebesgut zu versetzen. Die Abklärungen haben ergeben, dass es sich beim Festgenommenen um einen internationalen, mehrfach vorbestraften Schwerverbrecher handelt, welcher sich mit einer Kumpanin vorübergehend in einem Ferienhaus in Ennetbühl aufhielt. Dieser wurde im Dezember 1967 nach Verbüssung einer achtjährigen Zuchthausstrafe aus einem deutschen Gefängnis entlassen. Es steht fest, dass der Mann am 8. August 1968 in Nizza wieder einen Raubüberfall begangen und dabei rund 10'000 Franken in Geld und Schmuck erbeutet hat.

11. Dezember: Hemberg. Einrichtungen und Maschinen für über 6000 Franken gestohlen. Im Neubau, Ferien- und Erholungsheim des Diakoniewerkes Neumünster, im «Dreieggli» wurde über das Wochenende ein Einbruch verübt. Die mit dem Innenausbau des Heims beschäftigten Bauleute fanden am Montagmorgen aufgebrochene Türen vor. Die Einbrecher liessen verschiedene Einrichtungen und Maschinen mitlaufen.

Vor 20 Jahren

9. Dezember: Lichtensteig. Anlässlich des monatlichen Treffs des Fotoklubs Toggenburg stellte Josef Rütsche aus Lichtensteig eine seiner zahlreichen Diaserien vor. Kälte, Nebel oder vereinzelte Sonnenstrahlen haben Kunstwerke geschaffen, die Rütsche mit seiner Kamera eingefangen hat. Josef Rütsche bekannt als Wurzel-Sepp durchstreift die Natur seit 63 Jahren. Vor der Linse seiner Kamera ist kein noch so kleines Gräslein sicher. In all den Jahren ist eine Sammlung von über 9000 Dias entstanden. Schon öfters sei ihm seine 30 Jahre alte Kamera eingefroren, dann sei ihm nichts anderes übrig geblieben, als nach Hause zu gehen und sich und die Kamera auf der Ofenbank wieder «aufzutauen».

10. Dezember: Alt St.Johann. Nicht nur Bräker hat damals geschrieben. Jost Kirchgraber schlägt ein von Hand gemaltes bäuerliches «ABC-Buch» aus dem 18. Jahrhundert auf, das er bei seinem Beitrag zum Bräker-Zyklus, «Lesen und Schreiben im Toggenburg der Bräker-Zeit» zeigen wird. Vorsichtig blättert er die Seiten um, weist auf die üppig verzierten Buchstaben hin – von A bis Z alle ein kleines Kunstwerk – und liest einzelne Textabschnitte vor. In den Firstkammern ist Kirchgraber auf ganze Bibliotheken aus dem 18. Jahrhundert gestossen. Bräker war also offensichtlich nicht der einzige, der las und schrieb im Toggenburg. Neben den Büchern gab es in den Bauernhäusern auch Lesepulte; viele Bauern führten Tagebücher; man malte schöne Schreibbücher, wie das erwähnte ABC-Buch.

Vor 10 Jahren

6. Dezember: Nesslau/Alt St.Johann. Hausorgeln gehörten ursprünglich zur Aussteuer der Frau und machten deshalb schon immer grosse Reisen. Auch die Hausorgel von Annemarie Brassels verstorbenem Mann reiste von Nesslau nach Alt St.Johann, wo sie in der Propstei wieder aufgebaut wurde. Die Klangwelt Toggenburg konnte die Hausorgel mit Hilfe von Sponsoren für einen Betrag von 135'000 Franken kaufen. Die Looser-Orgel der Familie Brassel soll einmal in der geplanten Schellenschmiede aufgestellt werden.

9. Dezember: Alt St.Johann. Vor dem Klanghaus noch eine eigene KlangWelt-Schmiede. Nun soll sie also doch noch kommen: Die Schellenschmiede, von der Peter Roth und die KlangWelt schon eine Weile träumen. In wenigen Tagen fällt der Entscheid für die 2,2 Millionen-Franken-Investition. Bei dessen Finanzierung wollen Peter Roth und der KlangWelt-Verein einen neuen Weg beschreiten: «Wir haben zwei Mäzene gewinnen können. Zusätzlich steuern diverse Stiftungen und die Schweizer Berghilfe Finanzmittel bei. Und als Eigenkapital in Form von Baumaterial haben wir kürzlich eine Schindelaktion lanciert.». Derzeit hat die Bauherrin, die KlangWelt Toggenburg, das Kapital fast vollständig beisammen, so dass die Schmiede im späten Herbst 2009 in Betrieb gehen könne, erklärt Peter Roth.

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