Juni 2018: Zum ersten mal eine Kantonsratspräsidentin aus Lütisburg

Auf einen Toggenburger folgte eine Toggenburgerin. Imelda Stadler übernahm das Kantonsratspräsidium von Ivan Louis.

Martin Knoepfel
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Imelda Stadler (FDP, Lütisburg) ist Kantonsratspräsidentin für das Amtsjahr 2018/2019. (Bild: Urs Bucher)

Imelda Stadler (FDP, Lütisburg) ist Kantonsratspräsidentin für das Amtsjahr 2018/2019. (Bild: Urs Bucher)

Am Montag, 11. Juni 2018, erlebte der Kantonsrat eine Premiere. Das Präsidium wechselte innerhalb des Toggenburgs. Auf den Nesslauer Ivan Louis (SVP) folgte die Gemeindepräsidentin von Lütisburg, Imelda Stadler (FDP), als Präsidentin für das Amtsjahr 2018/2019. Sie erhielt 99 von 116 Stimmen und erzielte damit ein gutes Ergebnis.

Die Wahl war keine Überraschung mehr, da Imelda Stadler Vizepräsidentin des Amtsjahres 2017/2018 war. Damit stellt das Toggenburg bisher 12 Kantonsratspräsidenten und zwei Präsidentinnen. Auch das Vizepräsidium des Parlaments blieb mit Daniel Baumgartner (SP, Flawil) im westlichen Kantonsteil.

Kunstturnerinnen im Kantonsratssaal

Nach der Wahl des Kantonsratspräsidenten gibt es traditionell eine kurze Unterhaltungseinlage, die der neue Präsident oder die neue Präsidentin auswählt. Für Imelda Stadler zeigten Kunstturnerinnen des Leistungszentrums Fürstenland im Ratssaal eine Choreographie, die sehr viel Beifall erntete.

Imelda Stadler will als «höchste St.Gallerin» professionelle Arbeit leisten und sich soweit als möglich fürs Toggenburg einsetzen. Sie müsse bei Sachgeschäften aber neutral sein, ausser beim Stichentscheid. In ihrem Präsidialjahr kommen eventuell der Neuanlauf für das Klanghaus und der Kredit für die Kanti Wattwil ins Parlament.

Weniger Wanderungen mit den Enkelkindern

Dass es wieder einmal Zeit für eine Frau in diesem Amt war, habe ihr sicher geholfen, räumte sie gegenüber dem «Toggenburger Tagblatt» ein. Besonders gefreut habe sie sich über den einstimmigen Vorschlag durch ihre Fraktion. In ihrem Präsidialjahr werde sie wohl weniger als bisher mit ihren Enkelkindern Wanderungen absolvieren können, glaubt Imelda Stadler.

Am Dienstagnachmittag, 12. Juni, fand der traditionelle Empfang an den Wohnort der neuen Präsidentin statt, zu dem die geladenen Gäste mit einem Sonderzug und mit Postautos anreisten und zu dem so ziemlich alle kamen, die in der Kantonspolitik Rang und Namen haben.

Es gab aber auch einen Apéro für die Öffentlichkeit. Rund 500 Einwohnerinnen und Einwohner von Lütisburg hiessen ihre Gemeindepräsidentin auf dem Areal der Primarschule herzlich willkommen und verfolgten die Darbietungen der Schulkinder. Diese sangen unter anderem das St. Galler Lied. Die frischgebackene Kantonsratspräsidentin zeigte sich überwältigt vom herzlichen Empfang. Sie freue sich auf viele spannenden Begegnungen mit den Menschen und sie werde so bleiben, wie sie sei, versprach Imelda Stadler.