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Serie

Das Jahr 2018 im Rückblick – Juli: Kaum ein Tropfen Wasser

Schon Mitte des Jahres war klar: 2018 würde als Jahrhundertereignis in die Geschichte eingehen. Es regnete so wenig, dass die Wasservorräte an vielen Orten zur Neige gingen.
Ruben Schönenberger
So wenig Wasser wie diesen Sommer führt die Thur selten. (Bild: Ruben Schönenberger)

So wenig Wasser wie diesen Sommer führt die Thur selten. (Bild: Ruben Schönenberger)

Es fing relativ harmlos an. Die bereits lang anhaltende Trockenheit veranlasste den Kanton St. Gallen anfangs Juli, zum sparsamen Umgang mit Wasser aufzurufen. Im Toggenburg blieb man relativ gelassen. Die verschiedenen Wasserversorger betonten, dass genügend Wasser zur Verfügung stünde und zur Not auch von anderswo noch welches bezogen werden könne. Lediglich die Fischer warnten schon damals, dass es in gewissen Gewässern zu kritischen Situationen kommen könnte.

Es blieb weiterhin trocken. Das äusserte sich bald auch darin, dass der Kanton St.Gallen nun auch zum sorgfältigen Umgang beim Feuern im Freien aufrief. «Durch die geringen Niederschlagsmengen und die überdurchschnittlich warmen Temperaturen in den vergangenen Wochen trockneten Streue und Oberboden im Wald sehr stark aus. Ein Funkenflug auf den Waldboden würde genügen, um ein Feuer zu entfachen», erklärte Felice Crottogini, Sachbearbeiter des Kantonsforstamts St.Gallen, Mitte Juli gegenüber dem «Toggenburger Tagblatt». Trotzdem blieb die Waldbrandgefahr damals noch auf Stufe 3 (erheblich). Diese Stufe besagt zwar, dass Vorsicht geboten ist, ein generelles Feuerverbot stellt sie aber noch nicht dar.

Knappheit verschlimmerte sich innert weniger Wochen

Das Wetter machte indes keine Anstalten, sich zu ändern. Bei verschiedenen Organisationen im Toggenburg nahm man die Situation mit zunehmender Sorge zur Kenntnis. In einer gemeinsamen Mitteilung riefen die Dorfkorporationen Mosnang und Ebnat-Kappel sowie die Thurwerke AG und die Regionalwerke Toggenburg AG (RWT) zum Wassersparen auf. «Aufgrund der anhaltenden Trockenheit sind die Quellzuläufe der Trinkwasserversorgung markant zurückgegangen», schrieben die Wasserversorger damals. Und: «Auch die Grundwasserpegel sind auf einem sehr tiefen Niveau.»

Am grössten war die Knappheit damals in Mosnang. «Grundwasser können wir jetzt schon keines mehr pumpen und die Quelle in Libingen liefert aktuell nur etwa halb so viel Wasser wie normal», sagte Peter Bürge, Betriebsleiter der Dorfkorporation. In Mosnang wurden gar Plakate aufgehängt, um auf die Situation aufmerksam zu machen.

Helikopter flogen Wasser auf den Rotsteinpass

Nicht nur in den Dörfern wurde das Wasser knapp. Auch Berggasthäuser standen vor Problemen. So musste sich zum Beispiel Albert Wyss Wasser per Helikopter auf den Rotsteinpass liefern lassen, damit sein Berggasthaus nicht schliessen musste. Von Unterwasser aus flogen so 8000 Liter Wasser in die Berge. «So schlimm war es nur im Rekordsommer 2003», sagte Wyss damals.

Gegen Ende des Monats wurde die Situation so prekär, dass absolute Feuerverbote erlassen wurden. Nachdem der Kanton St.Gallen schon ein solches in Waldnähe erlassen hatte, verboten am 27. Juli mit Wildhaus-Alt St. Johann und Nesslau zwei Gemeinden Feuer im Freien sowie Feuerwerke komplett. Das hohe Gefahrenpotenzial von Wald- und Flurbränden bedinge das Ergreifen von Massnahmen, erklärten die Gemeinden diesen Schritt. Noch vor dem 1. August zog auch der Kanton St. Gallen nach und erliess für das gesamte Gebiet ein absolutes Feuerverbot. Erst gegen Ende des Folgemonats wurde das Verbot langsam gelockert.

Bauern verkauften Teile des Viehbestands

Auch auf die Landwirtschaft hatte die Trockenheit Auswirkungen. Viele Landwirte mussten bereits auf das Winterfutter zurückgreifen, einige Bauern veräusserten einen Teil ihres Viehbestands, um weniger Futter zu benötigen. Auch am Schlachtviehmarkt in Wattwil war der Ansturm zeitweise bedeutend grösser als normal. Über 100 Landwirte mussten gar abgewiesen werden.

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